Werdohler Praxis feiert Welt-Ergotherapie-Tag

Ergotherapeut Tobias Schulte empfängt am Welt-Ergotherapie-Tag zahlreiche Besucher in seiner Praxis. Dort entdecken die Kinder auch das Raps-Fühlbad. - Fotos: privat

Werdohl - Die Praxis für Ergotherapie von Tobias Schulte nutzte den Welt-Ergotherapie-Tag, um artverwandten Berufsgruppen wie Lehrern, Ärzten und Logopäden die Räume an der Bahnhofstraße 3 zu zeigen. Zahlreiche Interessierte erschienen in der Praxis, um sich über die Ergotherapie zu informieren.

Ergotherapie – sie unterstützt Menschen, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt sind. Spezifische Aktivitäten sowie Beratung helfen bei der Verbesserung der Lebensqualität. So formuliert es der DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten).

In der Praxis von Schulte werden zu 80 Prozent Kinder, hauptsächlich im Grundschulalter, behandelt. Er hingegen habe sich eher auf die neurologische Reha spezialisiert. Neurologische Patienten sind vor allem Menschen, die von Krankheiten wie MS (Multiple Sklerose) oder Parkinson betroffen sind, aber auch Schlaganfallpatienten können in seiner Praxis ergotherapeutisch behandelt werden.

Schultes Kollegin Nicol Perlick, mit der er auch immer häufiger Hausbesuche durchführe, ist auf die Frühförderung spezialisiert. Werden Patienten von ihrem Arzt an einen Ergotherapeuten überwiesen, sollten sie ein bis zwei Mal pro Woche über mindestens drei Monate hinweg zur Ergotherapie gehen. Manche Patienten würden jedoch auch Jahre lang behandelt, verriet der Fachmann weiter.

Schulte, der seit eineinhalb Jahren selbstständig als Ergotherapeut an der Bahnhofstraße praktiziert, nutzte den vom DVE initiierten Welt-Ergotherapie-Tag und stellte allen Interessierten seine Räume vor.

Drei Behandlungsräume gibt es in seiner Praxis: den Handwerksraum, den Bewegungsraum und den Raum für Erwachsene. „Im Handwerksraum werden in erster Linie Feinmotorik und Konzentration geschult“, erklärte Schulte. Dort gibt es eine Werkbank und Mal- und Bastelutensilien. Die Kinder können auch Körbe flechten.

Der Bewegungsraum mit einer Sprossenwand, einer Hängematte sowie zahlreichen Stoffklötzen wird in erster Linie von Kindern ab sechs Jahren genutzt.

Im sogenannten Erwachsenenraum werden etwa MS- oder Parkinson-Patienten sowie Demenzkranke oder Menschen mit Depressionen behandelt. Dort führt Schulte ein Gehirnleistungstraining durch, hilft beim Anlernen von Bewegungen oder übt mit den Patienten das Anziehen. Das sei vor allem bei Schlaganfallpatienten, die halbseitig gelähmt seien, wichtig, so Schulte.

Insgesamt 30 Personen besuchten am Montag die Veranstaltung. Überwiegend kamen Physiotherapeuten und Logopäden, aber auch Ärzte. Zudem sind auch einige Lehrer und Mitarbeiter des Jugendamtes erschienen. „Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden“, sagte Schulte.

Viele, die an dem Tag keine Zeit hatten, vereinbarten jedoch im Vorfeld bereits einen seperaten Termin mit Tobias Schulte und zeigten großes Interesse an dessen Angebot. Auch Kooperationen mit Logopäden oder Physiotherapeuten seien bereits vorhanden. Diese würden bei Bedarf ihre Patienten an die Praxis von Schulte überweisen, erfuhren die Besucher.

In den Gesprächen mit Lehrern und Ärzten gibt Schulte Empfehlungen und Tipps, woran beispielsweise Lehrer erkennen, dass ein Schüler Hilfe eines Ergotherapeuten in Anspruch nehmen sollte. Hinweise seien Unkonzentriertheit und motorische Einschränkungen, angefangen bei der Stifthaltung. „Das kann häufig schon mit der Sitzhaltung zusammenhängen“, erklärte Schulte. In seiner Praxis werde das Kind als Ganzes gesehen, um den Problemen auf den Grund zu gehen. Dazu diene auch ein Konzentrationstest, der als Zusatzleistung in der Praxis angeboten werde. Mithilfe des „tea-ch“-Tests (Test of Everyday Attention for Children) wird die Aufmerksamkeitsleistung eines Kindes objektiv in Beziehung zu seiner Altersgruppe gesetzt.

Von Nathalie Kirsch

Wer sich für die Ergotherapie interessiert und weitere Informationen zu den Leistungen erhalten möchte, kann sich in der Praxis von Tobias Schulte unter Tel. 0 23 92 / 72 10 90 melden.

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