Musikschule: Verwaltung schlägt Sanierung vor

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Alte Fenster gibt es viele im Gebäude Brüderstraße 33, in dem dauerhaft Musikschule und Volkshochschule untergebracht sind. Die Verwaltung schlägt die energetische Sanierung vor.

Werdohl - Einmal im Jahr legt die Abteilung für Immobilienmanagement im Rathaus der Politik einen Energiebericht und einen Gebäudezustandsbericht vor. Jedes Jahr hören die Politiker, wie viel Strom, Gas und Wasser weniger verbraucht wurde und bekommen einen Vorschlag, wenn sich eine energetische Sanierung ganz besonders zu lohnen scheint. Dieses Mal ist es das Gebäude Brüderstraße 33, in dem Volkshochschule und Musikschule untergebracht sind.

Seit 2012 ist die Volkshochschule Mitnutzerin des Musikschul-Gebäudes, nachdem dort die Förderschule Schritt für Schritt ausgezogen ist. Das Gebäude wird von der Verwaltung deshalb energetisch betrachtet, weil sich die Nutzerzeiten in großen Teilen geändert haben. Da das Gebäude in den vergangenen Jahrzehnten ständig im Rahmen der Gebäudeunterhaltung „gehegt und gepflegt“ worden sei, könne man die Gebäudesubstanz als gut bezeichnen und die zu erwartende Lebensdauer auf „mittelfristig bis langfristig erhaltenswert“ setzen.

In dem Bericht heißt es weiter: „Insofern wäre es in Abhängigkeit von der weiteren zukünftigen Nutzung sinnvoll, energetische Maßnahmen ohne Berücksichtigung der Amortisationszeit in energetisch sinnvoller Reihenfolge durchzuführen.“ Bei den technischen Abläufen sollte man deshalb zum Beispiel eine „doppelte Gerüststellung“ vermeiden und könnte auf die „Minimierung von Störungen des laufenden Betriebs“ achten.

Die Immobilien-Abteilung im Rathaus kommt auf geschätzte energetische Sanierungskosten von 351.000 Euro, wobei der teuerste Posten mit 132.000 Euro das Wärmedämmverbundsystem ist. Knapp 100.000 Euro würden neue Fenster in zwei Chargen kosten, der Rest geht in Dämmungen oder Reparaturen von Dämmungen und Dampfsperren.

Eine neue Heizungsanlage für das Gebäude Brüderstraße 33 wurde zwischenzeitlich in Auftrag gegeben. Die Niedertemperaturkessel werden gegen neue Brennwertkessel ausgetauscht. Die energetische Bilanz nach der kompletten Sanierung – wenn sie denn überhaupt in Auftrag gegeben wird – könnte sich sehen lassen. Die Verwaltung schreibt: „Nach Umsetzung aller vorgeschlagenen Maßnahmen reduziert sich der Endenergiebedarf des Gebäudes um 51 Prozent bei gleichem Nutzerverhalten und gleichen Klimabedingungen.“

Der Bau- und Liegenschaftsausschuss nahm diesen Energiebericht lediglich zur Kenntnis. Gleichzeitig wurde beschlossen, den nächsten Energiebericht abzuspecken. Auf Anregung von CDU-Ratsherr Michael Schürmann und in Absprache mit Thomas Schroeder, Leiter der Abteilung Bauen und Immobilienmanagement, wurde eine verkürzte Berichterstattung beschlossen. Schürmann: „Bei den sanierten städtischen Gebäuden haben wir doch den Bodensatz erreicht.“ Die Frage ging auch nach der Begrifflichkeit und Wertung: „Wenn wir irgendwo den Zustand ‘sehr gut’ erreicht haben, können wir dann noch besser werden?“ Das fragte auch Daniel Cormaci von der FDP: „Das VHS-Gebäude ist mit ‘sehr gut’ bewertet. Wie wird es sein, falls wir in den nächsten Jahren 300.000 Euro investieren?“ Thomas Schroeder sagte, diese Fragestellungen beim Bericht im kommenden Jahr zu berücksichtigen. - Von Volker Heyn

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