Stadtverwaltung informiert über Hochwasserrisiko

Werdohl - Welche Flächen des Stadtgebietes wären von einem starken Lenne-Hochwasser betroffen? Und wo wären welche Wasserstände zu erwarten? Diese Fragen sollen 18 Hochwasserrisikokarten beantworten, die die Verwaltung im Laufe der kommenden zwei Wochen auf der Homepage der Stadt veröffentlichen wird.

„Die Betroffenen sollen die Gefahrenbereiche besser kennen, damit sie sich vorbereiten und im Katastrophenfall handeln können“, sagt Peter Erwig von der Abteilung Bauen. „Es geht nicht um Panikmache, sondern um Information“, betont der Verwaltungsmitarbeiter. Wer am Wasser gebaut habe, müsse wissen, dass er irgendwann nasse Füße bekommen könne. „Die Leute sollten zum Beispiel darüber nachdenken, ob sie wirklich im Keller ein Büro mit Computer einrichten wollen“, nennt Erwig ein Beispiel, wie die Werdohler sich vorbereiten könnten.

Drei Szenarien, nach Häufigkeit und Stärke des Hochwassers gestaffelt, stellen die Karten dar. Die stärksten Hochwasser sind am unwahrscheinlichsten: Seltener als alle 1000 Jahre treten diese Ereignisse auf. Eine mittlere Wahrscheinlichkeit wird den Jahrhunderthochwassern zugeschrieben.

Relativ häufig – im Schnitt alle zehn bis 20 Jahre – treten die schwächsten Hochwasserereignisse auf. Doch auch die haben es in sich: Bis zur Goethestraße könnte die Lenne im Stadtkern dann über die Ufer treten. Auf dem Goetheparkplatz stünde dann immerhin ein halber Meter Wasser. Die Lenne selbst hätte in diesem Fall zwischen Rathaus- und Stadtbrücke eine Wassertiefe von mehr als vier Metern – statt der durchschnittlichen 50 bis 60 Zentimeter.

„Bei einem Jahrhunderthochwasser sind die überfluteten Flächen erheblich größer“, sagt Peter Erwig und zeigt auf eine Karte. „Außerdem steigt auch die Wassertiefe.“ So könnten die Fluten auf dem Goetheparkplatz eine Tiefe von mehr als zwei Metern erreichen. Sollte die Stadt einmal ein Jahrtausendhochwasser treffen, stünde das Wasser selbst auf dem Brüninghaus-Platz einen Meter hoch. „So etwas ist aber wirklich sehr selten“, betont Erwig.

Eines gibt der Experte allerdings zu bedenken: „Das Wasser kommt hier sehr schnell.“ Es fließe zwar auch schnell wieder ab, richte aber in der Zwischenzeit große Schäden an. „Am Rhein wissen sie in der Regel ein paar Tage vorher, dass ein Hochwasser kommt“, vergleicht er. „Hier sind es eher zwei bis drei Stunden.“ Grund dafür seien die steilen Hänge rund um die Stadt. „Die können natürlich bei Starkregen ein bisschen Wasser aufnehmen“, sagt Erwig. „Aber wenn sie gesättigt sind, fließt der Regen in die Lenne.“

Nicht nur die Bürger möchte die Stadtverwaltung informieren. Ende des Monats wird es eine Info-Veranstaltung für einige Unternehmen geben. „Und unsere Alarm- und Einsatzpläne aktualisieren wir sowieso ständig“, sagt der Verwaltungsmitarbeiter. Wer Fragen zu den Karten hat, erreicht Peter Erwig unter Tel. 02392/917334. - Von Constanze Raidt

Rubriklistenbild: © dpa

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