Das finanzielle Risiko ist zu groß

Dieser Verein im MK sagt wegen Coronavirus sein Schützenfest ab

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Schützenkönig Volker Brahmsiepen darf noch ein Jahr länger den Taktstock schwingen. Das Werdohler Schützenfest fällt in diesem Jahr aus, es kann kein neuer Schützenkönig ermittelt werden.

Werdohl - Die Corona-Pandemie hat weitere, gravierende Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben in Werdohl. Gestern hat der Werdohler Schützenverein seine gut 800 Mitglieder darüber unterrichtet, dass in diesem Jahr kein Schützenfest stattfinden wird.

„Aufgrund der aktuellen Lage und der nicht abzusehenden Dauer öffentlicher und auch persönlicher Beschränkungen ... hat der Werdohler Schützenverein weitreichende Entscheidungen getroffen, um Schaden vom Verein durch reiflich überdachtes und entschiedenes Handeln abzuwenden“, heißt es in einer Mitteilung des Vorstandes.

Der Vorstand habe seit gut einer Woche Gespräche mit allen Beteiligten geführt, mit denen vertragliche Regelungen bestehen, erläuterte der Oberst und Vorsitzende Andreas Schreiber im Gespräch mit der Redaktion.

Das sei wichtig gewesen, weil „bisher noch kein konkreter Anlass besteht, das Schützenfest abzusagen“, erklärte er. Tatsächlich gelten aller Beschränkungen und Verbote, die zur Eindämmung Covid-19-Ausbreitung erlassen worden sind, zunächst nur bis zum 19. April. Das Werdohler Schützenfest hätte aber vom 3. bis 6. Juli stattfinden sollen.

So musste der Vorstand die Risiken abwägen

Offensichtlich wollte der Vorstand jedoch vermeiden, die Planungen weiter voranzutreiben – und damit finanzielle Verpflichtungen einzugehen –, das Fest aufgrund behördlicher Auflagen dann aber doch absagen zu müssen und ohne Einnahmen dazustehen. Es war also eine Abwägung des finanziellen Risikos.

Fotos vom 189. Werdohler Schützenfest 2019

Zeltparty kommt mit 80er-Jahre-Hits in Schwung

Zahlreiche Gastvereine füllen Zelt

Schützenfest geht weiter

Der Schützenfest-Montag in Werdohl

Späteres Schützenfest im Jahr 2020 nicht möglich

Eine Verschiebung auf einen späteren Zeitpunkt im Jahr sei nicht infrage gekommen, sagte Schreiber. „Viele Veranstalter werden ihre Feste verschieben. Aber eine Veranstaltung wie unser Schützenfest will sorgfältig geplant sein. Wir müssen ja Zelt, Festwirt und Musikkapellen allesamt zu einem bestimmten Termin bekommen“, erläuterte er die Schwierigkeiten.

Es gibt noch einen Hoffnungsschimmer

Deshalb habe sich der Vorstand entschieden, das 190. Werdohler Schützenfest auf den 2. bis 5. Juli 2021 zu verschieben.
Die Hoffnung, in diesem Sommer doch noch feiern zu können, müssen die Werdohler Schützen aber wohl trotzdem nicht ganz aufgeben. „Wenn sich die Möglichkeit ergibt, in diesem Jahr noch einmal ohne Beschränkungen richtig zu feiern, so soll die Durchführbarkeit unbedingt geprüft werden“, sagte Schreiber, betonte aber zugleich: „Das wäre dann allerdings kein Schützenfest.“

Vielmehr hegt der Vorstand die Hoffnung, zum Schützenfesttermin Anfang Juli zumindest die Kirmes und vielleicht ein kleines Fest unter freiem Himmel feiern zu können. Schreiber: „So etwas kann man auch kurzfristig organisieren.“

Das sind die finanziellen Auswirkungen

Finanzielle Verluste müsse der WSV durch die Absage des Schützenfestes nicht befürchten, versicherte der Vorsitzende: „Wir müssen ja nicht vom Schützenfest leben.“ Allerdings räumte er ein, dass der Verein in diesem Jahr „wohl auch keinen Gewinn machen“ werde.

Der WSV hat nach Schreibers Aussage bei der Schneesturm-Party im Februar schon kaum Gewinn gemacht und dann wegen der Corona-Pandemie die Frühjahrskirmes absagen müssen. Jetzt folgte die Absage des Schützenfestes.

Nicht die einzige Absage wegen Coronavirus

Das größte Fest des WSV bleibt aber nicht die einzige Veranstaltung, die ausfallen wird. Auch das hat der Vorstand den Mitgliedern mitgeteilt. So wird die für den 24. April geplante Frühjahrsversammlung ebenfalls ausfallen. Ein neuer Termin für diese Mitgliederversammlung solle erst festgelegt werden, wenn eine Durchführung sicher gewährleistet sei, sagte Schreiber.

Für den gesamten sportlichen Betrieb im WSV gelte die Vorgabe der Stadt Werdohl, dass Trainings- und Wettkampfbetrieb bis einschließlich 19. April nicht stattfinden dürfen. Das gilt unter anderem auch für das Schießen um den Regimentspokal, das Anfang April stattfinden sollte.

Auch sonstige Zusammenkünfte innerhalb des WSV sollen erst wieder stattfinden, wenn dem keine behördliche Verfügung diesem mehr entgegensteht.
Auch andere Vereine im Kreis tragen sich mit dem Gedanken, ihr Schützenfest zu verschieben. Die Plettenberger Schützengesellschjaft will Ende April entscheiden.

Alle Informationen rund um das Coronavirus und seine Auswirkungen auf den Märkischen Kreis gibt es hier.

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