40 Werdohler Realschüler zu Gast bei der Feuerwehr

Da stöhnte Nils Kostusiak (12), als ihm der Jugendfeuerwehrleiter Lars Dittmann die Pressluftflasche anlegte. ▪

WERDOHL ▪ Schutzanzüge, gefährliche Chemikalien, Dekontaminationsdusche, orangene Warnschilder: Mit diesen Dingen begann die Projektwoche für 40 Realschüler im Feuerwehrgerätehaus Eveking. Da galt es für den Nachwuchs viele Fragen zu stellen und allerhand auszuprobieren.

Lars Dittmann, Leiter der Werdohler Jugendfeuerwehr, und zwölf Kameraden der freiwilligen Feuerwehr aus allen Werdohler Löschzügen boten den Schülern der sechsten bis neunten Klasse ein abwechslungsreiches Programm. Noch bis morgen folgen an den Projekttagen viele Themen rund um den Einsatz bei den Brandschützern. „Davon versprechen wir uns natürlich etwas“, betont Dittmann und hofft, dass einige demnächst selbst in der Jugendwehr aktiv werden.

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Realschule Werdohl bei der Jugendfeuerwehr

Für die Übungen mit den jungen Werdohlern haben sich die Feuerwehrleute sogar Urlaub genommen. „Wir haben derzeit 24 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr“, erklärt Lars Dittmann. Ziel seien mindestens 30 junge Leute für den Nachwuchs der Wehr. Dafür lohne es sich auch Urlaub zu nehmen, ergänzte er. Ab zwölf Jahren sind die Schüler jeden Freitag ab 17.30 Uhr in der Wache Stadtmitte willkommen.

Genau so einen Freitagsdienst präsentieren die Wehrleute für die Realschüler in dieser Woche in verkürzter Form.

Mit dabei ist Nils Kostusiak (12). Seit zwei Monaten ist er bei den Blauröcken und konnte seinen Mitschülern schon einiges erklären. „Ich habe zum Beispiel schon Gerätekunde gemacht“, erzählt Nils von seinem ersten Lehrgang. Seine Uniform sitzt auch schon perfekt.

Gefährliche

Stoffe getestet

Nach einer Schulstunde Theorie – Thema war der ABC-Schutz – mit Brandmeister Christian Wagner durften die Jugendlichen endlich in die Fahrzeughalle. Dort hatten die Wehrleute vier Stationen zum Thema aufgebaut. Es gab einen Dekontaminationsplatz mit Dusche und einen Tisch auf dem Gefahrenstoffe getestet werden konnten. Bei Essig oder Cola-Säure wurde der ph-Wert festgestellt. ABC steht für atomare, biologische und chemische Gefahrenstoffe.

An einer anderen Stelle halfen die Wehrmänner den kleinen Kameraden in einen ABC-Schutzanzug. Mit dicken Handschuhen und in dem wuchtigen Anzug war es ganz schön schwer, einen kleinen Clip an einer Jacke zu befestigen. Auch allein in den Anzug zu schlüpfen, klappte nicht ganz. „Da brauchen wir viel Manpower“, erklärte Oberfeuerwehrmann Björn Kohlhage.

Pressluftflaschen sind ganz schön schwer

„Uff“, stöhnte Nils Kostusiak, als ihm Lars Dittmann die schwere Pressluftflasche über die Schultern legte. „Ja, die haben ein ganz schönes Gewicht“, sagte der Leiter der Jugendfeuerwehr und lachte.

Auch in den folgenden Tagen haben die Realschüler viel zu erkunden. Heute und morgen sind sie in der Hauptwache aktiv und lernen Grundlagen zum Thema Feuer und die Rettung verletzter Personen. Als Höhepunkt soll morgen zudem die Drehleiter zum Einsatz kommen. ▪ Von David Schröder

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