Moritz-Adolf Trappe neuer Schiedsmann für Werdohl

+
Bürgermeisterin Voßloh (rechts) und Ordnungsamtsleiterin Mentzel begrüßten die neue Schiedsleute im Amtsgericht Altena: Schiedsmann für den Bezirk Stadtmitte ist jetzt Moritz-Adolf Trappe (rechts), sein Vertreter ist Frank Arnrich (links). Stellvertretende Schiedsfrau für das Versetal ist Antje Klittich (Mitte).

Werdohl -  Amtsrichter Dirk Reckschmidt hat am Freitag Anke Krähahn als Schiedsfrau für den Bezirk Werdohl-Stadtmitte verabschiedet und Moritz-Adolf Trappe als neuen Schiedsmann vereidigt. Zu Stellvertretern wurden Frank Arnrich und Antje Klittich bestimmt.

Richter Reckschmidt betonte, dass das Amt des Schiedsmannes einer ausgleichenden Neutralität bedürfe. Die Person müsse den Willen haben, den Frieden zwischen den Parteien wiederherzustellen, damit sich alle anschließend wieder in die Augen sehen könnten. Sinn und Zweck eines Schiedsverfahrens sei, dass es eben nicht zu einem förmlichen Verfahren vor Gericht komme. Er riet: „Wenn es in der Nachbarschaft stattfindet, soll es auch in der Nachbarschaft bleiben.“

Ähnliche Erfahrungen hatte auch Anke Krähahn gemacht, die fünf Jahre das Amt der Schiedsfrau im Bezirk Stadtmitte ausgeübt hatte und aus beruflichen Gründen nicht weiterführen wollte. Drei bis vier Fälle habe sie pro Jahr bearbeitet, erklärte sie ihrem Nachfolger und den Stellvertretern. Mal seien die Fälle „gedrubbelt“ aufgetreten, mal in der Reihe nacheinander.

Durchsetzungsfähigkeit  ist wichtig

Gleich zu Beginn seien zwei Klienten jeweils mit Anwalt im Schlepptau erschienen. Anwälte dürfen in einem Schiedsverfahren nur beratend tätig sein. Krähahn: „Die hatten aber die Weisheit gelöffelt.“ Eigentlich hätte sie da schon keine Lust mehr auf die Schiedsarbeit gehabt, sagte sie augenzwinkernd.

Offensichtlich konnte sie eine hohe Durchsetzungsfähigkeit entwickeln, die auch dringend nötig sei, wie sie ihren Nachfolgern glaubwürdig versichern konnte. Man müsse den Parteien gegenüber von Anfang an klarstellen, wer der Herr im Ring sei, so Krähahn. Vorab sollte klar geregelt sein, wer wann sprechen dürfe. Beleidigungen am Tisch müssten auf der Stelle unterbunden werden.

„Ich hatte das komplette Spektrum“, erzählte sie gestern vieldeutend. Oft werde gar nicht der aktuelle Fall verhandelt, häufig gehe es um weit zurückliegende Dinge, die plötzlich im Schiedsverfahren auf den Tisch kämen.

Wichtig sei, jeden Erfolgsschritt im Verfahren abzusichern und zu dokumentieren. Beim Schiedsverfahren werde geschlichtet und nicht gerichtet, so Krähahn, das sei ein wesentlicher Unterschied. In einem Schiedsverfahren werde aus dem gesunden Rechtsempfinden heraus ein Kompromiss für beide Seiten gefunden. Juristische Kenntnisse seien nicht nötig, das Bauchgefühl stimme sehr häufig mit dem Recht überein. Manche hätten sich nach der Schlichtung weinend in den Armen gelegen.

Vor Gericht hingegen werde geklärt, wer Recht bekomme und wer nicht. Da gebe es Sieger und Verlierer. Gerichtsverfahren seien viel teurer als Schiedsverfahren, auch das spreche für das Ehrenamt der Schiedsleute.

Keine Klage ohne Schiedsverfahren

Manche Privatklagen vor Gericht seien erst möglich, wenn vorher ein Schiedsverfahren abgelaufen sei. Mit einer „Sühnebescheinigung“ könne so vor Gericht gezogen werden.

Die Aufgabe als Schiedsfrau habe sie sehr interessant gefunden, so Krähahn, sie habe tiefe Einblicke in den „Menschen an sich“ bekommen. Bürgermeisterin Silvia Voßloh bedankte sich bei Anke Krähahn für die geleistete Arbeit und übergab Werdohler Weingläser.

Der neue Schiedsmann Moritz-Adolf Trappe und die Vertretungen für Stadtmitte, Frank Arnrich, und Versetal, Antje Klittich, werden zunächst einmal in Schulungen auf die Aufgabe vorbereitet. Durch die Bestellung durch das Altenaer Amtsgericht sind sie aber ab sofort für ihre Bezirke zuständig.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare