Werdohler zertrümmert 37-Jährigem Gesicht

Ein 36-jähriger Werdohler wurde gestern vor dem Altenaer Amtsgericht verurteilt.

WERDOHL ▪ Ein eskalierter Nachbarschaftsstreit brachte einem 36-jährigen Werdohler gestern vor dem Amtsgericht Altena eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten sowie 250 Sozialstunden ein.

Laut Anklage hatte der Angeklagte in den frühen Morgenstunden des 1. August vergangenen Jahres das 37-jährige Opfer zunächst geschubst und sich anschließend auf dessen Oberkörper gekniet. So soll der Angeklagte seinem Opfer mehrfach mit der Faust auf den Kopf und ins Gesicht geschlagen haben. Resultat: Knochenbrüche im Gesicht und Verletzungen der Augen. Vor Gericht wollte sich der Werdohler anfangs nicht äußern. Dafür sprach das Opfer. Der 37-Jährige berichtete, dass die beiden Männer bereits bei einer Geburtstagsparty am Vorabend aneinander geraten waren. Im Verlauf des Streits, bei dem es übrigens um Brötchen gegangen sei, habe ihm der 36-Jährige eine Plastikflasche mit Wasser auf den Kopf geschlagen.

Am nächsten Tag sei der Geschädigte mit seinem Hund spazieren gegangen. Plötzlich sei der Angeklagte mit den Worten „jetzt schlag ich dich tot, jetzt bring ich dich um” auf ihn zugekommen. Dann habe er nur noch zwei Schläge gemerkt, bevor er ohnmächtig zu Boden fiel. Nach der Attacke sei sein Gesicht total zertrümmert gewesen. „Auf Deutsch gesagt, ich hatte keine Nase mehr, keine Knochen mehr, nichts”, so das Opfer gestern.

Seine Verletzungen verlangten zwei Tage Behandlung auf der Intensivstation, zwei Wochen Klinikaufenthalt und mehr als sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit. Nach der Aussage des Geschädigten ergriff gestern doch der Angeklagte das Wort: „Das ist ja eine ganz andere Geschichte. Ich habe das ganz anders erlebt.” Der 36-Jährige räumte die Auseinandersetzung auf der Party ein und gab auch den Schlag mit der Flasche zu. Daraufhin sei der Geschädigte wütend geworden, und habe ihn „platt machen” wollen. Als er dem Opfer dann mit dessen Hund begegnet sei, habe er Angst vor dem Tier bekommen. Der Mann habe ihn provoziert und geschlagen. „Dann habe ich draufgeschlagen.” Dabei habe er jedoch nicht auf seinem Opfer gekniet. Dass die Schläge unangebracht waren, sah der Angeklagte immerhin ein: „Das tut mir auch leid.“

Sämtliche Zeugen sagten allerdings aus, dass der Hund friedlich geblieben und der Werdohler sehr wohl auf dem Geschädigten gekniet hatte. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Richter Dirk Reckschmidt sahen den Tatvorwurf bestätigt und schlossen eine Notwehrsituation aus.

Jana Peuckert

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