„Wir kommen mit dem Mähen kaum hinterher“

+
„Hier muss dringend gemäht werden“, sagt Kurt Bittner, der am Kettling wohnt und sich über wucherndes Gras ärgert. Für den Baubetriebshof gehen Schul- und Gehwege allerdings vor.

WERDOHL -  Das Frühjahr war kalt und nass und führte dazu, dass nichts so recht wuchs. „Dafür schießt es jetzt überall“, stöhnt Uwe Bettelhäuser. Was Gartenbesitzer Schweißperlen auf die Stirn treibt, weil sie oft Unkraut jäten und ihren Rasen mähen müssen, sorgt auch für die Mitarbeiter des Baubetriebshofes für jede Menge Arbeit. „Wir hängen zurück“, berichtet der Leiter des Baubetriebshofes Uwe Bettelhäuser.

Überall zeitnah hinterher kommen und mähen – das sei einfach nicht zu schaffen, macht Bettelhäuser keinen Hehl daraus, dass städtisches Grün an manchen Stellen zu hoch sprießt und wächst. Mit der Personalstärke, über die der Baubetriebshof verfüge, sei es nicht möglich, alle Flächen zu mähen und in Schuss zu halten, wenn es nötig sei, bedauert Bettelhäuser. Vor einigen Jahren habe die Personalstärke noch anders ausgesehen.

Auf seine Mitarbeiter komme zur Zeit ohnehin viel Arbeit zu – die Straßen müssen nach der langen Kälteperiode geflickt, Kanäle und Spielplätze in Ordnung gehalten werden. Für den nötigen Grünschnitt ständen derzeit drei Mitarbeiter zur Verfügung. Und diese sorgen erst einmal dafür, dass sogenannte Gefahrenpunkte von Unkraut und Graswuchs befreit werden. „Schul- und Gehwege und Verbindungswege werden bevorzugt behandelt“, nennt Uwe Bettelhäuser die Prioritäten. Nicht auf Schönheit, sondern auf die Sicherheit komme es an, stellt der Leiter des Baubetriebshofes klar. Für Unzufriedenheit sorge die Situation dennoch, weiß Bettelhäuser. „Das Telefon steht nicht still“, berichtet er. Auch Kurt Bittner, Anwohner der Straße An der Falkenlei am Kettling, ist verärgert, dass das Uferstück, das unterhalb seines Grundstücks angrenzend zur Straße liegt, unschön wuchert. Früher habe er es sogar selbst gemäht. Doch das schaffe er nicht mehr, sagt Bittner. Und immerhin: „Da fällt ja auch Unmengen an Grünschnitt an“, zeigt er auf. Die Sicht sei bei der Ausfahrt seines Grundstücks durch Brennnesseln eingeschränkt, bemängelt er. Verärgert ist auch Kerstin Sander. Immerhin sei das Ortseingangsschild in der Ortslage Rotenhohl so stark zugewuchert, dass es überhaupt nicht mehr zu erkennen gewesen sei. Die Anwohner seien schließlich selbst zur Tat geschritten und hätten es freigeschnitten.

Kritisiert werde von manchen Bürgern, dass die Lennepromenade stets akkurat gemäht werde, weiß Bettelhäuser. Diese Arbeiten würden dabei durch Hartz IV-Kräfte erledigt. Für Arbeiten an anderer Stelle dürfe man sie jedoch nicht einsetzen, stellte Bettelhäuser klar.

Von Simone Benninghaus

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare