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Auf dem letzten Platz: Werdohler spenden am wenigsten

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Von: Jona Wiechowski

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Die Spendenfreudigkeit hält sich in Grenzen: Im Vergleich mit den anderen Kommunen des Kreises landet Werdohl auf dem letzten Platz.
Die Spendenfreudigkeit hält sich in Grenzen: Im Vergleich mit den anderen Kommunen des Kreises landet Werdohl auf dem letzten Platz.  © Jens Büttner/dpa

Die Weihnachtszeit ist die Zeit der Nächstenliebe. Und traditionell wird zu dieser Zeit viel gespendet. Dabei gibt es riesige Unterschiede, wieviel die Bürger im Märkischen Kreis im Schnitt an den guten Zweck geben. Die Werdohler landeten dabei laut einer aktuellen Erhebung im Vergleich mit den anderen MK-Kommunen auf dem letzten Platz. Neuenrade und Balve liegen im Mittelfeld. Spitzenreiter ist die kleinste Kommune im Kreis.

Werdohl – Während jeder Einwohner in Altena im Jahr 2018 im Schnitt 34 Euro gespendet hat, waren es in Nachrodt-Wiblingwerde mit 153 Euro fast dreimal soviel – kreisweiter Spitzenreiter. Das geht aus Zahlen von Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistischem Landesamt hervor.

Die Top drei

Der Märkische Kreis spendete 2018 mit seinen damals knapp über 412.000 Einwohnern demnach gut 26,76 Millionen Euro oder 65 Euro pro Einwohner, beziehungsweise 660 Euro pro Steuerpflichtigen, die auch tatsächlich gespendet haben. Nachrodt-Wiblingwerde ist mit großem Abstand an der Spitze – das gilt für die 153 Euro, die jeder Einwohner im Schnitt gespendet hat, aber auch für die 1365 Euro, die jeder „Steuerpflichtige mit Spenden“ statistisch locker gemacht hat. Rang zwei sichert sich Meinerzhagen mit 123 Euro an Spenden pro Einwohner, beziehungsweise 1120 Euro pro Steuerpflichtigem mit Spenden. Mit Schalksmühle gibt es kreisweit noch eine weitere Gemeinde, die es mit 103 Euro bei den durchschnittlichen Spenden pro Einwohner über die 100-Euro-Marke schafft (795 Euro pro Steuerpflichtigen mit Spenden).

Das Mittelfeld

Im Mittelfeld landen im Kreis unter anderem Balve (88 Euro pro Einwohner, 687 Euro pro Steuerpflichtigem mit Spenden), Neuenrade (73 Euro, 685 Euro) und Herscheid, wobei die Ebbegemeinde mit 70 Euro pro Einwohner (563 Euro) exakt im NRW-Schnitt liegt. Jeder Plettenberger spendete im Schnitt 62 Euro, jeder Steuerpflichtige mit Spenden der Vier-Täler-Stadt 642 Euro.

Die Schlusslichter

Mit Abstand auf dem letzten Platz landet in der Auflistung die Stadt Werdohl – 34 Euro spendete hier statistisch gesehen jeder Einwohner im Jahr 2018. Pro Steuerpflichtigem mit Spenden waren es 419 Euro. Je Einwohner immerhin elf Euro mehr machten mit 45 Euro die Bürger in Menden locker (472 Euro je Steuerpflichtigen mit Spenden). Auf den drittletzten Platz im Märkischen Kreis kommt in der Aufstellung von IT.NRW die Stadt Hemer mit 49 Euro pro Einwohner oder 506 Euro pro Steuerpflichtigem)

Steuerpflichtige in Nordrhein-Westfalen haben im Jahr 2018 Spenden zur Förderung steuerbegünstigender Zwecke in Höhe von insgesamt 1,3 Milliarden Euro in ihrer Steuererklärung angegeben. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen anhand jetzt vorliegender Ergebnisse der Lohn- und Einkommensteuerstatistik mitteilt, errechnet sich daraus ein Spendenbetrag von 70 Euro je Einwohner.

NRW-Spitzenreiter

Von allen 396 nordrhein-westfälischen Städten und Gemeinden ergaben sich für die Stadt Unna – bezogen auf die Zahl der Einwohner und den Steuerpflichtigen mit Spenden – die höchsten relativen Spendenbeträge. „Die durchschnittliche Spendenhöhe lag hier bei 409 Euro je Einwohner“, schreibt IT.NRW. „Bezogen auf die Steuerpflichtigen aus Unna mit Spenden errechnen sich im Durchschnitt 3731 Euro je geltendem Spendenbetrag der Einkommensteuererklärung.“ Den zweiten Platz in Nordrhein-Westfalen nahm Burbach im Kreis Siegen-Wittgenstein ein (223 Euro je Einwohner; 1872 Euro je Steuerpflichtigem mit Spenden). Auf dem dritten Rang lag die Stadt Espelkamp im Kreis Minden-Lübbecke (152 Euro beziehungsweise 1555 Euro).

Keine neueren Zahlen

Weil die Zahlen aus der Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2018 stammen, kommen sie erst knapp drei Jahre später. Aktueller geht es dennoch nicht, schreiben die Statistiker. Sie verweisen darauf, dass die anonymisierten Steuerdaten von den Finanzbehörden erst nach Abschluss aller Veranlagungsarbeiten für statistische Auswertungen zur Verfügung gestellt würden.

Weiterhin heißt es, dass zusammen veranlagte Ehegatten und Personen in eingetragenen Lebenspartnerschaften als ein Steuerpflichtiger gezählt werden.

„Spenden zur Förderung steuerbegünstigender Zwecke enthalten keine Spenden in den Vermögensstock einer Stiftung oder an politische Parteien und unabhängige Wählervereinigungen. Eine weitere Differenzierung nach Spendenzweck ist nicht möglich“, so die Statistiker des Landesamtes.

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