Kraftwerksgelände Elverlingsen

Werkskatze wohnt im Pförtnerhäuschen

Pförtner und Katze
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Werkskatze Lilly und Pförtner Wolfgang Maas verstehen sich gut.

Werkskatze Lilly wohnte früher in der Siedlung Elverlingsen. Inzwischen ist sie umgezogen.

Werdohl - Lilly sitzt hinter der leicht getönten Scheibe im Pförtnerhaus Elverlingsen und beobachtet bewegungslos die vorbeifahrenden Lastwagen. Nur die Ohren drehen sich, wenn jemand in das kleine Gebäude am Eingang zum Kraftwerksgelände eintritt. Lilly gehört ganz offiziell zur Familie, alle hier lieben „ihre“ Werkskatze.

Im Pförtnerhaus arbeiten Karina Fehr und Wolfgang Maas. Die beiden sind beim Wachdienst Sauerland angestellt, sie übernehmen die Arbeiten im Auftrag der Enervie-Tochter Mark-E. Fehr und Maas sind sozusagen die Eltern von Lilly. Der 54-jährige Maas ist Altenaer und arbeitet seit 2002 in Elverlingsen an der Pforte, seine Kollegin Fehr kommt schon seit genau 20 Jahren täglich aus Menden ins Lennetal.

Lilly gehörte ursprünglich einem Kraftwerker, der in der Siedlung wohnte. Als der Mann wie alle anderen auch die Siedlung verlassen musste, wollte Lilly in Elverlingsen bleiben. Der Katzenbesitzer zog nach Werdohl, mittlerweile ist er verstorben. Katzen sind ortstreuer als Hunde, die viel mehr auf den Menschen fixiert sind. Lilly wurde schon gesichtet, als sie von ihrem Platz an einem Kellerfenster die Siedlung bewachte.

„Ich weiß es ganz genau. Am 15. November 2015 habe ich unsere Lilly zum ersten Mal gefüttert. Sie suchte nach Fressen in der Mülltonne“, erinnert sich Karina Fehr. Sie hält zuhause in Menden selbst eine Katze und kennt sich aus mit den Bedürfnissen der Tiere. Auch Wolfgang Maas hält privat zwei Katzen und hat ein großes Herz: „Sie reckte ihren Popo in die Luft beim Versuch, was aus der Tonne zu holen.“

Nachdem die Katze mit Trockenfutter überzeugt werden konnte, wählte sie Maas und Fehr als ihre neuen Menschen aus und ließ sich im Pförtnerhaus nieder.

Karina Fehr verlor den Kampf um einen bestimmten Stuhl: „Wenn ich mich setzen wollte, sprang sie im letzten Moment drauf.“ Fehr hat noch einen Stuhl, und Katze Lilly thront in ihrem. Auch die Arbeiter der Instandsetzung kennen ihre Lilly aus der Zeit, als sie noch Wurst und Frikadellen vom Frühstück stibitzte. Die Zeiten sind vorbei, seit sie von Fehr und Maas mit Futter und allem anderen versorgt wird. Sogar der Standortverantwortliche Norbert Stenns ist im Bilde und kennt Lilly, die Elverlingser Werkskatze.

Noch bis vor zweieinhalb Jahren war das Pförtnerhaus rund um die Uhr mit mehreren Mitarbeitern besetzt. Nach Abschalten des Kraftwerks teilen sich Fehr und Maas Früh- und Spätschicht, nachts und an Wochenende muss Lilly draußen übernachten. Für sie gibt es hinter dem Haus einen Schlafplatz.

Im Pförtnerhaus werden vor allem die ein- und ausfahrenden Lkw gewogen und registriert sowie Besucher und Mitarbeiter von Fremdfirmen empfangen.

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