Westpark spaltet weiter: Kritiker lassen Wasser untersuchen und schlagen Alarm

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Westpark-Kritiker fordern, dass für den künstlichen Bachlauf Trinkwasser eingesetzt werden soll. 

Werdohl - Der Westpark, Werdohls neues Freizeitareal, war und ist umstritten. Die einen haben ihn inzwischen lieben gelernt, die Kritiker aber wollen nicht verstummen. Sie bemängeln jetzt, dass das Wasser des künstlichen Bachlaufes mikrobiologisch verunreinigt sei, und warnen davor, Kinder darin spielen zu lassen.

Im Rathaus bleibt man gelassen. Am Dienstag fanden sich plötzlich Schilder an verschiedenen Stellen des Westparks: Das Wasser im Wasserspielplatz entspreche nicht den Voraussetzungen nach der Badewasserverordnung, ein Test habe eine hohe Keimbelastung ergeben, war dort zu lesen. 

Offensichtlich hatte ein Gegner des Westparks eine Wasserprobe entnommen und sie in einem Berliner Institut auf die Eignung als Trinkwasser untersuchen lassen. Kostenpunkt nach Informationen der Redaktion: 89 Euro. Das Ergebnis der Untersuchung, das der Redaktion vorliegt, ist auf den ersten Blick erschreckend: Sowohl die Konzentration von Enterokokken, die Infektionen auslösen können, als auch der Anteil an coliformen Bakterien sei „auffällig“, heißt es darin. Alle anderen Untersuchungsergebnis sind laut Analyse „unauffällig“. 

Auftraggeber aus Umfeld der Bürgerinitiative

Die Auftraggeber der Untersuchung, die aus dem Umfeld der Bürgerinitiative stammen, die seinerzeit das Bürgerbegehren gegen den Westpark angestrengt hat und damit gescheitert ist, schließen daraus, dass Kinder in diesem Wasser besser nicht spielen sollten. 

Das sieht Thomas Schroeder, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Stadtverwaltung, ganz anders: „Im Grunde genommen, bescheinigt uns diese Analyse eine für ein Fließgewässer ausgezeichnete Badewasserqualität“, sagte er auf Nachfrage. 

Wie kommt es so zu derart unterschiedlichen Einschätzungen? Es lohnt sich ein Blick aufs Detail: Untersucht wurde, ob sich das Wasser als Trinkwasser eignen würde – das verneint das Untersuchungsergebnis. Schroeder spricht von Badewasser – und dafür liegen die Grenzwerte, was das Vorkommen der genannten Bakterien angeht, deutlich höher. Um darin zu baden oder zu planschen, wäre es also geeignet. Deshalb sagt Schroeder: „Die Kritiker legen die falschen Maßstäbe an.“ 

Muss Trinkwasser eingesetzt werden?

Die Kritiker, zu denen auch der Westpark-Gegner André Steckhan gehört, fordern, dass auf dem Wasserspielplatz Trinkwasser eingesetzt werden müsse. Auch das sieht Schroder differenzierter: „Wir müssen dort kein Trinkwasser zur Verfügung zu stellen, dürfen aber nicht den Eindruck erwecken, dass es sich um Trinkwasser handelt“, sagt er. Dies habe unter anderem dazu geführt, dass bei der Auswahl der Wasserspielgeräte eine Schwengelpumpe aussortiert worden sei. Schroeder: „Das hatte suggeriert, dass man das Wasser trinken kann.“ 

Auf den Gedanken, dass man das Wasser, dieses einem natürlichen Bach nachempfundenen Wasserspielplatzes, ohne Weiteres trinken kann, dürfte auch eigentlich niemand kommen. Doch sollte die Stadt nicht trotzdem ein Hinweisschild anbringen, um ganz deutlich zu machen, dass es sich nicht um Trinkwasser handelt? „Grundsätzlich sehen wir gar keine Notwendigkeit Gefahren abzuwehren“, sagt Schroeder. Das Risiko, dem man sich aussetze, wenn man das Wasser trinke, sei nur gering. Über ein Hinweisschild könne man aber noch einmal nachdenken, räumt er ein. 

Stadt wird Warnschilder nicht dulden

Die am Dienstag an Mülleimern und Bäumen im Westpark angebrachten Warnschilder hingegen könne die Stadt nicht dulden. „Die verunsichern die Menschen nur, da werden Ängste geschürt“, kritisiert Schroeder. Der Baubetriebshof habe deshalb bereits gestern den Auftrag erhalten, die Schilder zu entfernen.

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