Feuerwehrgerätehaus für die Stadtmitte

Rat stellt die Feuerwehr weiter auf die Geduldsprobe

In Vertretung der erkrankten Bürgermeisterin Silvia Voßloh leitete am Montagabend der stellvertretende Bürgermeister Dirk Middendorf die letzte Sitzung des Rates in dieser Wahlperiode.
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In Vertretung der erkrankten Bürgermeisterin Silvia Voßloh leitete am Montagabend der stellvertretende Bürgermeister Dirk Middendorf die letzte Sitzung des Rates in dieser Wahlperiode.

Der Werdohler Rat konnte sich auch am Montagabend nicht dazu durchringen, die Planung und Durchführung des Baus des neuen Feuerwehrgerätehauses für den Löschzug Stadtmitte in die Hände der Stadtverwaltung zu geben. Vielmehr überließ er diese Entscheidung dem neugewählten Rat, der zu seiner ersten Sitzung am 2. November zusammenkommen wird.

Werdohl - Die politischen Gremien der Stadt beschäftigen sich seit Jahren mit dem Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses für den in der Stadtmitte stationierten Löschzug. Fest steht bis jetzt nur, dass das Gebäude auf einem städtischen Grundstück am Grasacker gebaut werden könnte. Wie es aussehen soll, wer es planen und bauen soll, wann mit dem Bau begonnen werden könnte, wann die Feuerwehr von der Neustadtstraße an den Grasacker umziehen könnte – auf all diese Fragen gibt es bislang keine Antworten. Das hängt auch damit zusammen, dass der Rat, nicht zuletzt auf Drängen der CDU-Fraktion, die Stadtverwaltung beauftragt hat, zu überprüfen, ob ein Investor das Gerätehaus nicht billiger und schneller bauen könnte, als wenn Planung und Bauausführung in der Hand der Verwaltung liegen.

Vor der Ratssitzung hatte die Verwaltung nun vorgeschlagen, diese zeitaufwändige Prüfung gar nicht erst durchzuführen, weil Investoren in der Regel Risiko- und Gewinnaufschläge einkalkulieren. Die Stadt selbst könne dagegen Geld am Kapitalmerkt gerade so günstig bekommen, dass eine Bauausführung in Eigenregie sich durchaus rechnen werde. Dadurch könne auf jeden Fall Zeit gespart werden.

Uns ist allen klar, dass Druck hinter der Sache ist.

Dirk Middendorf, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Werdohl

Die Politiker sahen jedoch keinen Grund zur Eile und wollten auf die Prüfung des Investorenmodells nicht ohne weiteres verzichten. Immerhin sei noch so viel Zeit, dass sich doch der neu gewählte Rat noch einmal mit dem Thema befassen solle, fand CDU-Fraktionschef Stefan Ohrmann und fand damit Zustimmung bei allen anderen Fraktionen. Die Verwaltung könne ja trotzdem weiter an vorbereitenden Planungen arbeiten, hieß es. Deshalb wurde die Entscheidung über das weitere Vorgehen vertagt.

So reagiert die Feuerwehr

Auf den Besucherplätzen hatten einige Mitglieder der Feuerwehr die Diskussion verfolgt. Darunter war auch Wehrleiter Kai Tebrün, der mit dem Ergebnis „nur halb zufrieden“ war, wie er anschließend auf Nachfrage sagte. Es gebe einfach keine Zeit mehr zu verlieren, verwies er darauf, dass der Stadt die Bezirksregierung im Nacken sitze. Der Bau des neuen Feuerwehrgerätehaus sei an die Ausnahmegenehmigung geknüpft, die Werdohl noch bis 2023 davon entbindet, eine hauptamtliche Feuerwache zu unterhalten. „Wenn im November oder Dezember keine Entscheidung fällt, wie es konkret weitergehen soll, wird die Bezirksregierung sicherlich ungemütlich“, vermutete der Feuerwehrchef.

Das schien auch dem stellvertretenden Bürgermeister Dirk Middendorf (CDU) klar zu sein, der die letzte Sitzung der Wahlperiode in Vertretung der erkrankten Bürgermeisterin Silvia Voßloh leitete. „Uns ist allen klar, dass Druck hinter der Sache ist“, sagte er und räumte ein, dass auch mehr Transparenz förderlich sei.

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