Heiko Tank übernimmt Edeka-Center

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Heiko und Claudia Tank mit Töchterchen Vanessa Amy vor der Baustelle des Edeka-Centers Tank auf der Insel, das aller Voraussicht nach am 4. September eröffnen wird.

Werdohl - „Der Trend läuft so, dass die Kleinen aussterben.“ Das sagte Heiko Tank im Dezember 2010, als er beschloss, seinen 300 Quadratmeter kleinen Edeka-Markt in Kleinhammer zu schließen. Die Konkurrenz von Netto und Aldi war zu mächtig. Jetzt dreht Heiko Tank den Spieß um und wird einer von den Großen: Er hat für 15 Jahre das Edeka-Center auf der Insel mit 2100 Quadratmetern Verkaufsfläche gepachtet.

Ab Sommer ist Tank selbstständiger Chef von rund 45 Mitarbeitern und der Bestimmer zwischen Fleischtheke und Gemüseabteilung.

Tank ist 45 Jahre alt und hatte schon bei Aufgabe seines Lebensmittelgeschäftes in Kleinhammer vor drei Jahren „irgendwie“ an einen größeren Edeka-Markt gedacht. „Die Kontakte hatte ich schon, als wir nach zehn Jahren am 30. März 2011 schließen mussten“, sagt Tank heute. „Irgendwann“ war klar, dass die Edeka-Gesellschaft das Haus auf der Insel bauen lassen würde, und „irgendwann“ war Tank klar, dass er den Markt pachten würde. Nach der Schließung in Kleinhammer habe er immer Kontakt zum Bezirksleiter und später zu dessen Nachfolgerin gehabt. Im Juni 2013 war dann endgültig klar, dass das Edeka-Center auf der Insel seinen Namen tragen würde.

Im Augenblick noch ist er bei der Edeka angestellt und wird für die neue Aufgabe fit gemacht in einem Edeka-Center in Warstein. Für den gebürtigen Werdohler und gelernten Einzelhandelskaufmann ist der neue Markt schon eine wesentlich größere Aufgabe und Herausforderung als das kleine „Tante-Emma-Geschäft“ in Kleinhammer.

Schon alleine die Personalverantwortlichkeit: Für 45 Mitarbeiter inklusive Aushilfskräfte hat er Stellen ausgeschrieben, mehr als 100 Bewerbungen sind eingegangen. Für die Vorstellungsgespräche das eigene Wohnzimmer in Henneckenhammer zu nutzen, kam nicht infrage. Jetzt hat Tank für drei Tage Räume in Werdohl angemietet, um die Gespräche mit den Bewerbern zu führen. Dabei werde er unterstützt von Edeka-Mitarbeitern: „Da gibt es für jede Abteilung spezielle Ansprechpartner.“

Der große Partner Edeka biete ihm sehr viele Vorteile. Das Sortiment sollte natürlich zum größten Teil von der Edeka kommen, aber er werde auch Regionales anbieten. „Das können die anderen hier nicht so anbieten wie ich“, sagt Tank sehr selbstbewusst. Er will besser sein als seine Werdohler Konkurrenz mit Rewe, Netto, Aldi und Lidl.

Beim Bau habe er „selbstverständlich“ mitreden können: „Ich habe auch schon Wände versetzt.“ Natürlich weiß er jetzt schon ganz genau, wo welches Regal stehen wird. Tank deutet auf die Baustelle: „Da kommen Obst und Gemüse hin, da die Fleischtheke, da die Personalräume. Ich kenne mein Edeka-Center auswendig.“

Vier Shops kommen in die Vorkassenzone von Tank: Zwei sind vermietet an einen Bäcker mit Café und eine Lotto-Annahmestelle, zwei Shops stehen kurz vor dem Vertragsabschluss, in einem werden wahrscheinlich Blumen angeboten. Vom Bauherrn vermietet wurden, wie bereits berichtet, eine Volksbank SB-Filiale und Brillen Boutique Becker im Erdgeschoss.

„Natürlich ist genügend Kaufkraft hier“, meint Heiko Tank, „das hat die Standortanalyse ergeben. Sonst würde ich das ja nicht machen.“ Rund um die Insel fließt der Verkehr, Tank: „Die müssen dann nur noch abbiegen.“

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