NBTK Ulbrich

„Pink Panther“ im Einhorn-Design: Firma schickt rollenden Mädchentraum auf die Straße

Der „Pink Panther“ des Speditionsunternehmens NBTK Ulbrich ist ein echter Blickfang aus Deutschlands und Europas Straßen. Für Einhorn-Design haben heimische Graffiti-Künstler gesorgt.
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Der „Pink Panther“ des Speditionsunternehmens NBTK Ulbrich ist ein echter Blickfang aus Deutschlands und Europas Straßen. Für Einhorn-Design haben heimische Graffiti-Künstler gesorgt.

Dieser Lastwagen ist ein echter Blickfang: In leuchtendem Pink fährt er seit ein paar Tagen über die Straßen in Deutschland und dem benachbarten Ausland. Die Außenwände des Aufliegers zieren Einhörner und Sternchen, bei Dunkelheit leuchten am Kühlergrill Dutzende Lämpchen. Dahinter steckt die Geschichte eines Mädchentraums.

Werdohl - Das Fahrzeug im auffälligen Design gehört der in Werdohl ansässigen Spedition NBTK Ulbrich. Deren Geschäftsführerin Maren Krombach ist bekennender Graffiti-Fan. Vor etwa drei Jahren, erzählt sie, habe sie in München eine Street-Art-Ausstellung besucht und sei dort insbesondere von den Bildern, Schriftzügen und Zeichen begeistert gewesen, die mit Spraydosen auf die unterschiedlichen Untergründe gesprüht worden seien. Für Maren Krombach sind das „nicht irgendwelche Schmierereien, sondern Kunstwerke“.

Für die Geschäftsführerin der Spedition habe damals festgestanden: „So einen Lkw möchte ich gerne einmal haben!“ Auch ihre Töchter Maya und Mathilde, heute neun und dreizehn Jahre alt, seien von der Idee begeistert gewesen.

Und gemeinsam haben Mutter und Töchter den Gedanken weitergesponnen. „Dann sollte es auch wirklich ein Lkw mit Einhorn und Glitzer sein“, schildert Maren Krombach, wie sich die Idee entwickelt hat. Allerdings habe sie davon erst noch ihren Mann und Co-Geschäftsführer begeistern müssen. Der habe Zweifel gehabt, ob sich überhaupt ein Fahrer finden würde, der bereit wäre, sich ans Steuer eines solchen Lastwagens zu setzen.

Die neunjährige Matilda Krombach gehört zu den größten Fans des pinkfarbenen Neuzugangs im NBTK-Fuhrpark.

Doch Marc Andreas Krombachs Skepsis war ganz offesichtlich unbegründet. Mit dem NBTK-Fahrer Sascha Neuhaus habe sich sehr schnell ein Mitarbeiter gefunden, der gesagt habe: „Für die Mädchen mache ich das!“ Das berichtet Maren Krombach.

Also konnte das Projekt „Pink Panther“ in Angriff genommen werden. Mit dem Nutzfahrzeughersteller Volvo fand das Unternehmen einen Lieferanten, der die gewünschte Zugmaschine tatsächlich in der gewünschten Farbe liefern konnte. Mit „Pink Panther“ haben die Schweden sogar die Farbe im Programm, die dem neuen NBTK-Fahrzeug den Namen gab.

Nun musste also nur noch der Auflieger dazu passend gestaltet werden. Maren Krombach machte sich auf die Suche nach einem Graffiti-Künstler aus der Region, der dazu in der Lage sein würde, ihre und die Wünsche ihrer Töchter in die Tat umzusetzen. Sie fand ihn in dem Lüdenscheider Yves Thomé, der sich der Sache mit dem Künstlerkollektiv „Narrenhände“ annahm und zunächst einige Entwürfe erstellte. Fast zehn Stunden hätten die Sprayer dann benötigt, um die pinkfarbene Grundlackierung des Aufliegers mit den gewünschten Motiven und vor allen Dingen mit den favorisierten Einhörnern zu versehen, erzählt Maren Krombach, wie aus den Mädchenträumen nach und nach Wirklichkeit wurde. Zum Video, das die Gestaltung zeigt, geht es hier.

Mit dem Ergebnis sind Maren, Maya und Matilda Krombach vollauf zufrieden – und auch Papa Marc Andreas Krombach ist mittlerweile überzeugt. „So bringen wir ein bisschen Farbe in die Welt“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Seine Ehefrau Maren ist „froh, dass wir das durchgesetzt haben.“ Es sei ein schönes Gefühl, den Menschen mit diesem außergewöhnlichen Lkw ein Lächeln ins Gesicht zaubern zu können. „Wir sind ja schließlich mehr als nur ein Dienstleister“, sagt die Speditions-Chefin.

Ganz billig war der „Spaß“ aber nicht, auch unabhängig davon, dass der neue Lkw mit 500 PS, modernster Euro-6-Technik und GPS-gesteuertem Computergetriebe sowie Kameraüberwachung des toten Winkels auch noch eine besondere Innenausstattung aus Leder und zusätzliche Beleuchtung erhalten hat. Eine Summe wollen die Krombachs nicht nennen, nur so viel sagt der Geschäftsführer: „Wieder reinfahren wird er diese Mehrkosten wohl nicht.“

Aber für die drei weiblichen Familienmitglieder hat sich mit dem „Pink Panther“ ein Traum erfüllt. Und ganz nebenbei sorgt der rollende Mädchentraum auf den Straßen und bei Kunden für Aufsehen. Schon wenige Tage nach der Fahrzeugauslieferung war die Kunde vom pinkfarbenen Neuzugang im 50 Fahrzeuge umfassenden Fuhrpark – dem Internet sei dank – bis nach Dänemark gelangt. Ein Geschäftspartner dort könne kaum erwarten, diesen Lkw einmal aus der Nähe sehen zu können, berichtet Maren Krombach von einer ersten Reaktion.

Und wie gefällt der „Pink Panther“ nun seinem Fahrer? Er fahre den Lkw voller Stolz, versichert die Chefin. Freunde hätten ihm passend zur Farbe seines neuen Arbeitsplatzes auch noch eine rosfarbene Latzhose geschenkt. „Er selbst hat sich sogar noch pinkfarbene Abdeckkappen für die Radmuttern anfertigen lassen“, berichtet Maren Krombach.

Und im Unternehmen gebe es schon einen Kollegen, der sich vorstellen könne, auch einen solchen Lastwagen zu fahren, erzählt Marc Andraes Krombach. Zur Anschaffung eines zweiten „Pink Panther“ wird es aber wahrscheinlich nicht kommen. Da gewinnen dann doch die wirtschaftlichen Überlegungen wieder die Oberhand. Ein Fahrzeug mit solcher Lackierung lasse sich wohl nur schwer weiterverkaufen, mutmaßt der Geschäftsführer. Und bei NBTK Ulbrich würden die Lkw im Durchschnitt nicht älter als 19 Monate. Nur der „Pink Panther“ könnte vielleicht ein paar Jahre länger vom Firmensitz in Dresel aus auf Fahrt durch Deutschland und Europa gehen.

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