Werdohlerin erhält Stipendium

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Freuen sich mit Jealan: Schulleiter Bernd Bunge (r.) und Klassenlehrer Thorsten Leppert. Beide begleiteten die 16-Jährige zur Urkundenverleihung nach Düsseldorf. ▪

WERDOHL ▪ Jealan Al Mohammad hat es geschafft. Die 16-jährige Werdohlerin ist in die Start-Stiftung aufgenommen worden, die es sich zum Ziel gesetzt hat, engagierte und leistungsstarke Schüler mit Migrationshintergrund aus Nordrhein-Westfalen auf ihrem Weg zum Abitur zu unterstützen. Aus den Händen von Schulministerin Sylvia Löhrmann erhielt die Realschülerin gestern in Düsseldorf ihre Aufnahmeurkunde.

Lehrer Thorsten Leppert hatte die Zehnklässlerin gemeinsam mit sieben weiteren ihrer Klassenkameraden für das Stipendium vorgeschlagen. Von den mehr als 1000 Bewerbern, die sich einem dreistufigen Auswahlverfahren stellen mussten, ergatterte Jealan einen der begehrten 50 Plätze. Eine weitere ihrer Klassenkameraden schaffte es bis in die letzte Runde, einem Auswahlgespräch vor einer vierköpfigen Jury in Wuppertal.

Neben ihren sehr guten schulischen Leistungen – ihr jüngster Zeugnisdurchschnitt lag bei 1,5 – engagiert sich Jealan nach dem Unterricht. „Ich bin in der Hausaufgabenbetreuung für die Fünft- und Sechstklässler aktiv und spiele Trompete im Schulorchester“, sagt sie. Zudem singt sie im Schulchor und ist Mitglied der Musical-AG in der Realschule.

„900 Bewerber erfüllten die Eingangskriterien für die Aufnahme in die Stiftung“, so Klassenlehrer Thorsten Leppert, der sehr stolz auf seine Schülerin ist. Gemeinsam mit Schulleiter Bernd Bunge, Jealans Eltern und ihrer Schwester, begleitete er seinen Schützling in die Landeshauptstadt.

100 Euro monatlich bekommt Jealan, die in Syrien geboren wurde, von der Stiftung. Dieses Geld sei für die Weiterbildung bestimmt, so die Schülerin, die von der Förderung Klavierunterricht nimmt. „Das wollte ich schon immer machen“, berichtet sie. Doch dafür habe das Geld zu Hause – Jealan hat fünf weitere Geschwister – bisher gefehlt.

Neben der finanziellen Unterstützung hat sich die Start-Stiftung, ein Projekt der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, auch die ideelle Förderung ihrer Stipendiaten auf die Fahnen geschrieben. „Jährlich werden zwei Pflichtseminare angeboten, hinzukommen freiwillige Workshops“, erklärt die Zehnklässlerin. In den Ferien nimmt sie an einer Herbstakademie teil. Im Mittelpunkt stünden dann Ausdruck und freies Schreiben. An einem Rhetorik-Seminar hat sie auch schon teilgenommen.

Nach dem Realschulabschluss will Jealan Abitur machen. „Kriminalpolizistin ist mein Traumberuf“, sagt die Jugendliche, die ohne Deutschkenntnisse in die Grundschule kam und seit elf Jahren in Deutschland lebt. ▪ ute

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