Die Werdohler schwitzen

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Tausende Werdohler zog es am Wochenende ins Ütterlingser Freibad. Dort ließ es sich gut aushalten.

Werdohl - „So heiß, dass alles verbrennt“ und „Mit einer Hand die Sonne berühren“ sang die Münchener Freiheit 1988 in ihrem Hit „So heiß“. Ähnlich fühlten sich am Samstag die Werdohler.

Tim war schon einmal am Kletterfelsen. „Das hier lohnt sich für einen kleinen Nachmittagsausflug immer wieder mal. Ich find’s super.“ Diesen Samstag hat der Dortmunder auch noch seine Freunde Britta und Ruald mitgebracht. Letzterer schaut sich freudestrahlend um: „Das ist nett hier mit dem Flüsschen. Und der Felsen sieht ganz lustig aus.“

Seine beiden Jungs sind unterschiedlicher Meinung: „Da kann man doch locker hoch laufen“, winkt der eine ab. Der andere fragt indes skeptisch: „Kann man da wirklich hochklettern?“ Britta versucht dann genau das – und verbrennt sich immer wieder die Finger am heißen Felsen.

Es herrscht reger Betrieb. Links und rechts klettern andere den Felsen hinauf. Die, die es schon geschafft haben, ruhen sich im Schatten der Bäume aus, liegen auf Decken und essen ein Eis.

Ein paar Meter weiter, im Fluss unterhalb der Firma Vossloh, steht ein Angler im Wasser und testet, ob es den Fischen zu heiß zum Anbeißen ist.

An einer etwas seichteren Stelle des Flusses steht eine Frau im Wasser und tollt mit ihren beiden Hunden herum – für alle drei sichtlich eine willkommene Abkühlung.

Der Goethe-Spielplatz indes ist komplett leer: Kein Mädchen, kein Junge, kein Erwachsener ist da. Auch in der Imbissstube nebenan möchte niemand etwas essen. Vereinzelt verlangen Kunden nach einem kühlen Getränk.

Ebenso sieht es in den beiden Eisdielen der Stadt aus. Guiseppe Diolosa von der Eisdiele Valentino weiß: „Die Kunden nehmen vielleicht ein Eis mit auf den Weg, aber niemand möchte bei den Temperaturen hier sitzen bleiben.“ Doch „auf den Weg“ kommt auch niemand vorbei. Die Fußgängerzone ist am Samstagnachmittag wie ausgestorben. Diolosa bleibt gelassen. „Gestern ging es auch erst nach 17 Uhr los. Letztlich hatten wir dann den Laden voll bis nachts 1 Uhr.“ Waffeln, warme Getränke und selbst zusammen gestellte Eisbecher habe jedoch niemand haben wollen. „Die Leute wollen etwas Erfrischendes: Früchtebecher.“

Am Wehr an der Dammstraße stehen regungslos Enten im Wasser. Eine Stunde später sind sie dort unverändert zu sehen. Niemand paddelt hier, die Tiere sind ungestört.

Friedliche Ruhe an der Sterngolf-Anlage: kaum ein Kunde ist da. Zwei Jungen spielen eine Partie, geben sich aber an jeder Station nur drei schnelle Versuche, um bald fertig mit ihrem Spiel zu sein.

Nebenan im Freibad aber ist eine Menge los. Bis 13.50 Uhr sind schon 1025 Besucher gezählt, bis zum Abend werden es 1385. Am Freitag waren es am ganzen Tag 1206.

Von Michael Koll

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