Werdohler prügelt mit Besenstiel auf Vermieter ein

Symbolbild

WERDOHL ▪ Frust auf beiden Seiten führte im September vergangenen Jahres zur Eskalation einer Mietstreitigkeit. Der 46-jährige Vermieter aus Hattingen forderte seinen Werdohler Mieter nach einem Anruf der Stadtverwaltung auf, seine zahlreichen Hunde vom vermieteten Grundstück zu entfernen, die als verwahrlost beschrieben wurden. Daraufhin kam es zu einem handfesten Streit zwischen dem 34-jährigen Angeklagten und seinem Vermieter.

Auf Seiten des angeklagten Werdohlers mischte ein 46-jähriger Herscheider mit und langte ordentlich zu – und das obwohl er ursprünglich vorgehabt hatte, den Streit nicht eskalieren zu lassen und schlichtend einzugreifen.

Der 34-jährige Angeklagte soll zum verabredeten Treffpunkt in Werdohl gefahren sein, um die Sache zu klären. Er hätte den Vermieter laut dessen Aussage beim Parken fast überfahren und ging dann auf ihn los. Zuerst prügelte der einschlägig vorbestrafte Werdohler auf seinen Kontrahenten ein, dieser setzte sich jedoch zur Wehr.

Der 46-jährige Freund des Angeklagten kam hinzu, trennte die beiden Streithähne, allerdings nur, um den Vermieter ebenfalls zu schlagen und zu treten.

Diese Gelegenheit nutzte der 34-Jährige Mann aus Werdohl, um sich einen Besenstiel aus seinem Auto zu holen. Dabei entkamen seine beiden Schäferhunde aus dem Kofferraum und folgten, laut bellend und knurrend, ihrem Herrchen zurück zum Getümmel, blieben aber auf Abstand.

Der Vorwurf in der Anklageschrift, der 34-Jährige hätte sie gezielt auf seinen Vermieter gehetzt, konnte nicht aufrechterhalten werden. Mit dem Besenstiel schlug der 34-Jährige mehrfach weiter auf den Vermieter ein. Auch der Herrscheider schlug immer weiter zu.

Erst als der Vermieter durch seinen hohen Blutverlust zusammensackte, ließen die beiden Angeklagten von ihm ab.

Der Mann wurde vom mittlerweile eingetroffenen Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht. Er trug zahlreiche Prellungen und blaue Flecke davon, durch eine Platzwunde am Kopf war er am Ende der Prügelattacke blutüberströmt.

Das Altenaer Amtsgericht unter Vorsitz von Richter Dirk Reckschmidt verurteilte beide Angeklagte gestern zu Freiheitsstrafen, die aber zur Bewährung ausgesetzt wurden.

Dabei kam der nicht vorbestrafte 46-jährige Herscheider glimpflicher davon. Er wurde zu sechs Monaten verurteilt und muss dem Opfer 500 Euro Schmerzensgeld zahlen. Der mehrfach einschlägig vorbestrafte Werdohler wurde zu einem Jahr auf Bewährung und der Zahlung von 1000 Euro Schmerzensgeld an seinen Vermieter verurteilt. ▪ Anja Grevener

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