„Wir singen die Weihnacht ein“: Kinder sorgen für vollen Saal 

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Sonja Fessel (links) und Sigrid Claus leiteten gemeinsam den Projektchor Singende Grundschulen Werdohl, der unter der Bezeichnung Werdohler Kinderchor am Sonntagnachmittag seinen mehr als gelungenen Auftritt beim Konzert „Wir singen die Weihnacht ein“ hatte.

Werdohl - „Wir singen die Weihnacht ein“ – dieses einst von Werner Dreisbach ins Leben gerufene und seit etlichen Jahren schon in Verbindung mit dem Werdohler Weihnachtsmarkt organisierte Konzert hat nichts an Charme, Aussagekraft und Stimmung in der Adventszeit eingebüßt.

Im Gegenteil. Es gab im Vergleich zu den Vorjahren eine weitere Steigerung. Davon konnten sich am Sonntagnachmittag all jene Besucher überzeugen, die den Weg in den Saal der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde gefunden hatten. Kein Stuhl war mehr frei; wer nur etwas zu spät gekommen war, musste stehen. 

Im Mittelpunkt des mehr als einstündigen Konzertes standen der Werdohler Kinderchor – eine Gemeinschaft aus den Schulchören der Martin-Luther-Grundschule und der Grundschule St. Michael – und die sogenannten Zauberlehrlinge der Musikschule Lennetal. 

Musikalischer Ausflug in die Adventszeit

Unter der Leitung von Sonja Fessel, Sigrid Claus und Marion Jeßegus einerseits und Sebastian Hoffmann andererseits präsentierten der mit 45 Mädchen und Jungen besetzte Chor und die aus Kindern, Jugendlichen und einigen Erwachsenen besetzten Zauberlehrlinge einen musikalischen Ausflug in die Adventszeit, wobei sich bekannte und auch weniger bekannte Lieder und Melodien abwechselten. 

Mit dem Vorspiel „Wir sagen Euch an den lieben Advent“ eröffneten die Zauberlehrlinge das Programm, das dann nahtlos mit Liedern des Kinderchores – darunter „Joy to the World“ und auch „Macht hoch die Tür“ – fortgesetzt wurde. Das Publikum hatte bei den Chor-Vorträgen „Dicke rote Kerzen“ oder auch „Kling, Glöckchen...“ zwar Gelegenheit zum Mitsingen, kam aber nie über die Statistenrolle hinaus. Zu intensiv – im positiven Sinne – setzten sich die Grundschüler in Szene, zeigten absolute Begeisterung beim Gesang, Freude an der Präsentation und Hingabe bei der Interpretation. 

Sebastian Hoffmann, Marion Jeßegus und Bürgermeisterin Silvia Voßloh (von links) präsentierten im Rahmen des Programms unter dem Titel „König Adventus“ die etwas andere Weihnachtsgeschichte.

Die beiden Chorleiterinnen Sonja Fessel (Martin-Luther-Grundschule) und Sigrid Claus (St. Michael-Schule) hatten ihre Schützlinge hervorragend vorbereitet. Das gilt auch für die Zauberlehrlinge, denen Sebastian Hoffmann das Rüstzeug für künftige, noch weitaus anspruchsvollere Aufgaben vermittelt hatte. Eine Ahnung, welches Potenzial in den jungen Musikern steckt, vermittelte ein Abstecher in die Höfische Musik mit dem Menuett aus der Sinfonie Nr. 92 von Joseph Haydn.

Nicht zu vergessen der Nikolaus-Abend-Marsch aus der Feder des Zauberlehrling-Chefs höchstselbst. Oder anders: In der Phantasie sah man den Nikolaus förmlich von Kamin zu Kamin ziehen, um dort Geschenke abzulegen. Der ebenfalls von Sebastian Hoffmann geschriebene Umzug der Lebkuchenmännchen hatte zwar thematisch die Adventszeit im Blick, aber der Schwung des Wiener Walzers ließ zweifelsfrei grüßen.

„Frieden auf der ganzen Welt“

Bevor das Finale eingeläutet wurde, erlebten die Besucher im Saal auch den letzten der drei Teile zur Geschichte „König Adventus“. Hier wurde schließlich auf die eigentliche Weihnachtsgeschichte zugesteuert. Die Lesungen hielt Werdohls Bürgermeisterin Silvia Voßloh, den Rahmen mit unterschiedlichen Rollen lieferten Marion Jeßegus und Sebastian Hoffmann. 

Der Schlussakkord war zwar der Weihnacht gewidmet, fand aber mit dem Zitat „Frieden auf der ganzen Welt“ zu einem Appell, der vermutlich noch sehr, sehr lange Wunschdenken bleiben dürfte.

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