1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Werdohl

Hitze: Wasser, Eis und Füße in den Pool

Erstellt:

Von: Volker Heyn

Kommentare

Eine alte Frau trinkt Wasser aus einem Glas, das ihr gereicht wird. Vor allem bei der derzeitigen Sommerhitze, aber längst nicht nur dann ist ausreichendes Trinken wichtig. In Altenpflegeheimen gibt es sogar gesetzliche Standards, was zu tun ist.
Eine alte Frau trinkt Wasser aus einem Glas, das ihr gereicht wird. Vor allem bei der derzeitigen Sommerhitze, aber längst nicht nur dann ist ausreichendes Trinken wichtig. In Altenpflegeheimen gibt es sogar gesetzliche Standards, was zu tun ist. © Jana Bauch

Wer bei einigermaßen guter Konstitution ist, schafft die heißen Tage zwar mit ein paar Unannehmlichkeiten, sollte aber ansonsten in seiner Gesundheit nicht groß beeinträchtigt werden. Das sieht bei alten Menschen in Pflegeeinrichtungen ganz anders aus: Große Sommerhitze kann hier schnell zu gesundheitlichen Problemen führen.

Werdohl - Schneller als bei jungen Menschen können hohe Temperaturen bei Älteren zu Kreislaufproblemen und Schwäche führen. Die körperlichen Warnsignale für Überhitzung setzen bei älteren Menschen erst verzögert ein. Bei älteren Menschen mit Pflegebedarf kommt hinzu, dass deren Erkrankungen die Auswirkungen von Überhitzung noch verschlimmern können. Menschen, die in einer Pflegeeinrichtung leben, sind oftmals auf Hilfe angewiesen, um sich gegen die Hitze zu wappnen, und müssen sich in manchen Dingen mit anderen Bewohnern abstimmen. Die Einrichtungen sind in den meisten Fällen auf eine Hitzewelle eingestellt: Es gibt präventive Handlungsempfehlungen, Hitze-Warnsysteme und pflegerisch-medizinische Ratgeber hierzu.

Bei Temperaturen knapp unter 40 Grad gelten auch in den drei Werdohler Pflegeeinrichtungen besondere Regeln. Kurz und knapp ist Sonia Tabiadon, Einrichtungsleiterin des Seniorenzentrums Werdohl an der Schulstraße: „Da ist doch alles standardisiert und gesetzlich vorgeschrieben, da gibt es nichts Neues.“ Es gebe sogar Vorgaben, welche Geschmäcker beim Eis angeboten werden sollten. Eine Klimaanlage gebe es in den Speisesälen, nicht auf den Zimmern. Für weitere solcher Fragen sollte bitte die Geschäftsführung bei den Märkischen Seniorenzentren angesprochen werden.

Erheblich erklärfreudiger hingegen ist Susanne Thöne, die Einrichtungsleiterin der privaten Seniorenpflegeeinrichtung Haus Versetal. Vor wenigen Tagen sei in ihrem Haus ein neuer Standard als Arbeitsleitfaden festgelegt worden: Der Titel lautet „Bei großer Sommerhitze“. Solche Themen würden im Qualitätszirkel besprochen.

Auch im Haus Versetal gibt es keine Klimaanlage für die Räume der Bewohner und Bewohnerinnen. In der Cafeteria gibt es eine Klimaanlage. Auf den Zimmern würden Ventilatoren bereitgestellt, vor allem vor die zur Sonne ausgerichteten Fenster im Neubau gibt es blickdichte Vorhänge. Die Nachtwachen sind angewiesen, frühzeitig zu lüften und die Fenster zu öffnen – und zeitig vor der Sonneneinstrahlung wieder zu schließen. Dass den Männern und Frauen besonders häufig Wasser und andere Getränke angeboten werden, verstehe sich von selbst. Sehr beliebt sei Wassereis, weniger Milcheis. Auch Wassermelone werde gerne genommen.

Eine regelrechte Attraktion sei der kleine Pool draußen. Die Wasserqualität darin sei kontrolliert, sodass besonders Fußbäder sehr willkommen seien. Zum richtigen Baden ist der Pool zu klein. Thöne: „Wir schauen gerade, dass wir alles möglich machen, was unseren Bewohnern das Leben bei der Hitze erträglich macht.“ Aber auch für die Mitarbeitenden gelte es, gute Arbeitsbedingungen bei der Wärme zu schaffen.

Das Wichernhaus hat eine neue Leiterin und bekommt eine Klimaanlage

Erst zwei Tage im Dienst in Linda Scholz, die als neue Leiterin des Wichernhauses im Perthes-Werk bestellt ist. Sie ist auf Birgit Frerkes vom Mendener Klepper-Haus gefolgt, die die Werdohler Einrichtung nur übergangsweise geleitet hatte. Frerkes war nach dem überraschenden Fortgang von Kerstin Medenbach Anfang 2021 eingesprungen, weil sich damals auf die Schnelle keine Neubesetzung ergab. Das ist jetzt geschehen, seit Mitte Juli ist Linda Scholz im Dienst. Natürlich werde auch im Wichernhaus alles getan, den Bewohnern die Sommerhitze erträglich zu machen. „Wir brauchen unbedingt eine Klimaanlage“, sagte sie auf Nachfrage. Das werde aber passieren: „Wir sind dran, wir werden definitiv eine bekommen.“

Nach gerade mal zwei Tagen in der Leitungsverantwortung könne sie momentan noch nichts Genaueres sagen.

Auch interessant

Kommentare