Wichtige Daten erwartet

Sophie Bunse aus Lüdenscheid gehört zu den Kräften, die den Fahrzeugverkehr in Werdohl zählen.

WERDOHL ▪ Alle fünf Jahre findet sie im gesamten Bundesgebiet statt – die obligatorische Verkehrszählung auf Autobahnen, Bundes-, Land- und Kreisstraßen sowie auf besonders hoch belasteten kommunalen Hauptverkehrsverbindungen.

Sie ist Basis für Aussagen über die Verkehrsentwicklung und -stärken. Die ermittelten Daten bilden zudem die Grundlage für die Planung neuer Straßen, verkehrsbeeinflussender Einrichtungen sowie großflächiger Reparatur- oder Sanierungsmaßnahmen an bereits bestehenden Fahrbahnen.

Je nach Verkehrsbelastung könne daraus abgeleitet werden, „wie dick die Asphaltschicht sein muss, die eingebaut werden soll“, so Lutz Thomas vom Landesbetrieb Straßen NRW, der allein in seinem Zuständigkeitsbereich über 800 Zählstellen eingerichtet hat, darunter neun in Werdohl.

War der Landesbetrieb bei den Zählungen in den Jahren 2000 und 2005 durch Kräfte der Stadt Werdohl unterstützt worden, so bedient man sich jetzt eines Ingenieurbüros, das entsprechende Kräfte angeheuert hat, die auf Strichlisten vermerken, wie sich das Verkehrsaufkommen entwickelt. Seit April läuft die Aktion; abgeschlossen wird sie im September.

Zählstellen sind – jeweils in beiden Fahrtrichtungen – an der B 229 in Eveking, ober- und unterhalb des Haus Werdohl, an der B 236 an der Gaststätte Brinker, an der Schlacht sowie in Höhe des Rathauses ausgewiesen. Hinzu kommen noch zwei Posten für den Nordheller Weg (L 655).

Die angeheuerten Mitarbeiter – vielfach Studenten – notieren Radfahrer, motorisierte Zweiräder, Personenwagen, Omnibusse, Kleintransporter bis 3,5 Tonnen, Lastwagen über 3,5 Tonnen ohne Anhänger sowie Glieder- und Sattelzüge.

Um eine möglichst umfassende Übersicht für einen größeren Zeitraum zu erhalten, werden die Zähler an zwei Normalwerktagen (vormittags und nachmittags), an ebenfalls zwei Ferienwerktagen sowie an zwei Freitagen und Sonntagen eingesetzt. Gezählt wurde und wird über jeweils drei Zeitstunden. Die ermittelten Daten werden später bei der Auswertung auf 24 Stunden hochgerechnet, erläuterte Lutz Thomas auf Nachfrage.

Ergebnisse, die vielleicht eine Tendenz hinsichtlich der Veränderung der Verkehrsbelastungen auf den Werdohler Straßen in positiver oder negativer Hinsicht erkennen lassen, gibt es noch nicht. Erst Ende dieses Jahres, so Lutz Thomas, sei mit ersten Zwischenergebnissen zu rechnen. Die genauen Zahlen erwarte man dann Mitte 2011.

Spannend wird es allemal aus Werdohler Sicht, denn subjektiv betrachtet ist das Verkehrsaufkommen weiter gestiegen. Das gilt insbesondere für Kleintransporter, Lastwagen über 3,5 Tonnen sowie Last- und Sattelzüge. Ablesbar war eine solche Entwicklung schon 2005 im Vergleich zu den fünf Jahre zuvor ermittelten Zahlen.

Damals hatte der inzwischen ehemalige Fachbereichsleiter Jochen Helmecke den Kommunalpolitikern vorgerechnet, dass der Lkw-Verkehr insgesamt in Teilbereichen um rund 21 Prozent und in der Spitze sogar um 46 Prozent. An der Zählstelle Gaststätte Brinker) zugenommen habe.

Das waren zwei herausragende Resultate. Bei Auswertung aller Zählstellen kam immer noch ein Anstieg des Lkw-Verkehrs (über 3,5 Tonnen) um 19 Prozent heraus. Ob die Maut auf den Autobahnen sich ausgewirkt hat, blieb damals Spekulation. Lediglich bei den Kleintransportern verringerte sich seinerzeit das Aufkommen, was allerdings im Rathaus darauf zurückgeführt wurde, dass zwei Kurierdienste seit dem Jahr 2000 ihren Betrieb eingestellt hatten.

Und noch eine beeindruckende Zahl: Während der acht in 2005 durchgeführten Zähltage hatten 135 859 Fahrzeuge die Posten in Werdohl passiert – ein Prozent weniger, als fünf Jahre vorher. Die höchste Verkehrsfrequenz überhaupt gab es am Einmündungsbereich der beiden Bundesstraßen an der Rathausbrücke. Hier waren die ermittelten Werte in beiden Richtungen jeweils fünfstellig und lagen noch deutlich über den bei Brinker gezählten Fahrzeugen.

Rainer Kanbach

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