Wildernde Hunde reißen tragende Ricken / Jagdpächter appelliert an Hundebesitzer

Revierpächter Dirk Depping pflegt drei verwundete Rehe im heimischen Gatter.

WERDOHL -   Dirk Depping ist sauer. Am Montag musste der Jagdpächter wieder ein schwer verletztes Reh erschießen, das von einem freilaufenden Hund zunächst gejagt und dann angefallen wurde. Das gejagte Tier hatte in einem Garten Schutz vor seinem Verfolger gesucht.

Für Dirk Depping leider kein Einzelfall: „Am Pfingstwochenende hat ein Hund am Mühlenschlad eine tragende Ricke gerissen. Auch diese Ricke konnte sich noch durch einen Zaun in einen Garten retten, bevor sie dort ihren schweren Verletzungen erlag“, berichtet der Jagdpächter, zu dessen Revier neben der Osmecke und der Borbecke auch das Gebiet am Rodt gehört. Die Ricke sei mit drei gut entwickelten Kitzen tragend gewesen und habe kurz vor der Geburt gestanden, weiß der Jagdpächter.

In den vergangenen zwei Monaten sind laut Depping allein in seinem Revier neun Tiere so schwer durch Hunde verletzt worden, dass sie entweder im Wald verendeten oder von Depping auf Grund der Schwere ihrer Verletzungen umgehend erschossen werden mussten. Darunter seien zwei weitere Ricken gewesen, die mit einem beziehungsweise zwei Kitzen tragend gewesen seien.

„Gerade jetzt, nach dem langen Winter und inmitten der Setzzeit, sind die Ricken besonders schwerfällig und für Hunde eine leichte Beute. In den Wiesen rund um unsere Wälder kommen täglich neue Kitze zur Welt, für die unangeleinte Hunde eine große Gefahr darstellen“, appelliert Depping an die Vernunft der Hundehalter. Vor allem am Rodt und am Mühlenschlad komme es immer wieder zu solchen Vorfällen – und das schon seit Jahren.

„Die Hunde beißen den Tieren meist in die Kehle. Dann beginnen sie diese bei lebendigem Leib anzufressen“, sagt Depping. Auch weiß er von einem Reh zu berichten, das zwei Tage schwer verletzt im Wald lag, bevor es dort verendete. „Wenn sich die Hundehalter nach einem solchen Vorfall wenigstens melden würden, damit wir die Tiere erlösen können“, sagt der Revierpächter. Drei Tiere, die sich vor den jagenden Hunden in Sicherheit gebracht haben, pflegt Depping nun im heimischen Gatter gesund.

Der Jagdpächter weiß von einzeln und gemeinsam jagenden Hunden, „deren verantwortungslose Besitzer sich scheinbar nicht einmal wundern, wenn ihr Tier mit blutverschmierter Schnauze aus dem Wald zurückkommt“, ärgert sich der Jagdpächter, der selbst zwei Hunde besitzt.

Nach dem Vorfall am Montag habe sich ein aufmerksamer Zeuge bei Depping gemeldet. Dieser habe einen braun-beigen Husky gesehen, der den Bock gejagt und angefallen habe. Depping hofft nun, den Halter des Hundes zur Verantwortung ziehen zu können. Auch hofft er auf die Hilfe der Anwohner: „Sie möchte ich bitten, uns bei der Aufdeckung dieser immer wieder vorkommenden grausamen, von wildernden Hunden durchgeführten Tötungsaktionen zu helfen,“ sagt er. Depping geht anhand der Spuren an den verendeten Tieren davon aus, dass es sich oftmals wohl um zwei Hunde handelt, die im Wald im Rudel jagen. Auch hier sei es möglich, dass es sich um Huskys handele.

Sollten den Anwohnern oder Spaziergängern wildernde Hunde auffallen oder Tiere, die mit Blut verschmierter Schnauze umherlaufen, bittet Depping die Zeugen, sich an das städtische Ordnungsamt oder an die Werdohler Polizeiwache, Tel. 0 23 92/9 39 90, oder an Dirk Depping selbst zu wenden, Tel. 0179/4 75 29 55. Nur selten gelänge es, die Hundehalter im Anschluss an einen solchen Vorfall zu ermitteln. Sie müssten dann mit einer Ordnungswidrigkeitsanzeige und Schadenersatzforderungen des Revierpächters rechnen. Welcher Geldbetrag fällig werde, konnte Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel aus dem Werdohler Rathaus am Montag pauschal nicht sagen. Das hänge auch davon ab, welche Auflagen für den Hund gelten würden. - ute

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