Großer Schaden

Wildschweine verwüsten drei Werdohler Gärten

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Heinz Seip steht fassungslos in seinem von Wildschweinen verwüsteten Garten An der Falkenlei.

Werdohl - Wahrscheinlich eine ganze Rotte von Wildschweinen hat am Kettling drei Gärten verwüstet. Entlang der Straße An der Falkenlei haben die Tiere in zwei Nächten am Jahresende auf der Suche nach tierischem Eiweiß großen Schaden angerichtet.

Eigentlich könnte man glauben, dass die Wildschweine im Wald derzeit genügend Nahrung finden. Es ist schließlich ein Mastjahr: Unmengen von Eicheln und anderen Baumfrüchten liegen noch massenhaft unter den Bäumen. Doch Wildschweine sind Allesfresser und benötigen viel tierisches Eiweiß. Das finden sie in Form von Mäusen, Würmern und Engerlingen im Boden und dringen dafür mitunter tief in die Siedlungsgebiete vor. 

Die Anwohner An der Falkenlei sind von Wildschweinen bisher weitgehend verschont geblieben. Der 85-jährige Heinz Seip wohnt seit fast 70 Jahren dort und kann sich nicht erinnern, dass es mit den Borstentieren einmal größere Probleme gegeben hat. Die Verwüstung seines Gartens ist für ihn deshalb eine ganz neue Erfahrung, auf die er gerne verzichtet hätte. Die Tiere haben nicht nur die Wiese flächendeckend umgepflügt, auch die Himbeersträucher sind in Mitleidenschaft gezogen worden. „Und die Blumen haben sie samt Wurzel ‘rausgerissen“, berichtet Seip. 

Rund 1500 Quadratmeter verwüstet

Ganz ähnlich erging es seinen Nachbarn, denn die Wildschweine haben auch noch zwei weitere Gärten, insgesamt also rund 1500 Quadratmeter, verwüstet. Betroffen ist auch Bodo von Kalle, der seit zwei Jahren dort wohnt und den zuvor lange Zeit vernachlässigten Garten mit viel Aufwand auf Vordermann gebracht hat. Wildschwein-Besuch habe es immer wieder einmal gegeben, sagt von Kalle. Aber noch nie hätten die borstigen Plagegeister so zugeschlagen wie in diesen beiden Nächten kurz vor dem Jahreswechsel. „Ich bin ratlos“, gibt von Kalle zu, nicht zu wissen, wie man sich vor den Tieren schützen kann. 

Und dann ist da noch die Sache mit der Schadensregulierung. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden die Gartenbesitzer auf dem Schaden sitzen bleiben, denn bei einem Wildschaden in privaten Gärten sind Jäger oder Jagdgenossenschaften in der Regel nicht zuständig. Sie kommen nur für Wildschäden auf, die in jagdbaren Gebieten entstehen – also im Wald und in einigen Fällen auch auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. 

Landesumweltministerium gibt Tipps

Das Landesumweltministerium gibt Gartenbesitzern Tipps, wie sie ihre Grundstücke vor Wildschweinen schützen können. Wichtig sei vor allem ein stabiler Zaun, heißt es da. Auch solle den Tieren möglichst kein Nahrungsangebot beispielsweise durch leicht erreichbare Komposthaufen gemacht werden. Die gezielte Fütterung sei tabu. „Die Wildschweine verlieren dadurch ihre natürlich Scheu vor den Menschen und sehen den Bereich schnell als ihr Revier an. Sie lassen sich dann kaum noch vertreiben“, warnt das Ministerium.

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