Brinkmann Pumpen ist international im Geschäft

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Zerspanungsmechaniker Wolfgang Vedder bedient eine Werkzeugschleifmaschine.

Werdohl - Kulminder Singh Kang ist Monteur bei der Firma Brinkmann Pumpen. Er zeigt seinem aus Japan angereisten Kollegen, wie die Pumpen aus Werdohl funktionieren. Unsere Redaktion durfte die Fertigungsprozesse im Unternehmen beobachten.

Von der kleinen Kühlmittelpumpe für die Außenkühlung über Hebe- und Cutterpumpen bis hin zu Hochdruckpumpen deckt das Unternehmen das gesamte Spektrum der Kühlschmierstoffpumpen ab. Eingesetzt werden die Pumpen im Werkzeugmaschinenbau, in der Druckmaschinenindustrie, in der Temperiertechnik, der Industriekühlung und der Getränkeindustrie auf der ganzen Welt.

So gehören zum Beispiel zwei niederländische Brauereien zu den Kunden des Werdohler Unternehmens, in dem 200 Mitarbeiter beschäftigt sind. Die Pumpen für die Niederlande kommen dort bei der Kühlung des Bieres, die über einen Wasserkreislauf funktioniert, zum Einsatz. Der Schwerpunkt liegt jedoch beim Werkzeugmaschinenbau. 80 bis 85 Prozent der in Werdohl gefertigten Pumpen sind dafür bestimmt.

Um den Kunden vor Ort einen Ansprechpartner zu geben, zählen neben den Standorten in Deutschland, Japan und den USA, Vertretungen in vielen Ländern zum Vertriebsnetz des Unternehmens. Diese befinden sich zum Beispiel in Italien, Österreich, Spanien, China, Indien, Süd-Korea, Taiwan, Brasilien und Südafrika. „Uns ist das Menschliche wichtig, und die Kommunikation“, erklärt Geschäftsführer Reimund Gidde. Und so finde ein regelmäßiger Informationsaustausch zwischen den Mitarbeitern der Länder statt.

Mitarbeiter aus unterschiedlichen Abteilungen reisen immer wieder zur Unterstützung der Standorte nach Japan und in die USA. Bei der Auswahl dieser Mitarbeiter werde darauf geschaut, wer wirklich Interesse daran hat, erklärt Jörg Neemann, Leiter für Vertrieb und Marketing.

Vorbereitung auf fremde Kultur

Wer viel mit Kollegen aus den anderen Ländern zu tun hat, werde geschult, um sich in dem fremden Land entsprechend verhalten zu können. Durch gegenseitigen Respekt entstehen teilweise gute Bekanntschaften. „Wenn ich nach Asien reise, ist es wie eine Art Familientreffen“, sagt Neemann lachend.

Im Gegenzug zu den Besuchen der Deutschen kämen Japaner und Amerikaner regelmäßig nach Werdohl. Dort nimmt sich meist Kulminder Singh Kang der Gäste an. Der Monteur ist seit 30 Jahren beim Unternehmen in Werdohl tätig. Er zeigt und erklärt seinen ausländischen Kollegen, wie die Pumpen zusammengesetzt werden und wie sie funktionieren. Das Wissen wenden die Gäste dann in den Standorten in ihrem Heimatland an.

Kulminder Singh Kang zeigt seinem japanischen Kollegen, wie die Pumpen montiert werden.

Zum Jahresbeginn kommen die Geschäftsführer der Standorte in Japan und den USA in Werdohl zusammen. Dann werden das vergangene Jahr bilanziert und Informationen über neue Produkte ausgetauscht. Die eigenen Pumpen nutzt das Werdohler Unternehmen auch für die knapp 25 Maschinen, die sich in den zwei Hallen an der Friedrichstraße 2 befinden. Am Anfang einer Halle ist der Wareneingang untergebracht. Dort kommen alle Materialien an, von der Schraube bis zum Rohmaterial.

Für das Rohmaterial geht es weiter in den Bereich der mechanischen Verarbeitung. Zerspanungsmechaniker wie Wolfgang Vedder bedienen dort große Werkzeugmaschinen, die das Material bearbeiten. Teilweise sind auch Roboter in diesem Bereich im Einsatz.

Ein paar Meter weiter setzt das Unternehmen ausschließlich auf menschliche Arbeitskraft. In der Montagehalle setzen die Mitarbeiter die zuvor produzierten Teile zu Pumpen zusammen. Am Ende verpacken Mitarbeiter wie Sebastian Tkaczik die fertigen Pumpen.

90.000 Pumpen pro Jahr

Jeden Freitag werden die Lieferungen für die USA und Japan auf die Reise geschickt. Jährlich werden mehr als 350 Tonnen Fracht nach Japan und in die USA gebracht. Das passiert meist per Schiff, in eiligen Fällen aber auch per Flugzeug. Insgesamt produziert das Unternehmen bis zu 90.000 Pumpen pro Jahr. Diese variieren je nach Einsatzort zwischen sechs und 800 Kilogramm Gewicht. Gegründet wurde das Unternehmen 1950 durch Karl Heinz Brinkmann in Kleinhammer. Heute befindet es sich in zweiter Gesellschaftergeneration. - Von Jana Peuckert

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