Jugendliche will nichts gehört haben

Eine 19-jährige Werdohlerin streitet den Vorwurf des Amtsgerichts in Altena ab, auf dem Parkplatz des Getrud-Bäumer-Kollegs in Lüdenscheid einen Sachschaden von 900 Euro verursacht zu haben.

Werdohl -   19 Jahre jung war die Angeklagte, und vielleicht wäre es besser gewesen, wenn sie vor Gericht ihr Gedächtnis aufgefrischt hätte. Denn laut Aktenlage beschrieben Zeugen den Anstoß auf dem Parkplatz des Gertrud-Bäumer-Kollegs in Lüdenscheid als heftig.

„Es hat gekracht – so gekracht, dass man das hätte hören müssen“, fasste Richter Dirk Reckschmidt den Eindruck nach Aktenstudium zusammen. Einen Schaden von fast 900 Euro verursachte die Werdohlerin, doch im Amtsgericht Altena versicherte sie: „Ich habe das nicht gemerkt.“

Der Richter legte mit einem weiteren Detail der Ermittlungen nach: Die Beifahrerin hatte von einem Gespräch mit der Angeklagten darüber berichtet, „dass es möglicherweise einen Anstoß gegeben hatte“. Belastende Hinweise, die den Richter veranlassten, eine „jugendlich-blöde Reaktion“ zu vermuten und zu mahnen: „Mit dem konsequenten Wegleugnen können wir hier schlecht umgehen.“

Rechtsanwalt Andreas Klose ging daraufhin mit seiner Mandantin und ihrem Vater in Klausur, doch auch die Aussicht auf eine moderate Jugendstrafe mit Sozialstunden und einem Verkehrserziehungskurs half dem Gedächtnis der jungen Frau nicht auf die Sprünge. Das „volle Programm“ soll nun bei einer weiteren Sitzung Licht ins Dunkel bringen. Das heißt, es werden Zeugen vernommen, und möglicherweise wird auch ein recht teures Gutachten in Auftrag gegeben. - thk

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare