Elf Jahre nach der letzten Reform

Werdohler Stadtverwaltung wird komplett umstrukturiert: Das steckt dahinter

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Werdohl - Elf Jahre nach der letzten umfassenden Umstrukturierung der Stadtverwaltung durch den damaligen Bürgermeister Jörg Bora wird es am 1. März im Rathaus wieder zu einer Strukturreform kommen. 

Die drei Fachbereiche werden abgeschafft und durch sechs Abteilungen ersetzt. Bürgermeisterin Silvia Voßloh verspricht sich davon Vorteile für die Arbeit im Rathaus und für die Bürger.

Eine fünfköpfige Projektgruppe mit Bürgermeisterin Silvia Voßloh an der Spitze hat in den vergangenen Monaten den Umbau der Stadtverwaltung geplant. Dessen Kernstück ist die Abschaffung der Fachbereichsleiterebene. Bislang gibt es in der Verwaltung drei Fachbereiche, die wiederum in zwei bis drei – insgesamt acht – Abteilungen aufgegliedert sind. Daraus werden mit Wirkung vom 1. März sechs Abteilungen. 

Steuern und Finanzen: Kunze-Haarmann übernimmt

Die Abteilung Steuern und Finanzen wird dann von Kämmerin Vanessa Kunze-Haarmann geleitet. Die Leitung der Abteilung Schule, Kultur, Sport und Service übernimmt Reinhardt Haarmann, der auch schon im bisherigen Fachbereich 1 diese Abteilung führt. Der bisherige Leiter des Fachbereichs 2, Thomas Schroeder, verliert die Verantwortung für die Bereiche Tiefbau und Baubetriebshof und wird als Abteilungsleiter künftig ausschließlich für die Bereiche Bauen und Immobilienmanagement zuständig sein. Der bisherige Leiter der Tiefbau-Abteilung, Martin Hempel, wird dafür zusätzlich die Leitung des Bauhofes übernehmen. „Die Zusammenlegung von Tiefbau und Bauhof war naheliegend“, sagte Bürgermeisterin Voßloh. Das sei auch bei der Organisationsuntersuchung festgestellt worden, die die Stadt in Auftrag gegeben hat. 

Relativ wenig ändert sich für Andrea Mentzel, die schon jetzt die Abteilung Ordnung und Einwohnerwesen innerhalb des Fachbereichs 3 leitet und ihren Aufgabenbereich behalten wird. 

Zwei Abteilungen werden zusammengeführt

Die Abteilungen Soziales und Wohnen und Jugend aus dem Fachbereich 3 werden zu einer Abteilung zusammengeführt. Dies wird die einzige Abteilung mit einer Doppelspitze sein. Mit Kirsten von der Crone, die für pädagogische Aufgaben verantwortlich sein wird, steht eine Leiterin schon fest. Die zweite Leitung, die sich um die Verwaltungsaufgaben kümmern soll, wird noch gesucht. Die Stelle soll in Kürze ausgeschrieben und dann auch so schnell wie möglich besetzt werden. 

„Alle Abteilungen werden direkt an das Amt der Bürgermeisterin angedockt“, erläuterte Voßloh, was sie sich von der Strukturreform erhofft: kürzere Wege und einen direkten Kontakt zu den Entscheidungsträgern im Rathaus. Zwar habe sie in Zukunft mehr Ansprechpartner – aus drei Fachbereichsleitern werden ja sechs Abteilungsleiter –, aber das nehme sie gerne in Kauf, „weil das Positive überwiegt“. 

Nachteile für die Bürger? Keine erwartet

Nachteile für die Bürger erwartet Voßloh nicht, im Gegenteil: „Für den Bürger, der Kontakt zur Stadtverwaltung sucht, ändert sich praktisch nichts. Die Kommunikationswege werden sogar kürzer“, glaubt sie. 

Lässt sich durch die Umverteilung im Rathaus denn möglicherweise Geld sparen? Immerhin fällt ja die Ebene der besser bezahlten Fachbereichsleiter weg. Nachdem sich die bisherigen Fachbereichsleiter Michael Grabs und Bodo Schmidt in den Ruhestand verabschiedet haben, bleibt nur noch der 55-jährige Thomas Schroeder übrig. Dennoch hält sich Voßloh mit einer Einschätzung zurück. „Unterm Strich wird die Reform sicherlich zu Einsparungen führen, aber das lässt sich noch nicht genau beziffern“, sagt sie. 

Michael Grabs scheidet aus

Durch das Ausscheiden von Michael Grabs Ende Februar muss auch ein Teil seiner Aufgaben und Funktionen im Rathaus neu verteilt werden. So ist Grabs beispielsweise Allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin, kann Silvia Voßloh also bei Krankheit oder Abwesenheit umfassend vertreten. Beispielsweise darf bei Verhinderung der Bürgermeisterin nur ihr Allgemeiner Vertreter eine Ratssitzung einberufen. Die durchaus wichtige Position in der Verwaltung hat der Rat in seiner Sitzung im Dezember bereits neu besetzt. Kämmerin Vanessa Kunze-Haarmann soll ab März die Bürgermeisterin vertreten dürfen. 

Darüber hinaus ist Michael Grabs Personalchef der 240 Mitarbeiter umfassenden Stadtverwaltung. Diese Funktion wird mit Wirkung vom 1. März Reinhardt Haarmann übertragen. „Das war naheliegend, weil in seiner Abteilung sämtliche Personalangelegenheiten angesiedelt sind“, erklärte Bürgermeisterin Silvia Voßloh diese Entscheidung.

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