HSV wird als „e.V.“ eigenständig

Detlef Stägert erläuterte die Zusammenhänge.

WERDOHL ▪ Die Handballspielvereinigung Werdohl-Versetal 1972 will sich am 26. November als eingetragener Verein neu gründen. Die Handballer sollen den Wechsel ihrer Mitgliedschaft von den Trägervereinen zur neuen HSV erklären.

Die HSV ist rechtlich nicht selbstständig und besteht bislang aus den Handball-Abteilungen der Vereine TuS Jahn und TuS Versetal. Den Ausschlag für die neue Aufstellung hat das Finanzamt Altena gegeben. HSV-Vorsitzender Detlef Stägert berichtete, dass die Spielvereinigung im August zum Gespräch beim Finanzamt eingeladen wurde. Bislang sind die beiden Trägervereine umsatzsteuerpflichtig, die HSV selbst nicht. Weil aber gerade bei den sehr gut besuchten Heimspiele hohe Umsätze bewältigt werden müssen, sei die steuerliche Einschätzung der bisherigen HSV so nicht mehr zu halten gewesen. Stägert: „Unsere Satzung ist von 1972, die ist längst nicht mehr aktuell.“ Eine Umsatzsteuernachzahlung, wie sie die FSV jetzt leisten musste, habe es bei den Handballern aber nicht gegeben.

In den Umbauprozess der HSV seien beide Trägervereine mit ihren Vorsitzenden Rudi Völker und Henning Meyer von Anfang an mit eingebunden worden, so Stägert. Nach den Hinweisen des Finanzamtes sei in den Vorständen klar geworden, dass der Handball in Werdohl für die Zukunft in großem Stil neu aufgestellt werden müsse.

Mit Hilfe eines Steuerberaters und eines Rechtsanwaltes sowie einer vom Deutschen Handball-Bund finanzierten Vereins-Beraterin sei in wochenlanger Arbeit eine neue Satzung erarbeitet worden. Beteiligt an der Arbeit waren auch HSV-Kassierer Frank Köper, der selbst Kaufmann ist und die Steuerfachangestellte Martina Schneider als HSV-Mitglied. Das Ergebnis sei eine zukunftsfähige Satzung. Stägert: „Das ist das neueste, was es für Vereine in ganz NRW gibt.“ Durch die neue Satzung werde die HSV steuerlich wie ein Kleinunternehmen betrachtet.

Für die Trägervereine und die HSV ergebe sich durch den Mitgliederwechsel finanziell ein Nullsummenspiel. Die aktiven Spieler der HSV müssen in den neuen Verein wechseln, die passiven Mitglieder können. Stägert legt Wert darauf, dass die Herkunft aus den beiden Traditionsvereinen deutlich bleibt. Dem Vereinsnamen wird deshalb lediglich ein „e.V.“ angefügt, auch das Neugründungsjahr 2010 soll nicht im Namen auftauchen. Die beiden Abteilungsleiter der Trägervereine, Dieter Bruns und Mark Cordt, werden auch wieder dem neuen, erweiterten Vorstand angehören. Sven Gierse wird weiter 2. Vorsitzender bleiben.

„Wir heben am 26. November einen neuen Verein aus der Taufe“, so Stägert. Bei der Gründungsversammlung müssen alle Vorstandsämter neu gewählt werden, es werde auch ein „moderat gestalteter“ Mitgliedsbeitrag festgesetzt. Die Neugründung werde ein „Gesamtwerk“, so Stägert: „Wir machen jedenfalls keine halben Sachen und hauen bei der Gründungsversammlung den Knoten durch.“

Volker Heyn

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