Martina Kluge liebt das Akkordeon

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Martina Kluge mit  einem Akkordeon.

Werdohl - „Ich wollte niemals etwas anderes als Akkordeon lernen“, sagt Martina Kluge. Bereits als Kind übte dieses Musikinstrument auf die Werdohlerin eine ganz besondere Faszination aus. Heute ist die 56-Jährige selbst Lehrerin für Akkordeon und Steirische Harmonika.

Martina Kluge ist in Neuenrade aufgewachsen und lernte das Instrument in jungen Jahren kennen: Ihr Vater Gerd Kluge spielte Akkordeon, und spielt heute im Alter von 82 Jahren immer noch. „Und als ich klein war, kam kein Kind in Neuenrade an Werner Kaiser vorbei“, erinnert sie sich lächelnd. Kaiser hat sich um die Akkordeon-Musik besonders verdient gemacht und viele Schüler an diesem Instrument ausgebildet.

Im Alter von acht Jahren – für damalige Verhältnisse war sie relativ jung – durfte Martina Kluge ihre erste Unterrichtsstunde nehmen. „Bis zu meinem 40. Lebensjahr habe ich das Akkordeonspielen als Hobby betrieben“, berichtet die Werdohlerin. Doch schon in dieser Zeit war sie regelmäßig mit verschiedenen Orchestern unterwegs. Gut erinnert sich Martina Kluge an das Konzert in Neuenrade, das ihr Leben verändern sollte: „Es war einfach miserabel“, weiß die heutige Akkordeonlehrerin noch genau. Und natürlich hat sie noch den Kommentar der Mutter der damaligen Ensemble-Leiterin Christiane Preckel im Ohr: „Wenn ihr nicht übt, kann auch nichts dabei herumkommen.“

Das nahm sich die Musikerin zu Herzen – und beschäftigte sich künftig bis zu zwei Stunden täglich mit dem Instrument. Sie entdeckte die Popularmusik für sich, und ihr Spiel gewann an Professionalität. Schließlich wurde Martina Kluge Mitglied in der Landesakkordeon-Big-Band Hessen und im Bundesakkordeon-Orchester. Doch die Musikerin – sie war zu diesem Zeitpunkt noch als Führungskraft in der Commerzbank tätig – war nicht mehr zu bremsen: 2010 belegte sie nebenberuflich einen Studiengang am Hohner-Konservatorium in Trossingen. „Nach drei Jahren Studium habe ich meine Arbeitszeit in der Bank reduziert“, berichtet sie.

Während dieser Zeit geriet sie – eher zufällig – an „die kleine Schwester des Akkordeons“, die heute ihren Alltag mitbestimmt: die Steirische Harmonika. „Das Spiel hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich mir auch ein solches Instrument gekauft habe“, erzählt Kluge. Und nicht nur das: „Ich habe mich sozusagen im Urlaub von Professor Florian Michlbauer am Attersee zur Harmonikalehrerin ausbilden lassen“, sagt die 56-Jährige. Sie sei dann die erste Absolventin gewesen, die während des Abschlusskonzertes am Hohner-Konservatorium auf der Steirischen Harmonika spielen durfte. 2016 beendete Kluge ihre Ausbildung in Trossingen und trat 2018 als Bankerin in den Vorruhestand ein.

Schon vor ihrem Abschluss war sie als Dozentin an der Musikschule Lennetal tätig. Der größte Wunsch der Musikerin ist jetzt, möglichst viele Menschen für das Akkordeon oder die Harmonika zu begeistern. „Es gibt kein kompletteres Instrument als das Akkordeon“, stellt sie augenzwinkernd fest und sagt: „Diese Ansicht mag vielleicht nicht jeder Instrumentalist teilen, aber welcher Musikant kann schon gleichzeitig Melodie und Begleitung spielen und sein Instrument auch noch im Rucksack mitnehmen?“

Das folkloristische Nischendasein hätten diese Handzuginstrumente längst hinter sich, erklärt die 56-Jährige, die selbst besonders die Popularmusik – also New Musette, Tango, Jazz-Standards und Swing – liebt und inzwischen ganz offiziell über Verlage Arrangements für Akkordeonorchester erstellt. Kluge schwärmt: „Man kann das Akkordeon alleine spielen oder im Orchester. Und es ist möglich, sämtliche Stilrichtungen zu spielen.“

Die Steirische Harmonika stellt Martina Kluge am 29. September im Rahmen eines Schnupperworkshops vor, das Akkordeon am 6. Oktober. Interessierte erhalten unter Tel. 0 23 92 /18 00 71 weitere Infos.

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