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Wieder Aufzüge defekt ‒ kommt jetzt die große Lösung?

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Von: Volker Griese

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Zwei der drei Aufzüge am Werdohler Bahnhof sind derzeit nicht funktionsfähig. Es handelt sich um den Fahrstuhl an der Vosslohstraße (links) und um den, mit dem Reisende den Bahnsteig erreichen beziehungsweise verlassen können (Bildmitte).
Zwei der drei Aufzüge am Werdohler Bahnhof sind derzeit nicht funktionsfähig. Es handelt sich um den Fahrstuhl an der Vosslohstraße (links) und um den, mit dem Reisende den Bahnsteig erreichen beziehungsweise verlassen können (Bildmitte). © Volker Griese

Reisende am Werdohler Bahnhof ärgern sich in diesen Tagen über defekte Personenaufzüge – wieder einmal. Die Episoden über die nicht funktionierenden Fahrstühle, mit denen man eigentlich den Bahnsteig erreichen beziehungsweise verlassen können soll, reihen sich zu einer unendlichen Geschichte aneinander.

Werdohl ‒ Ja, es sei bekannt, dass am Werdohler Bahnhof derzeit zwei Aufzüge nicht benutzt werden könnten, sagte ein Bahnsprecher auf Nachfrage. Dabei handele es sich um den mittleren Aufzug, der die Gleisüberführung mit dem Bahnsteig verbindet, und um den Aufzug an der Vosslohstraße. „Wir haben es da an einem Aufzug mit Vandalismus zu tun, am anderen haben wir ein Feuchtigkeitsproblem“, sagte der Sprecher der Deutschen Bahn am Dienstag zu den Ursachen der Störungen.

Eine Lösung hat die Bahn offensichtlich noch nicht gefunden. Für diese Woche sei ein Termin mit dem Aufzughersteller anberaumt, sagte der Bahnsprecher. Das klingt nicht nach einer schnellen Behebung der Probleme. Reisenden wäre allerdings auch schon ein wenig geholfen, wenn am einzigen noch funktionsfähigen der drei Aufzüge ein Hinweis angebracht würde, dass die beiden anderen Aufzüge nicht benutzt werden können. Dann wäre für sie frühzeitig klar, dass sie sich eventuell gar nicht erst auf den Weg zum Bahnsteig machen müssen.

Der Bahnsprecher räumte ein, dass die Situation in Werdohl für Bahnreisende derzeit unbefriedigend sei. „Solange die Züge dort nicht barrierefrei erreichbar sind, müssen Reisende eventuell auf andere Bahnhöfe ausweichen“, riet er. Alternativen seien Altena und Plettenberg.

Darüber hinaus empfiehlt die Bahn ihren Fahrgästen, sich vor Fahrtantritt über die barrierefreien Möglichkeiten auf den Bahnhöfen entlang ihrer Fahrtroute zu informieren. Auf der Internetseite www.bahnhof.de beispielsweise könne die aktuelle Verfügbarkeit von Personenaufzügen kontrolliert werden. Auch die kostenlose Smartphone-App DB Bahnhof live liefere eine Liste aller Aufzüge, in der zu sehen ist, ob der jeweilige Aufzug in Betrieb ist und zu welchen Gleisen er führt.

Der Bahnsprecher wies außerdem auf die Mobilitätsservice-Zentrale der Deutschen Bahn hin, die bei der Planung einer möglichst barrierefreien Reise helfe und unter der Rufnummer 0 30/65 21 28 88 erreichbar sei.

Die defekten Aufzüge verärgern Bahnreisende in Werdohl im Prinzip von Anfang an. Im August 2006 installiert, gab es schon eine Woche später die erste Panne, als drei Personen für 45 Minuten im Aufzug feststeckten. Und so ging es weiter. Nicht immer waren es jedoch technische Mängel, wenn die Aufzüge ihren Dienst versagten. Des Öfteren dürften es Mutwilligkeit oder Vandalismus gewesen sein, die die Aufzüge zum Stillstand gebracht haben. 2015 berichtete ein Techniker der Deutschen Bahn, dass fünf Prozent der Störungen auf technische Defekte zurückzuführen seien. 95 Prozent der Störungen seien eindeutig Folge von Vandalismus.

Zeitweise waren die Aufzüge komplett außer Betrieb, weil die Bahn nach Ursachen für die immer wieder auftretenden Störungen suchen musste oder weil Ersatzteile für die beschädigte Anlage fehlten. 2019/20 hat die Bahn dann den Aufzug erneuern lassen, der den Park&Ride-Parkplatz auf der innerstädtischen Seite des Bahnhofs mit der Gleisüberführung verbindet. Seitdem habe eine Verfügbarkeit von 99 Prozent erreicht werden können, hieß es Ende 2021 von Seiten der Bahn.

Für den mittleren Aufzug zum Bahnsteig und für den Aufzug an der Vosslohstraße stellte deshalb NRW-Bahnchef Werner J. Lübberink im November 2021 in einer Antwort auf eine Resolution des Werdohler Stadtrates einen Komplettaustausch für das Jahr 2023 in Aussicht. Gut möglich, dass die Bahn jetzt also gar nicht mehr in eine Reparatur der derzeit defekten Fahrstühle investiert, sondern gleich neu bauen lässt. Nach den Erfahrungen mit der Erneuerung des ersten Aufzugs, die fast ein Jahr gedauert hat, müssen sich Reisende in diesem Fall aber wohl wieder auf eine längere Zeit ohne barrierefreie Erreichbarkeit des Werdohler Bahnsteigs einstellen.

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