Werdohler stimmen für Freitag

Am Ende gab es für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Stefan Ohrmann und seine Parteifreunde kein reines Happy-End, weil Dagmar Freitag sich äußerst knapp gegen Christel-Voßbeck Kayser durchsetzen konnte. -  Foto: Heyn

WERDOHl - CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Ohrmann stimmte spontan ein Siegeslied an, als er am Sonntagabend nach der ersten Hochrechnung zur Bundestagswahl den Werdohler Ratssaal betrat. „Ich bin so voller Freude. Das ist historisch“, kommentierte er das Wahlergebnis seiner CDU auf Bundesebene.

Kurzerhand beauftragte er einen Parteikollegen, eine Kiste Bier von der Tankstelle zu besorgen. „Unabhängig von der politischen Couleur bekommt jeder eine Flasche“, scherzte der Lokalpolitiker mit breitem Grinsen.

Und auch bezüglich der Ergebnisse des Urnengangs in Werdohl hatte der CDU-Mann allen Grund zur Freude: „Sowohl bei den Erststimmen als auch bei den Zweitstimmen haben wir zugelegt. Darüber bin ich sehr froh“, zog Ohrmann Bilanz. Mit dem dramatischen Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Direktkandidaten Dagmar Freitag (SPD) und Christel Voßbeck-Kaiser (CDU) im Wahlkreis hatte er hingegen nicht gerechnet. „Das Wahlergebnis von Christel Voßbeck-Kaiser ist unglaublich und sensationell, wenn man bedenkt, dass sie als Kandidatin gegen die Amtsinhaberin Dagmar Freitag angetreten ist.“

Die beiden FDP-Politiker Friedhelm Hermes und Jürgen Neumann wollten das desolate Abschneiden ihrer Partei auf Bundesebene lieber nicht kommentieren. „Zufrieden sind wir natürlich nicht. Dafür haben wir keine Erklärung“, war der Fraktionsvorsitzende der Werdohler Liberalen frustriert. „Wir wollen erstmal das amtliche Endergebnis abwarten“, sagte Hermes und verschwand.

„Es ist erfreulich, dass die Werdohler klar für Dagmar Freitag gestimmt haben. Bei den Zweitstimmen hat die SPD in Werdohl ebenfalls die Nase vorn“, resümierte der SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Wershoven, als die Ergebnisse aus allen Wahllokalen in der Stadt an Lenne und Verse vorlagen.

Gemeinsam mit den übrigen Lokalpolitikern verfolgte er die nach und nach eintrudelnden Erststimmenergebnnisse aus dem Wahlkreis Märkischer Kreis II. Mal hatte die CDU-Kandidatin die Nase vorn, mal sah es so aus, als würde SPD-Frau Freitag das Rennen machen. Auf die entscheidenden Ergebnisse aus dem letzten Briefwahlbezirk mussten die Werdohler Politiker lange warten. Hauchdünn setzte sich Freitag durch, was bei den heimischen Genossen für Jubel sorgte.

SPD-Bürgermeister Siegfried Griebsch zeigte sich erfreut, dass seine Partei in Werdohl traditionell gut abschnitt. „Dagmar Freitag war im Wahlkreis sehr präsent. Ich hätte mir gewünscht, dass das von den Wählern mehr anerkannt wird“, so das Stadtoberhaupt. Die Wahlbeteiligung, die mit etwa 67 Prozent im Vergleich zu 2009 konstant blieb, sei „enttäuschend.“ In anderen Ländern riskieren die Menschen ihr Leben, um wählen zu gehen und hier wird das Wahlrecht verschleudert,“ so Griebsch.

Von Ute Heinze

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