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Geplante Schließung der Sprach-Kitas: Werdohler wollen sich wehren

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Von: Carla Witt

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Im Kindergarten könnte es für manche Kinder bald schwieriger werden, sollte das Bundesprogramm Sprach-Kitas tatsächlich enden. In Werdohl will man sich dafür einsetzen, das zu verhindern.
Im Kindergarten könnte es für manche Kinder bald schwieriger werden, sollte das Bundesprogramm Sprach-Kitas tatsächlich enden. In Werdohl will man sich dafür einsetzen, das zu verhindern. © dpa

„Es würde sich einiges verschlechtern, wenn das Bundesprogramm Sprach-Kitas tatsächlich enden sollte.“ Das steht für Gernegroß-Leiterin Birgit Nörthemann und ihr Team eindeutig fest. Auch viele Eltern wollen unbedingt, dass der Satz „Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“, auch weiterhin eine große Rolle im Kindergartenalltag an der Schulstraße spielt: Insgesamt 470 Unterschriften für den Erhalt der Sprach-Kitas sind in der Werdohler Einrichtung gesammelt worden. Bundesweit haben mehr als 276 000 Menschen die entsprechende Petition unterschrieben.

Werdohl - Die Ampelregierung will die Förderung streichen: Nach elf Jahren – Sprach-Kitas gibt es seit 2016, bis dahin wurde das Vorgängerprogramm gefördert – sind im Haushaltsplanentwurf 2023 des Bundes keine Mittel mehr für diese Sprachförderung ausgewiesen. Dagegen wehren sich nicht nur das Gernegroß-Team, an der Spitze mit Birgit Nörthemann und Sabine Schöbel, die als Fachkraft für die Umsetzung des Programms an der Schulstraße verantwortlich ist, sondern auch die Belegschaften und Eltern vieler anderer Sprach-Kitas.

Gernegroß gehört zum Lüdenscheider Verbund der Sprach-Kitas, diese Einrichtungen werden von Eva Rahm von der Stadt Lüdenscheid begleitet. Sie unterstreicht: „Durch die erfolgreiche Zusammenarbeit im Verbund unserer Sprach-Kitas und einem sehr motivierten Engagement der Teams konnte sich jede Einrichtung positiv weiterentwickeln und die Qualität ihrer Arbeit steigern. Dieses darf durch den Wegfall der Förderung nicht in Gefahr geraten!“

Diese Ansicht vertritt auch Bürgermeister Andreas Späinghaus: „Wir sollen uns als Stadt auf weitere Flüchtlinge einstellen. Dann kann und darf es aber nicht sein, dass auf der anderen Seite ein solches Förderprogramm gestrichen wird.“ In Werdohl gibt es zwei städtische Sprach-Kitas: Auch in der Wunderkiste in Ütterlingsen ist die Sprachförderung seit vielen Jahren in den Kita-Alltag integriert.

In Werdohl wollen es die Teams der Kitas und die Eltern nicht dabei belassen, nur die Petition zu unterzeichnen. „Wir wollen uns am Aktionstag, am Mittwoch, 19. Oktober, beteiligen und gegen die Streichung der Förderung protestieren“, erklären Schöbel und Nörthemann, die gemeinsam als „Tandem“ für die Sprachförderung in der Kita Gernegroß verantwortlich zeichnen.

Auch Bürgermeister Andreas Späinghaus und Jugendamtsleiter Michael Thomas-Lienkämper unterstützen den Aktionstag. Was dafür geplant ist, soll momentan allerdings noch nicht verraten werden.

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