Kracht-Pendler: „Weil die Arbeit passt, fährt man gerne“

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Diese vier Mitarbeiter von Kracht pendeln zur Arbeit (von links): Personalleiter Benjamin Schäfer aus Schwerte, Versandleiter Holger Rosier aus Gelsenkirchen-Buer, Karl Müller, Leiter Einkauf Materialwirtschaft aus Koblenz und Facharbeiterin Katrin Stekla aus Essen. Ihre Arbeitsbedingungen bei Kracht seien so gut, sagen alle übereinstimmend, dass sie die weiten Fahrten in Kauf nähmen.

Werdohl - Tägliches Pendeln über weite Strecken zur Arbeitsstelle kostet Nerven, Zeit und Geld, ist aber bei vielen Berufspendlern Lebenswirklichkeit. Allein in Werdohl verlassen täglich 4859 Menschen ihren Wohnort, um zur Arbeit zu fahren. 4734 kommen von außerhalb in die Stadt an Lenne und Verse, um hier zu arbeiten. Der Pumpenhersteller Kracht am Kettling stellte unserer Redaktion exemplarisch vier Pendler und ihre Beweggründe vor.

Die weiteste Strecke legt der 57-jährige Karl Müller zurück: Er wohnt in Koblenz und hat 190 Kilometer und je nach Verkehrslage zwischen zwei und vier Stunden auf Uhr und Tacho, wenn er zum oder vom Kettling fährt.

Seit dreieinhalb Jahren ist er bei Kracht, leitet den Einkauf der Materialwirtschaft. Schon seit acht Jahren pendele er erhebliche Strecken zur Arbeit. Weil niemand täglich 380 Kilometer hin und zurück zur Arbeit fahren kann, wohnt er unter der Woche möbliert in Werdohl.

Pendeln als Vorteil in der Ehe

Müller spricht ganz offen darüber, wie sich die Pendelei auf sein Leben auswirke. Er ist Ehemann, Vater und Großvater. „Das Leben mit der Familie wird intensiver, weil es keine tägliche Routine gibt.“ Jeden Tag spreche er im Video-Chat mit seiner Frau. Die Beziehung konzentriere sich aufs Wochenende, das empfinde er sogar als Vorteil in einer langen Ehe.

Soziale Kontakte ließen sich allerdings schlechter halten, weil er unter der Woche eben nicht zuhause sei. Einen früheren Pendler-Job habe er aufgegeben, als der Sohn noch sehr klein war. Sonst hätte er Jahre des Aufwachsens seines Kindes versäumt, das habe er nicht dem Beruf opfern wollen. Die Motivation für die Pendelei begründet Müller mit einer extrem hohen Arbeitszufriedenheit.

Großstadtkind will nicht auf's Land

Die außerordentlich hohe Zufriedenheit mit dem Job und der Firma Kracht gibt auch Katrin Stekla aus der Fertigung als Grund an. Die Frau im Blaumann an der CNC-Maschine kommt seit acht Jahren täglich aus Essen, und das auch noch im Dreischichtbetrieb.

Sie lebt in Essen mit ihrer Lebensgefährtin, keine will vom gemeinsamen Lebensmittelpunkt weg. Die gebürtige Berlinerin fühlt sich als Großstadtkind, auf dem Land will sie auf keinen Fall leben.

Und ein beruflicher Wechsel näher an Essen? „Bei Kracht mache ich ganz genau das, was ich machen möchte. Ich habe keine Lust, mir etwas anderes zu suchen.“ Solange sie die oft nervige Fahrerei aushalte, werde sie fahren. „Was später kommt, sehen wir dann“, meint die 46-Jährige.

Umzug ins Sauerland ist geplant 

Ein Umzug ins Sauerland auf mittlere Sicht ist bei Holger Rosier geplant. Der 45-jährige wohnt mit Frau und kleinem Sohn in Gelsenkirchen-Buer. Seit drei Jahren pendelt er, Rosier ist Führungskraft und leitet den Versand. Morgens braucht er für die 100 Kilometer eine gute Stunde, Freitagnachmittags sind es auch schon mal zweieinhalb.

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Für ihn sei das alles machbar und erträglich, weil die Arbeit bei Kracht genau seinen Vorstellungen entspreche. „Der Job ist für mich ein Sechser im Lotto“, sagt Rosier. Die Unternehmenskultur bei Kracht sei sehr gut, im Familienbetrieb werde jeder einzelne Mitarbeiter geschätzt. „Wenn die Arbeit passt, fährt man gerne“, meint Rosier.

Besondere Kultur bei Kracht

„Wir haben hier bei Kracht eine besondere Kultur“, sagt Personalleiter Benjamin Schäfer. Er selbst pendelt jeden Tag aus Schwerte 44 Kilometer nach Werdohl. Das sei angesichts der Distanzen seiner Kollegen natürlich nicht der Rede wert.

Als Personalchef sei die Distanz zwischen Wohnort und Arbeitsplatz gar nicht schlecht. Der 35-jährige Vater von bald zwei Kindern genieße die halbstündige Fahrt: „In der Zeit kann ich abschalten und runterkommen.“ Wie seine Kollegen hält er Kracht für ein „außergewöhnliches Unternehmen“.

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