Werdohler Vereine fürchten Gebühren

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Rudi Völker (2.v.r.) wurde als Vorsitzender des Stadtsportverbandes wieder gewählt. ▪

WERDOHL ▪ Abwarten, wie der Bürgermeister und die Werdohler Gremien vorgehen werden, um die Sparauflagen, die mit der Aufnahme in den Stärkungspakt Stadtfinanzen verbunden sind, zu erfüllen und hoffen, dass es in diesem Zusammenhang nicht etwa Vereine für die Nutzung der Sporthallen zur Kasse gebeten werden – mehr bleibt den Sportvereinen derzeit nicht übrig.

„Das sind alles noch ungelegte Eier“, sagte der bei der Stadtsportverbandsitzung wiedergewählte Vorsitzende Rudi Völker. Bisher sei im Rat weder darüber gesprochen, noch darüber nachgedacht worden, bestätigte der ebenfalls erneut gewählte Sportwart Wolfgang Tigges. Wenn so eine Maßnahme auf Werdohl zukomme, dann, weil sie von der Bezirksregierung zur Auflage gemacht würde.

„Das Schwert schwebt über uns“, machte ein Versammlungsteilnehmer allerdings deutlich, in welcher Lage sich die Vereine aufgrund des auferlegten Sparkurs befinden. Eine verschuldete Kommune komme um Maßnahmen, die auch die Sportvereine treffen, wohl nicht herum.

Für die Vereine seien solche Kosten nur zumutbar, wenn sie diese auch tatsächlich stemmen könnten, sagte Rudi Völker. „Wenn dafür die Mitgliedsbeiträge erhöht werden müssen, laufen die Mitglieder weg,“ so Völkers Einschätzung. Dazu dürfe es nicht kommen, zumal die Vereine eine hervorragende Jugendarbeit leisteten. Sport-, Bewegungs- und Spielangebote würden, so betonte Völker, zu sozial verträglichen Preisen angeboten. Starke Nachfrage gebe es auch nach gesundheitsfördernden Angeboten.

Völker stellte am Donnerstag auch das Projekt „Quietschfidel“, das in fünf NRW-Städten angeboten wird und vom Landessportbund, dem Deutschen Schwimmverband unterstützt wird. In Werdohl sind unter anderem der Schwimmverein und die Schulen an der Aktion beteiligt, die dazu führen soll, die Nichtschwimmerquote zu senken.

Völker regte außerdem an, dass Vereine und Schulen verstärkt kooperieren sollten, damit die Schüler, die den offenen Ganztag besuchen, den Vereinen nicht verloren gehen. Man müsse gemeinsam einen Weg suchen, im sportlichen Sektor zusammen zu arbeiten. Völker nannte beispielsweise die Hauptschule, die sich einen Partnerverein wünschen würde.

Erfreulich sind aus der Sicht des Stadtsportverbandsvorsitzenden die Teilnehmerzahlen beim Sportabzeichen. 401 Werdohler hätten im letzten Jahr die Prüfung abgelegt, 354 Teilnehmer seien jünger als 18 Jahre gewesen. Bei den Senioren absolvierten Hans-Werner Heer und Arthur Krolzik zum 40. Mal die Sportabzeichenprüfung. Bei den Schulen belegte die Gemeinschaftsgrundschule Königsburg/Kleinhammer den ersten Platz, gefolgt von der Grundschule St. Michael und der Gesamtschule. Bei den Vereinen lag der Schwimmverein 08 Werdohl vor der Leichtathletikjugend des TuS Jahn Werdohl.

Für ihre sportlichen Verdienste geehrt wurden Uwe Krähahn, der sich beim TuS Jahn Werdohl und dem Stadtsportverband um die Finanzen kümmert, sowie Jürgen und Marion Erbstösser und Michael Krämer, die sich um die Geschicke des Motorclubs Werdohl kümmern. - Simone Benninghaus

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