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Kaum Hoffnung auf ein „normales“ Schützenfest

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Von: Michael Koll

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Der Werdohler Schützenverein ehrte im Rahmen der Versammlung treue Mitglieder.
Der Werdohler Schützenverein ehrte im Rahmen der Versammlung treue Mitglieder. © Koll, Michael

„Als wir die Tagesordnung für heute erstellt haben, waren wir aufgrund der niedrigen Inzidenzzahlen voller Vorfreude auf ein normales Schützenjahr 2022“, erklärt Andreas Schreiber vom Werdohler Schützenverein (WSV). Doch diese Zuversicht sei mittlerweile arg gedämpft.

Werdohl - „Wir planen die Schneesturm-Party am 5. Februar (unter 2G-Bedingungen) erst einmal weiter“, verkündete er. Eine definitive Entscheidung, ob diese aber auch durchgeführt werde, falle Ende des Monats. „Am 30. November wird sich der Vorstand darüber abstimmen“, teilte Schreiber mit. „Es sieht nicht so rosig aus“, war seine spontane Einschätzung zu dieser Frage. Von einer möglichen Absage sei dann wohl auch die Kleiderbörse im Vereinsheim Altenmühle betroffen, die für den 11. und 12. Februar 2022 vorgesehen ist.

Es könnte für den WSV also auch weiterhin kein aktives Vereinsleben geben. Stille herrscht zudem auf dem Kleinkaliber-Schießstand der Werdohler Schützen. Dieser sei in umfangreichem Maße sanierungsbedürftig, verriet Oberst Schreiber.

Wenn es aber gelinge, Covid-19 in den ersten Monaten des nächsten Jahres einzudämmen, stehe vom 1. bis zum 4. Juli das nächste WSV-Fest an. „Das Schützenfest 2022 wird in nahezu allen Belangen teurer“, sagte der Vereinsvorsitzende. Dennoch rief er aus: „Wenn wir denn wieder feiern dürfen, wäre es auch nicht der richtige Weg, dann zu sagen, wir machen trotzdem kein Fest, weil es zu kostspielig ist.“

Im Rahmen der Herbstversammlung rief Vorstandsmitglied Udo Müller die Anwesenden auf, Geld für die Aktion Generationenwald zu spenden. Das Werdohler Ökumenforum möchte auf dem Rodt unter diesem Motto Bäume pflanzen, um so einen Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten. Müller erklärte, dass der WSV selbst aufgrund seiner Gemeinnützigkeit keine Spende ausstellen könnte. Die Teilnehmer der Versammlung gaben letztlich insgesamt 210 Euro.

Zuvor hatte es auch emotionale Momente gegeben:  Ergriffen nahm Otto Andreas seinen Orden in Empfang. Er stand kurz vor den Tränen, als Detlef Heinz ihn beglückwünschte. Im Namen der Sportschützen innerhalb des Werdohler Schützenvereins (WSV) überreichte ihm Heinz den Westfalenstern an der Lippischen Rose des Westfälischen Schützenbundes.

Zuvor hatte Heinz in einer Laudatio auf die Verdienste des Ausgezeichneten hingewiesen. „Mehr als 60 Jahre gehört er dem Verein und mehr als 50 Jahre den Sportschützen an. Erst vor vier Wochen hat er seine Laufbahn als aktiver Schütze beendet.“ Die Liste seiner Verdienste sei zu lang, um sie komplett aufzuzählen. Doch einige Eckpunkte wollte Heinz dennoch nicht unerwähnt lassen.

1978 war Otto Andreas Werdohler Schützenkönig. Der 94-Jährige erhielt vom Werdohler Schützenbund bereits 1980 die Ehrennadel und 1993 die Kölner Medaille. Der Sauerländer Schützenbund verlieh ihm 2010 die Medaille für besondere Verdienste. Und der WSV machte ihn 2015 zu seinem Ehrenmitglied.

Es folgten stehende Ovationen aller 44 anwesenden Schützen im Saal des Restaurant Vier Jahreszeiten an der Dammstraße. Und so gab es noch einmal den sprichwörtlich großen Bahnhof für Otto Andreas.

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