Festnahme in Lüdenscheid

Werdohler zündelt mehr als 100 Mal im Südkreis

Wie hier in Nachrodt brannten in den vergangenen Monaten im gesamten Südkreis mehr als 100 Papiercontainer. Die Brandstifter aus Werdohl und Neuenrade sind nun gefasst worden.

WERDOHL/LÜDENSCHEID/MK - Die Kriminalpolizei hatte Donnerstagnacht in Lüdenscheid zwei Männer festgenommen, die in den vergangenen Monaten im märkischen Südkreis mehr als 100 Papiercontainer angezündet hatten. Sie kommen aus Werdohl und Neuenrade. 

Die Motivlage des 41-jährigen Werdohler Haupttäters und seines 31-jährigen Neuenrader Komplizens ist unklar. Beide sind geständig.

Polizeisprecher Dietmar Boronowski berichtete auf Nachfrage unserer Zeitung, dass es durch polizeiliche Fahndungs- und Ermittlungsarbeit gelungen sei, die beiden Brandstifter festzusetzen. Beide waren am Donnerstag gegen 23.30 Uhr an der Wefelshohler Straße in Lüdenscheid vorläufig festgenommen worden, nachdem sie dort drei nebeneinander stehende Altpapiercontainer angezündet hatten. Die beiden Männer seien „im Umfeld“ der Container angetroffen worden, sagte Boronowski. Auf der Wache in Lüdenscheid seien die beiden Männer „eindringlich befragt“ worden und wurden noch in der Nacht durch die Kriminalpolizei vernommen.

Durch Nacharbeit im Tagesdienst der Kripo stellte sich im Laufe des Freitags heraus, dass die beiden für Brandstiftungen an Altpapiercontainern in mehr als 100 Fällen verantwortlich sind. Der 41-jährige Werdohler und der 31-jährige Neuenrader hatten in Lüdenscheid, Herscheid, Meinerzhagen, Kierspe, Halver, Altena, Werdohl, Plettenberg und auch in Nachrodt-Wiblingwerde Papiercontainer angezündet. An viele Taten konnten sich die beiden nicht mehr genau erinnern, so dass die Zahl der Brandstiftungen erst aus der Zahl der Feuerwehreinsätze nachvollzogen werden kann. Die Fälle gehen bis ins Frühjahr zurück, Dietmar Boronowski sprach von Mai.

Beide Männer seien polizeilich wegen verschiedener Delikte bekannt, sagte Boronowski. Brandstiftung habe aber bis dato nicht zum gesetzeswidrigen Verhalten der beiden Täter gehört. Die beiden seinen unter polizeilichen Auflagen am Freitag wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Gegen sie wird ein Verfahren wegen vorsätzlicher Brandstiftung angestrengt.

Die Höhe des Sachschadens kann die Polizei derzeit nicht benennen. Mehrere Tonnen Altpapier seien verbrannt und der wirtschaftliche Verlust nur durch die Entsorgungsunternehmen zu beziffern. In Teilen des Südkreises sammelt die Firma Lobbe für den Zweckverband für Abfallbeseitigung Altpapier, in Lüdenscheid erledigt das der STL. Die Metallcontainer von Lobbe seien in der Regel nach dem Ausbrennen weiter benutzbar gewesen, die Kunstoffcontainer des STL seien oft unbrauchbar geworden.

Mehrere tausend Euro werden die unzähligen nächtlichen Feuerwehreinsätze in den Städten und Gemeinden gekostet haben. Wie hoch der Schaden für die Allgemeinheit ist, wird eventuell erst der Prozess ans Licht bringen. Die Wehrleitungen sind jedenfalls froh, dass sich die freiwilligen und hauptamtlichen Feuerwehrleute jetzt wieder auf ihre eigentlichen Aufgaben zur Brandbekämpfung konzentrieren können.

Volker Heyn

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