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Werdohlerin übernimmt: Seniorenheim unter neuer Leitung

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Von: Volker Heyn

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Linda Scholz hat am 18. Juli die Einrichtungsleitung des Wichernhauses übernommen. Die 38-jährige Werdohlerin hat Vorstellungen, wie sie die Arbeit für die Bewohner im Haus noch weiter verbessern möchte.
Linda Scholz hat am 18. Juli die Einrichtungsleitung des Wichernhauses übernommen. Die 38-jährige Werdohlerin hat Vorstellungen, wie sie die Arbeit für die Bewohner im Haus noch weiter verbessern möchte. © Volker Heyn

Das Werdohler Seniorenheim Wichernhaus ist seit ein paar Tagen unter neuer Leitung. Offiziell in ihr Amt eingeführt wird die neue Chefin aber erst in rund vier Wochen.

Werdohl ‒ Die 38-jährige Werdohlerin Linda Scholz hat Mitte Juli die Einrichtungsleitung des evangelischen Wichernhauses am Rader Weg übernommen. Das ist ein Glücksfall für alle Beteiligten: In Zeiten von personellen Schwierigkeiten in der Pflege hat die Perthes-Stiftung eine qualifizierte und verhältnismäßig junge Frau gefunden, die zudem ganz aus der Nähe ist und sich gut im Umfeld auskennt.

Auch für Linda Scholz, die noch ein zweijähriges Kind im Kindergarten Budenzauber hat, passt der Job: Beruf und Familie kann sie zusammen mit ihrem Mann unter einen Hut bringen, weil sie nur ein paar Autominuten von der Arbeit entfernt wohnt. Auch zeitlich glückliche Umstände führten zu dieser guten Lösung.

Die frühere Leiterin Karin Medenbach hatte das Haus überraschend und ohne Bekanntwerden von Gründen Mitte 2021 verlassen, kurz darauf ging auch die damalige Pflegedienstleiterin. Von jetzt auf gleich stand die Perthes-Stiftung ohne eine Nachfolge in der Leitung da und setzte für eine Übergangslösung Birgit Frerkes vom Mendener Jochen-Klepper-Haus ein.

Parallel dazu begab man sich bei Perthes auf die Suche nach einer neuen Leitung für die 25 Mitarbeiterinnen und 75 Bewohnerinnen und Bewohner. Linda Scholz ist Werdohlerin und besuchte die Realschule am Köstersberg. Nach der Schule entschied sie sich, am Fachseminar in Lüdenscheid bei Sylvio Wienbeck (heute leitet er die Werdohler Pflegeschule) eine Ausbildung zur Altenpflegerin zu machen. Eine Weiterbildung zur Praxisanleiterin und eine gerontopsychologische Qualifikation schlossen sich an, bis sie auch die Ausbildung zur Pflegedienstleitung durchlief. „Ich habe insgesamt sieben Jahre in meine Ausbildung investiert“, zählt die zweifache Mutter auf. Seit neun Jahren arbeitet sie bei Perthes, zuletzt im Lüdenscheider Dietrich-Bonhoeffer-Haus.

Nach der Babypause für den Nachzügler begann sie wieder in Lüdenscheid als stellvertretende Pflegedienstleiterin und wurde dort auf die freie Stelle der Pflegedienstleitung in der Werdohler Perthes-Einrichtung aufmerksam gemacht. „Man hat mich gefragt, ob ich mir die Pflegedienstleitung in Werdohl vorstellen könnte.“

Die Perthes-Leute und das Team vom Wichernhaus mit Birgit Frerkes kamen mit Linda Scholz zusammen, alles passte, und so übernahm sie zum 1. Dezember 2021 die Pflegedienstleitung im Wichernhaus.

Der Schritt zu Einrichtungsleitung schien unausgesprochen vorgezeichnet, Scholz: „Irgendwann war für Frau Frerkes und mich klar, dass ich mir auch die Hausleitung vorstellen könnte.“ Die Werdohlerin schrieb eine Bewerbung, alle Gremien stimmten zu und seit dem 18. Juli leitet sie das evangelische Altenhilfezentrum Wichernhaus. Gleichzeitig musste auch die Pflegedienstleitung neu besetzt werden, diese Aufgabe hat Laura Wunderlich übernommen, die von einem anderen Haus nach Werdohl gekommen ist.

Trotz der allgemein angespannten Lage in der Pflege laufe es gut im Wichernhaus. Ausnahmslos alle seien geimpft, was nicht selbstverständlich ist. „Und von Mai bis jetzt haben wir drei neue examinierte Kräfte gewinnen können“, so Scholz. Es habe sich alles gut gefügt, im Bereich der Pflegehelferinnen bestehe noch Bedarf.

Altenpflege sei ein Beruf, der besondere Liebe zu den Menschen verlange. Scholz: „Die Grundeinstellung lernt man nicht, die muss man in sich haben.“ Vielleicht mehr als bei anderen Jobs sei es wichtig, dass die Neueinstellung in das Umfeld des Hauses mit Mitarbeiterinnen, Bewohnern und Hausstandards passe. Bei examinierten Kräften sei klar, dass sie sich voll und ganz für den Beruf entschieden hätten, bei Hilfskräften müsse man genauer hinsehen, ob man zueinander passe. „Das weiß man vor der Einstellung nicht unbedingt, aber dafür gibt es ja die Probezeit.“

Obwohl ein Neuling im Haus, will sie behutsam ihren eigenen Stil einbringen. Gemeinsam mit der neuen Pflegedienstleiterin Laura Wunderlich werde sich etwas ändern in der nächsten Zeit. Scholz: „Ich habe schon so ein paar Sachen im Kopf, die ich verändern möchte.“

Das Wichernhaus sei und bleibe ein Haus, in dem ein gutes Arbeitsklima herrsche, wo man gerne arbeite und wo „Mama oder Papa“ gut aufgehoben seien. Mit so einer Stabilität sei viel gewonnen im schwierigen Geschäft der Altenpflege.

Linda Scholz wird am Samstag, 27. August, feierlich in ihr neues Amt eingeführt. Die Segenshandlung findet im Festsaal des Wichernhaus statt.

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