Werdohler Räuber nach wilder Flucht festgesetzt

WERDOHL/LÜDENSCHEID - Nach einem Supermarkt-Überfall in Düsseldorf am Samstag und spektakulärem Fluchtversuch sitzt ein junges Räuber-Trio aus Lüdenscheid und Werdohl jetzt in Untersuchungshaft. Der 18-jährige Haupttäter aus Lüdenscheid, ein Abiturient, sein 17 Jahre alter Komplize aus Werdohl und ein weiterer 19-Jähriger aus Lüdenscheid haben zudem gestanden, auch den Hit-Markt in Lüdenscheid am 22. Dezember überfallen zu haben.

Der 18-Jährige drohte dem Filialleiter eines Supermarktes im Düsseldorfer Süden am Samstag um kurz nach acht Uhr laut Polizei damit, eine deponierte Bombe werde explodieren, wenn er kein Geld rausrücke. Zu dem Zeitpunkt befanden sich etwa 200 Kunden und 40 Angestellte im Laden. Der Filialleiter nahm die Drohung ernst und überreichte dem Täter einen hohen fünfstelligen Betrag aus dem Tresor. Geistesgegenwärtig löste er aber auch Alarm aus.

Der Lüdenscheider sprang mit dem Geld in einen Audi A3, in dem sein 17-jähriger Komplize aus Werdohl wartete. Die Polizei hatte bereits einen Großeinsatz eingeleitet und verfolgte den davonrasenden schwarzen Fluchtwagen, den die Täter im Sauerland angemietet hatten. Nach einer wilden Jagd bei Tempo 160 bis 200 auf der A46, an der insgesamt bis zu 16 Streifenwagen teilnahmen, knallten die Flüchtigen am Autobahnkreuz Neuss Süd gegen die Mittelleitplanke. Das Fahrzeug schleuderte quer über die Fahrbahn an den rechten Rand und wurde vollkommen zerstört. Fahrer und Beifahrer blieben unverletzt und wurden festgenommen. Waffen fanden die Beamten nicht.

Zwischenzeitlich hatte die Polizei den Supermarkt evakuiert und Sprengstoffhunde eingesetzt. Eine Bombe war jedoch nicht im Laden deponiert. Der Supermarkt blieb fast zwei Stunden gesperrt. Bei der Vernehmung bekamen die Ermittler heraus, dass noch ein dritter Täter aus Lüdenscheid beteiligt war. Er hatte „Schmiere gestanden“, um seine Komplizen vor anrückenden Polizeiwagen zu warnen.

Der 19-Jährige fuhr nach dem Überfall mit dem Taxi nach Dortmund und von dort mit dem Zug nach Lüdenscheid. In einem Hotel, in dem sich die drei Räuber schon einige Zeit einquartiert hatten, nahm die Polizei ihn dann ebenfalls fest.

Alle Drei wurden gestern Nachmittag wegen schwerer räuberischer Erpressung dem Haftrichter vorgeführt. Der Richter erließ Haftbefehl und schickte das Trio in Untersuchungshaft.

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