Zweistellige Minusgrade erwartet

Winter hat das Lennetal im Griff: Polizei sperrt B 229 -Lastwagen haben sich festgefahren

Es ist Winter im Märkischen Kreis. Schnee und Kälte machen Autofahrern zu schaffen.
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Es ist Winter im Märkischen Kreis. Schnee und Kälte machen Autofahrern zu schaffen.

Der Winter hat den Märkischen Kreis weiter fest im Griff. Am Montag ging es auf den Straßen deutlich chaotischer zu als am Wochenende. Die Winterdienste arbeiten am Limit - dabei scheint der Höhepunkt noch gar nicht erreicht zu sein. Die Polizei sperrt aktuell eine Bundesstraße.

Update vom 8. Februar, 16.05 Uhr: Gute Nachrichten für alle, die am Nachmittag von der Arbeit nach Hause fahren: Die Polizei hat die Bundesstraße B 229 inzwischen wieder freigegeben. Der Verkehr kann in Richtung Neuenrade wieder rollen.

Update vom 8. Februar, 13.08 Uhr: Vielerorts hatten am Montag auch die Fahrzeuge der Müllabfuhr mit witterungsbedingten Problemen zu kämpfen. Wie Pressereferent Denis Potschien vom Zweckverband für Abfallbeseitigung mitteilt, konnten aufgrund von Schnee und Eis viele Straßen nicht befahren und viele Behälter nicht erreicht werden.

Die Mülltonnen können laut Potschien an der Straße stehen bleiben: „An den am Montag nicht angefahrenen Straßen wird die Müllabfuhr, sobald es das Wetter zulässt, nachgeholt.“ Das gilt nicht nur für den Dienstag sondern allgemein für die nächsten Tage. Die Abholung soll stets am Folgetag geschehen. „Damit die Mülltonnen gezogen werden können, müssen die Wege zu den Tonnen geräumt sein“, weist Potschien hin.

Update vom 8. Februar, 13.01 Uhr: Der Verkehr in Richtung Neuenrade wird wohl noch für einige Zeit ruhen. Die Sperrung ist fertig eingerichtet, teilt die Polizei mit. Immerhin: In Richtung Werdohl soll der Verkehr auf der B 229 weiter fließen können. „Die Kollegen haben mehrere Streufahrzeuge zur Einsatzstelle bestellt“, sagt Polizeisprecher Marcel Dilling. Damit soll die Fahrbahn geräumt werden, sodass die Lkw-Fahrer, die derzeit nicht mehr vorankommen, ihre Fahrt fortsetzen können.

Update vom 8. Februar, 12.43 Uhr: Jetzt muss die Polizei in Werdohl doch aktiv werden. Die Beamten haben vor wenigen Minuten die Bundesstraße 229 in Richtung Neuenrade gesperrt. Ein Streifenwagen steht auf Höhe der Friedhofstraße nahe dem Haus Werdohl. Grund für die Sperrung: „Auf der Serpentinenstrecke haben sich ungefähr zehn Lkws festgefahren“, berichtet Polizeisprecher Marcel Dilling.

Wintereinbruch in Werdohl und Neuenrade

Heftiger Wintereinbruch in Werdohl und Neuenrade
Heftiger Wintereinbruch in Werdohl und Neuenrade
Heftiger Wintereinbruch in Werdohl und Neuenrade
Heftiger Wintereinbruch in Werdohl und Neuenrade
Wintereinbruch in Werdohl und Neuenrade

Bisher ist die Straße nur in Richtung Neuenrade gesperrt. Wer von Neuenrade nach Werdohl will, darf wohl noch fahren. Das könne sich aber kurzfristig ändern, sagt Dilling. In jedem Fall ist Vorsicht geboten. Die Fahrbahn ist bedeckt von Schnee und Matsch. Wie lange die Sperrung dauern wird, sei derzeit nicht absehbar, so die Polizei.

Winter im MK: Schneefall soll in Werdohl am Nachmittag weiter zunehmen

[Erstmeldung] Werdohl/Neuenrade/Balve - Werdohl hat der Winter am Montag „voll getroffen“, sagt Winterdienst-Einsatzleiter Pantelis Haritides. Dabei hat der Wintereinbruch sein volles Ausmaß noch gar nicht erreicht. Ab 13 Uhr, so entnimmt Haritides seinem Wetterbericht, soll das Wetter noch einmal anziehen. Der Schneefall soll zunehmen, die Temperaturen sollen weiter fallen. Derzeit zeigt das Thermometer in Werdohl -5 Grad Celsius. Im Verlauf des Tages sollen es -10 Grad werden.

Der Werdohler Winterdienst arbeitet am absoluten Limit. Seit 4 Uhr am Morgen sind die Mitarbeiter mit insgesamt sieben Streu- und Räumfahrzeugen unterwegs - bis jetzt. „Wir kämpfen mit viel Men-Power gegen das Wetter an. Es wird seit heute Morgen ununterbrochen gearbeitet“, sagt Haritides. Falls der Schneefall weiter zunimmt, muss der Winterdienst seine Fahrten einschränken. „Wenn es richtig schneit, hat das Schieben keinen Effekt mehr. Freie Straßen schneien dann sofort wieder zu.“

Dass die Fahrzeuge bei ihren Touren große Mengen Salz verstreuen, müsse man ebenfalls bedenken: „Je mehr Salz wir verteilen, desto schädlicher ist es für die Umwelt“, sagt Haritides. Nimmt der Schneefall am Nachmittag weiter zu, wird der Winterdienst seine Fahrten vor allem auf steile Straßen konzentrieren. „Es ist wichtig, dass wir diese Fahrbahnen für eventuelle Einsatzfahrten von Feuerwehr und Rettungsdienst freihalten.“

Für die kommenden Tage will Haritides keine verbindliche Prognose abgeben. Es sei immer die Frage, wie viel von dem vorhergesagten Wetter am Ende wirklich in Werdohl ankommt. Nach aktuellem Stand aber, soll es am Dienstag noch einmal deutlich kälter werden. „Bis zu -13 Grad“, entnimmt es der Winterdienst-Einsatzleiter seinen Unterlagen. Ist das problematisch?

„Im Gegenteil“, betont Haritides. Wenn es knackig kalt ist und nicht schneit, müsse der Winterdienst sogar weniger fahren. Kälte ist auf den Straßen nur in Verbindung mit Feuchtigkeit ein Problem. Ist es kalt und trocken, sollte sich die Lage in Werdohl wieder deutlich entschärfen. Jetzt aber ist erst einmal abzuwarten, wie sich die Situation am Montag weiterentwickelt.

Bislang scheint sich die Arbeit des Winterdienstes bezahlt zu machen: Die Feuer- und Rettungsleitstelle des Märkischen Kreises teilt mit, dass es in Werdohl am Wochenende keine wetterbedingten Einsätze für den Rettungsdienst gegeben hat. Auch die Freiwillige Feuerwehr hatte bislang nichts zu tun. Wehrleiter Kai Tebrün hofft, dass es so ruhig bleibt. Er ist aber guter Dinge: „Die Autofahrer akzeptieren das Wetter und fahren entsprechend vorsichtig. Sonst wünschen sich immer alle den Winter, jetzt ist er da.“

Polizeieinsätze gab es im Werdohler Stadtgebiet ebenfalls nicht, teile Pressesprecher Marcel Dilling auf Anfrage mit.

Anders sieht es in Balve aus: Dort hatte es am Sonntagabend gegen 18 Uhr einen Verkehrsunfall mit hohem Sachschaden gegeben. Wie die Polizei mitteilt, sei ein Fahrer auf der Hauptstraße auf Höhe des Alibaba-Grills ins Schleudern geraten und gegen ein Schild gekracht. Den entstandenen Sachschaden schätzten die Beamten vor Ort auf 9000 Euro.

Winterdienst-Einsatzleiter Thomas Hinz berichtet ebenfalls von herausfordernden Straßenverhältnissen in Balve. In den Wohngebieten und auf den Hauptstraßen habe man relativ sicher fahren können, auf den Bundesstraßen sei es aber zeitweise rutschig gewesen. Dort ist nicht der städtische Winterdienst zuständig, sondern der des Landesbetriebs Straßen.NRW.

Die Kollegen von Thomas Hinz jedenfalls sind seit 4.30 Uhr „ununterbrochen im Einsatz“. „Wir kämpfen gegen die Schneemassen an.“ Die stark gefallenen Temperaturen erleichtern die Arbeit nicht. Im Gegenteil: „Ab -7 Grad lässt die Wirkung des Streusalzes nach und wir bekommen die Eisschicht auf den Straßen nicht mehr aufgetaut“, erklärte Hinz. Er machte sich deshalb keine Illusion für die nächsten Tage: „Wir kriegen die Fahrbahn erstmal nicht wieder schwarz.“

Der Winterdienst überlege, nun Sand oder Granulat zu streuen. Das taut Schnee und Eis zwar nicht auf, sorgt aber dafür dass die Oberfläche angeraut wird. „Durch den Reibungswiderstand erhöht sich die Bremswirkung.“ Vordergründig sollen Sand und Granulat an steilen Straßenabschnitten eingesetzt werden. „Wir müssen gucken, wie wir weiter mit den niedrigen Temperaturen umgehen“, so Hinz.

Noch bis 20 Uhr sei im Stadtgebiet mit Schneefall zu rechnen, berichtet er aus dem aktuellsten Wetterbericht. Ab 15 Uhr und in Richtung Abend soll der Niederschlag aber weniger werden. Der Dienstag soll zwar kalt bleiben, allerdings ist nur sehr wenig Schneefall vorhergesagt. Erst am Mittwoch soll wieder mehr Schnee nach Balve kommen. Die Nächte bleiben laut Hinz mit -8 bis -9 Grad frostig kalt. Er glaubt, dass sich die Situation auf den Straßen im Verlauf der Woche einspielen wird: Die Autofahrer bräuchten meistens ein bis zwei Tage, um sich an die neue Wetterlage zu gewöhnen.

In Neuenrade scheint das schon gelungen zu sein: Dort gab es in der Nacht auf Montag und am Vormittag genauso wie in Werdohl keine witterungsbedingten Feuerwehreinsätze. Die Polizei musste ebenfalls nicht ausrücken. Der Winterdienst war ab 5 Uhr unterwegs und habe gut funktioniert schätzte Han-Jörg Ossenberg die Lage ein. Er vertritt derzeit den Winterdienstverantwortlichen Klaus Peter Korte. Ossenberg zeigte sich für die kommenden Tage zuversichtlich, dass es auch weiter gut laufen und höchstens vereinzelt Zwischenfälle geben werde: „Wir sind Sauerländer, wir wissen wie man mit Winter umgeht.“

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