Georg-Fischer-Areal und Hallenbad-Grundstück

Wiederbelebung möglich: Interessenten für zwei Brachflächen

Der von Georg Fischer aufgegebene Komplex am Bahnhof könnte vielleicht schon bald wiederbelebt werden.
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Der von Georg Fischer aufgegebene Komplex am Bahnhof könnte vielleicht schon bald wiederbelebt werden.

In der Diskussion um die Ausweisung von neuen Gewerbeflächen kommen immer auch Forderungen nach der Wiederbelebung von Brachflächen.

Dadurch könne der Flächenverbrauch reduziert werden, argumentieren nicht nur Umweltschützer. In Werdohl wird nun über die Nutzung von zwei brachliegenden Arealen nachgedacht.

Nach der Schließung des Standortes der Firma Georg Fischer am Bahnhof könnte dort auf insgesamt gut 27 000 Quadratmetern – davon knapp 19 500 Quadratmeter teilweise unterkellerte Hallen – neues Gewerbe angesiedelt werden. Das Plettenberger Unternehmen R.B. Makler ist auch bereits mit der Vermarktung des Grundstücks mitsamt den darauf errichteten Immobilien beauftragt. In der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung (Ustea) hatte Geschäftsführer Ralf Beßler am Montagabend Nachrichten für die Kommunalpolitiker, die Anlass zur Hoffnung geben.

Interessenten aus Werdohl und Altena

Es gebe zwei ernsthafte Interessenten – einen aus Werdohl und einen aus Altena –, die sich vorstellen könnten, den gesamten Komplex zu kaufen, sagte Beßler, freilich, ohne Namen zu nennen. Dem Eigentümer wäre das nach Beßlers Darstellung wohl die liebste Lösung, könnte er sich von der Immobilie doch auf einen Schlag trennen. Allerdings sagte Beßler auch: „Das ist eine erstklassige Fläche, aber diese Größenordnung braucht natürlich nicht jeder.“ Was der Immobilienmakler nicht sagte, was aber auf der Hand liegt: Nicht jeder Interessent wird sich den gesamten Komplex leisten können. Vor ein paar Wochen hatte Beßler „zwischen neun und zehn Millionen Euro“ als Preis für den Standort aufgerufen, den der Schweizer Konzerns Georg Fischer 1999 von der damaligen Mössner-Gruppe übernommen hatte. Deshalb gebe es auch Anfragen von weiteren Unternehmen, die sich vorstellen könnten, einen Teil der Flächen oder Hallen zu nutzen.

Es zeichnet sich also ab, dass die Fabrikhallen, in denen etwa 300 Mitarbeiter von Georg Fischer noch bis vor wenigen Monaten aus Aluminium-Druckguss Motor- und Getriebegehäuse für Autos und Lastwagen produziert haben, nicht mehr allzu lange leerstehen könnten. Der Ustea-Vorsitzende Jürgen Henke (SPD) äußerte sich deswegen auch verhalten optimistisch: „Es wäre ja zu begrüßen, wenn dort wieder produzierendes Gewerbe angesiedelt werden könnte.“

Hallenbad am Riesei wird nicht mehr gebraucht

Ein paar Nummern kleiner ist eine andere Fläche im Stadtgebiet, die demnächst einer neuen Nutzung zugeführt werden könnte. Sie liegt 1800 Meter Luftlinie vom ehemaligen Georg-Fischer-Werk entfernt an der Carl-Diem-Straße: Es handelt sich um die Grundstücke, auf denen das alte Hallenbad steht und wo die Stadt Werdohl einen Grünabfall-Platz unterhält. Das Hallenbad wird seit der Eröffnung des neuen Schwimmbades in Ütterlingsen nicht mehr gebraucht, aber noch ist völlig offen, was aus der gut 50 Jahre Immobilie werden soll.

Das ehemalige Hallenbad auf dem Riesei.

Nun gibt es aber offensichtlich einen Interessenten für das Grundstück, wie man aus einer Äußerung des WBG-Ratsherrn Klaus-Dieter Frick in der Ustea-Sitzung schließen kann: Es gebe ein Werdohler Unternehmen, das expandieren möchte und deshalb ein Auge auf das Hallenbad-Grundstück am Riesei geworfen habe, behauptete er. Bürgermeister Andreas Späinghaus (SPD) bestätigte das. Es habe sogar schon ein Gespräch mit dem Interessenten stattgefunden. Allerdings seien noch einige Hindernisse aus dem Weg zu räumen, betonte der Bürgermeister.

Flächennutzungsplan müsste geändert werden

Eines dieser Hindernisse ist die wegen seiner Lage im Außenbereich auf sportliche Zwecke beschränkte Nutzung des Grundstücks. Um es gewerblich nutzen zu können, müssten für das Gebiet der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden – inklusive Umweltbericht und Artenschutzprüfung sowie gegebenenfalls weiterer Gutachten. Diese Möglichkeit hat die Stadtverwaltung dem Ausschuss am Montag auch aufgezeigt.

Allerdings nähme dieses Prozedere Zeit in Anspruch: „Es ist mit einer Verfahrensdauer von bis zu zwei Jahren zu rechnen“, konnten die Ausschussmitglieder in ihren Unterlagen nachlesen. Nach Darstellung von Bürgermeister Späinghaus würde dieser zeitliche Aufwand den Interessenten aber wohl nicht abschrecken. Er sei wohl bereit, so lange zu warten, lautete seine Einschätzung.

Bürgermeister sieht zunächst die Bäderbetriebe am Zug

Den ersten Schritt müssten nach Einschätzung des Bürgermeisters aber die Bäderbetriebe als Eigentümer des Grundstücks mit dem darauf stehenden alten Hallenbad machen. Sie müssten bei der Stadt einen Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplans stellen, sagte Späinghaus.

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