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Werdohler Rundwanderweg: Widerstände gegen Reaktivierung

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Von: Volker Griese

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Der Werdohler Rundweg soll eigentlich reaktiviert werden, aber bei der Umsetzung des Vorhabens tun sich nun unerwartete Hindernisse auf.
Der Werdohler Rundweg soll eigentlich reaktiviert werden, aber bei der Umsetzung des Vorhabens tun sich nun unerwartete Hindernisse auf. © Heyn, Volker

Bis zur Reaktivierung des Werdohler Rundwanderweges sind offensichtlich noch einige Stolpersteine zu beseitigen. Diesen Eindruck vermittelte Richard Müller-Schlotmann, Vorsitzender des Stadtsportverbands Werdohl (SSV), am Dienstagabend in der Sitzung des Sportausschusses.

Werdohl ‒ Der SSV-Vorsitzende berichtete dem Ausschuss vom Stand der Bemühungen, den vormals knapp 60 Kilometer langen Wanderweg rund um Werdohl anders zu führen und neu zu beschildern. Eine Debatte darum hatte eine Reportage in dieser Zeitung ausgelöst, die Volker Heyn veröffentlicht hatte, nachdem er die Strecke innerhalb eines Tages gewandert war. Schließlich hatte der SSV sich bereit erklärt, die bereits entmarkierte Langstrecke wiederzubeleben, und war das Projekt zusammen mit dem Sauerländischen gebirgsverein (SGV) angegangen.

Stadt Neuenrade stellt sich quer

Bei der Umsetzung kommt es jetzt aber zu Problemen. Es habe einige Einwände von Anliegern gegeben, die mit einer Wegführung über ihre Grundstücke nicht einverstanden gewesen seien und alternative Möglichkeiten vorgeschlagen hätten, berichtete Müller-Schlotmann. „Wir waren für diese Hinweise sehr dankbar und haben mit den Anliegern gesprochen“, deutete er an, dass es in den meisten Fällen zu einer Einigung gekommen sei.

Gravierender ist nach Müller-Schlotmanns Darstellung aber wohl ein Einwand der Stadt Neuenrade, über deren Territorium einige Abschnitte des Werdohler Rundwegs führen sollen. „Neuenrade hat gerade erst ein Leitsystem erstellt und befürchtet nun, dass dieses durch den neuen Wanderweg hinfällig wird“, schilderte der SSV-Vorsitzende den Haupteinwand aus der Nachbarstadt, die Werdohler Wanderzeichen könnten Wanderer auf Neuenrader Gebiet in die Irre führen.

Ein Kompromiss scheint in Sicht

CDU-Ratsherr Manfred Buchta, der sich von Beginn an für die Reaktivierung des Werdohler Rundwanderwegs stark gemacht hatte, konnte die Neuenrader Bedenken nicht ganz nachvollziehen, weil es sich nur um ein kurzes Wegstück handele, wie er sagte. Er brachte aber auch einen Kompromiss ins Spiel: Es sei auch möglich, den Rundwanderweg über vorhandene Wanderwege zu führen, ohne ihn dort explizit zu zeichnen. „Das hätte auch den Vorteil, dass man sich die Arbeit der Pflege und des Nachzeichnens erspart“, sagte Buchta.

Bürgermeister Andreas Späinghaus gingen diese Überlegungen schon zu weit. Die Stadt Werdohl habe in der ganzen Angelegenheit eigentlich gar nicht mitzureden, fand er und verwies dabei auf einen Vertrag der Stadt mit dem SGV-Hauptverein in Arnsberg. Darin sei geregelt, dass sich der SGV um die Wanderwege in Werdohl kümmere. Insofern sei auch die Kennzeichnung des Werdohler Rundwanderweges auf Neuenrader Stadtgebiet eine Angelegenheit zwischen dem SGV und der Stadt Neuenrade. Späinghaus sprach davon, dass eine Einigung bis Ende Oktober herbeigeführt werden solle, und empfahl: „Wir sollten abwarten, wie die beiden sich einigen, dann können wir die Situation neu bewerten.“

Einwände rechtlich nicht verbindlich

Rechtlich verbindlich sind die Einwände der Stadt Neuenrade ohnehin nicht. „Es ist ein eher informelles Verfahren“, sagte Claudia Martin vom SGV-Wegemanagement schon im September. Neuenrade könnte den Werdohler Rundweg also nicht verhindern. Allerdings drängt die Zeit: Bis Ende 2021 muss der SSV die 6000 Euro Fördermittel ausgeben und abrechnen, die er aus einem Leader-Kleinprojekt erhalten hat.

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