Dem Winter eher gelassen entgegensehen

Das Salz-Silo auf dem Bauhof-Gelände. Hier sind derzeit 105 Tonnen Salz „gebunkert“.

WERDOHL ▪ Der lange, strenge und schneereiche Winter 2009/2010 hat bei so mancher Kommune in Westfalen dazu geführt, dass bereits in diesem Sommer nachhaltig an den nächsten Winter gedacht wird. Will heißen: Die Salzvorräte werden bereits in diesen Wochen über das sonst übliche Maß aufgestockt, um nicht noch einmal in Schwierigkeiten zu geraten, wenn es zu Lieferproblemen kommen sollte. Ein anderes Argument für diese Vorsorgemaßnahme: Im Sommer ist Streusalz kostengünstiger zu haben.

In Werdohl, wo nach den Erfahrungen bei einem durchschnittlichen Wintereinsatz rund 500 Tonnen Salz auf die Straßen gebracht werden, sieht man das dagegen eher gelassen, macht Baubetriebshof-Leiterin Ingeborg Kurlandt deutlich. Zwar sei das Silo an der Plettenberger Straße inzwischen wieder bis zum Rand mit Salz aufgefüllt, so dass für den ersten Wintereinsatz gut 105 Tonnen Streumaterial zur Verfügung stehen, doch über diese Reserve hinaus – die im Extremfall für zwei bis drei Tage reicht – werden keine Vorräte angelegt.

Das hat – neben anderen Argumenten – in erster Linie damit zu tun, dass dem Baubetriebshof keine Halle zur Verfügung steht, in der das Salz gelagert werden könnte. „Eine solche Halle müsste völlig trocken und auch gut erreichbar sein“, so Ingeborg Kurlandt. Feuchtigkeit in einem solchen Lagerraum könne dazu führen, dass das Streumaterial hart und damit unbrauchbar würde.

Und Andrea Mentzel – zuständig für den Bereich Ordnung und Einwohnerwesen bei der Stadtverwaltung – ergänzt: Über die Füllung des Silos hinaus sei an keine zusätzlichen Salzbestellungen zu denken. Es gebe auch keine Überlegung, eine Halle anzumieten; dies auch, weil ein Beladen der Streufahrzeuge dort mit einem deutlich höheren Aufwand verbunden wäre.

Zudem, so Mentzels Hinweis, sei der vergangene Winter kein Maßstab. Die Tatsache, dass in ganz Deutschland gleichzeitig Salz benötigt wurde (auch dort, wo sonst nur wenig Schnee zu erwarten sei), „hat uns das Genick gebrochen“.

Belegbar ist das auch durch Zahlen. Der eher schlappe Winter 2007/2008 „mit nur ein paar wenigen Flocken“ schlug kostenmäßig mit rund 78 300 Euro zu Buche. Im Winter darauf, der neben Schnee auch viel Eis brachte, landete die Endabrechnung einschließlich Personal- und Maschinenkosten bei 428 600 Euro. Getoppt wurde das zuletzt durch satte 535 200 Euro, berichtete Andrea Mentzel.

Im Blick nach vorn vertraut man im Rathaus und beim Bauhof auf die bestehenden, vertraglichen Vereinbarungen, wonach bei Bedarf innerhalb von 48 Stunden Nachlieferungen garantiert werden. Das, so Ingeborg Kurlandt, habe mit Ausnahme des letzten Winters immer funktioniert. Zudem verwies Andrea Mentzel auch auf „gute Kontakte“ zu anderen Lieferanten, falls es einmal „eng“ werden sollte.

Gleichwohl: Für die Etat-Anforderungen zum Winterdienst der neuen „Saison“ blieben diese Zahlen nicht ohne Wirkung. „Wir haben 20 000 Euro mehr eingesetzt, als sonst üblich“, berichtete die Ordnungsamts-Chefin. Unter dem Strich geht es dann – einschließlich Sommerreinigung – um eine Summe von immerhin 320 000 Euro; in der stillen Hoffnung, dass dies ausreicht…

Rainer Kanbach

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