So will Werdohls  Bürgermeisterin Gastronomie an die Lenne holen

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Bürgermeisterin Silvia Voßloh will mit der Suche nach einem gastronomischen Angebot am Lenneufer noch einmal ganz von vorne beginnen.

Werdohl - „Das Projekt beschäftigt mich ja schon seit meinem Amtsantritt“, sagt Bürgermeisterin Silvia Voßloh über eine Gastronomie am Lenneufer. Bis jetzt traut sich niemand zu, am Ende der Stadtspange eine Art Café zu eröffnen. Deshalb soll nun alles noch einmal von vorne beginnen.

In der sechsseitigen Haushaltsrede von Bürgermeisterin Silvia Voßloh nahm das Thema vielleicht eine halbe Seite ein, dahinter steckt aber nicht weniger als ein Paradigmenwechsel.

Bisher hatten Voßloh, die meisten Kommunalpolitiker und viele Werdohler von einer Gastronomie am Rande des Parkplatzes an der Gothestraße geträumt, die mindestens mit den Lenneterrassen in Altena oder der Waterkant in Plettenberg oder gar mit dem R-Café in Letmathe mithalten kann.

Es hat etliche Versuche gegeben, diese hochfliegenden Träume zu realisieren – vom Studentenwettbewerb über Konzepte von Gastronomen bis zum Gastromobil einer Brauerei. Es gab die Idee, dass ein Gastroboot am Lenneufer „vor Anker“ gehen sollte. Auch Pläne für einen Gastronomiebetrieb in Pfahlbauweise gab es, damit das immer wiederkehrende Lennehochwasser nicht zum Problem werden konnte.

Alle Versuche sind gescheitert

Gemeinsam haben alle Varianten nur eins: Sie wurden nicht realisiert. „Mein Fazit der vielen Gespräche, die ich geführt habe, lautet: Es gibt viele gute Ideen, ein Investor ließe sich auch finden – aber einen Pächter zu finden, ist die größte und schwierigste Herausforderung“, sagte Voßloh bei der Einbringung des Hauhaltsplanentwurfs.

Dass die Bürgermeisterin das Thema ausgerechnet in diesem Zusammenhang aufgriff, hat seinen Grund. In den Entwurf für den Haushaltsplan des Jahres 2020 hat Kämmerin Vanessa Kunze-Haarmann nämlich auf Voßlohs Wunsch 120.000 Euro eingestellt, mit denen das Projekt nun vorangetrieben werden soll. „Damit ein Schritt in die richtige Richtung gemacht werden kann und weil der hiesige Markt dies scheinbar nicht bieten kann“, begründete Voßloh, warum die nach wie vor finanziell klamme Stadt so viel Geld für das Prestigeprojekt zur Verfügung stellt.

Wofür sind die 120.000 Euro?

Doch was genau soll mit diesem sechsstelligen Betrag eigentlich erreicht werden? Exakte Vorstellungen hat offensichtlich auch Silvia Voßloh nicht. „Das soll uns in die Lage versetzen, den Lennebereich für die Bürger weiterhin liebens- und lebenswert zu gestalten“, ließ sie in ihrer Haushaltsrede zunächst relativ viel Interpretationsspielraum.

„Vielleicht sollten wir alle neue Wege denken“, forderte sie auch die Ratsmitglieder auf, die Erwartungen herunterzuschrauben und mit den Überlegungen noch einmal von vorne zu beginnen. „Denn auch aus anfänglich Kleinem kann etwas Großes entstehen“, gab sie zu bedenken.

Alles wieder auf Null

Nun also alles auf Null. „Wir sollten unseren Ideen freien Lauf lassen“, erklärte Voßloh auf die Nachfrage der Redaktion, wofür die 120.000 Euro denn verwendet werden sollen. Sogar die Unterstützung eines Pächters sei denkbar, wenn es beispielsweise darum gehe, den Bereich am Lenneufer mit einer Terrasse attraktiver zu gestalten.

Den Traum, einen Gastronomen zu finden, der das Lenneufer in Innenstadtnähe auf Anhieb zu einem großen Freizeitziel der Werdohler und auswärtiger Gäste macht, hat die Bürgermeisterin ganz offensichtlich aufgegeben. Dafür sei das Einzugsgebiet zu klein, hat sie offenbar in den Gesprächen mit möglichen Partnern erfahren müssen.

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“

Stattdessen spricht sie nun von einem Angebot, dass aus Eis, Kuchen, Frühstück, Espresso und Cappuccino bestehen könnte. Und aus Hamburgern, Flammkuchen, Cola und Wasser. Trotz vieler Rückschläge will Silvia Voßloh den Wunsch nach einem wie auch immer gearteten gastronomischen Angebot am unteren Ende der Stadtspange nicht begraben. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, bleibt sie zuversichtlich, dass sich schon irgendein Interessent finden wird.

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