Markuschu will einen Platz in der Popwelt

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Markus Schulte alias Markuschu ist Popsänger.

Werdohl - „Der Bahnhof ist mein Lieblingsort in Werdohl“, sagt Markus Schulte und zeigt strahlend um sich herum. „Meine Texte“, erklärt der junge Popsänger weiter, „schreibe ich aber beim Spazierengehen an der Lenne.“ Momentan entsteht die erste EP des Künstlers, der sich Markuschu nennt. Das Mini-Album soll letztlich sechs Titel beinhalten.

Schulte stammt zwar gebürtig aus Plettenberg, doch bereits als Vierjähriger zog er nach Werdohl. „Das ist meine Heimat“, sagt der 26-Jährige. Seine „tiefe Faszination für die Musik“ hat aber wohl noch in der Nachbarstadt ihren Ursprung.

„Ich bin schon in Windeln auf den Küchentisch gestiegen und habe zur Radiomusik ein imaginäres Orchester dirigiert“, weiß der junge Mann zu erzählen. „Später hatte ich dann einen Kassettenrekorder mit Mikrofon. Damit habe ich meinen eigenen Gesang aufgenommen.“

Das hat seine Familie jedoch nie groß genervt – im Gegenteil: „Meine Mutter war immer mein größter Fan: Sie hat immer zu mir gesagt: ‘Du musst was machen mit Deiner Stimme’.“ Vor einem Jahr ist die Mutter gestorben. Dennoch sei es reiner Zufall, dass er ausgerechnet jetzt dem Wunsch seines „größtem Fans“ entspricht: Er arbeitet momentan an seiner ersten professionellen Produktion – und zwar im Lüdenscheider Studio eines Freundes. „Den Song ‘Free Rainbow’ kann man schon bei Soundcloud im Internet hören“, berichtet der Sänger stolz.

Autobiografische Texte

Die selbstverfassten, englischen Texte sind autobiografisch, aber so gehalten, „dass sich hoffentlich viele angesprochen fühlen“. Schulte singt nicht auf Deutsch: „Die englische Sprache ist einfach cool“, begründet er. Die Texte seien auch immer zuerst da. Die Musik – nach eigener Auskunft Pop mit Rock- und Elektro-Einflüssen – komponiert er gemeinsam mit dem Studio-Inhaber Nicolas Leitgeb. „Ich selbst spiele kein Instrument, aber ich habe wahnsinnig viele Melodien im Kopf. Doch ich stehe zwischen den Genres.“

Seine Songs hätten schon Zuhörer gefunden. Das größte Lob sei für ihn gewesen, als einer sagte: „Das klingt wie die Musik aus dem Radio.“ „Dass ich Nicolas kennengelernt habe, war gottgegeben“, sagt der 26-Jährige. „Ich bin sehr gläubig“, unterstreicht er. Und so hat er auch eine Botschaft an seine – künftigen – Fans: „Lass Dich nicht unterkriegen.“ Das sei der zentrale Inhalt seines ersten Songs „Free Rainbow“.

Musik habe für ihn „Heilungskräfte“. Schulte weiß, wovon er spricht: Als Kind war er dick. Als Jugendlicher eckte er an, weil Jugendsprache à la „Was geht?“ nicht seins war. Als Heranwachsender hatte der Homosexuelle sein Coming Out. So ist es wohl auch nicht verwunderlich, dass seine musikalischen Vorbilder ihrerseits starke Persönlichkeiten sind, die oft zu kämpfen hatten: Anastasia und Lady Gaga. „Die haben einfach Power“, schwärmt er.

Video schon in Planung

Ein Video zu einem seiner Songs sei angedacht – ein nächster Schritt. „Ich stecke zwar noch ganz in den Kinderschuhen, aber ich sehe mich durchaus schon als kleinen Künstler.“ Nachdenklich sagt er: „Früher war ich ganz still. Jetzt sitze ich hier aufrecht.“ Schulte lächelt.

„Den Künstlernamen Markuschu habe ich mir überlegt, weil das ein wenig asiatisch klingt. Und ich bin ein Fan von Anime-Filmen, aber auch von den Streifen mit Jackie Chan und Bruce Lee.“ Und was diese Kinostreifen können, will er auch bewirken: „Ich möchte die Menschen mit meiner Musik glücklich machen.“

Ein Star müsse er nicht unbedingt werden. Es reiche ihm auch, wenn er „nur in der Region bekannt“ sei. Schulte sagt: „Ich will in meinem Beruf aufgehen. Ich will mit der Musik eins werden. Das ist mein größtes Ziel.“ Er überlegt kurz und schiebt hinterher: „Und ich würde gerne Anastasia einmal sagen, was sie mir bedeutet.“

Erste Schritte an der Musikschule Lennetal

Erste künstlerische Schritte unternahm Schulte bei der Musikschule Lennetal. In der Musikschule, damals noch Grundschüler, bekam der Sänger alsbald Soloparts, „weil man wohl erkannt hat: Das könnte gehen“. Auch der Musiklehrer an der Albert-Einstein-Gesamtschule habe ihn gefördert.

„Ich gründete die christliche Rockband ‘Traces in the Sand’“, zählt Schulte eine weitere Station seines musikalischen Werdegangs auf. Er grinst und gesteht: „Uns gefiel die Abkürzung des Bandnamens: Tits.“ Schulte – gelernte Fachkraft für Lagerlogistik, als solcher arbeitet er nunmehr seit 2014 – blickt zurück: „Die Band und auch die ersten Castingshows im Fernsehen lösten meinen Berufswunsch Musiker aus. Aber eine richtige Ausbildung war mir zunächst wichtiger.“

Die Rockgruppe hatte aber noch weitere Folgen: „Bei den Auftritten mit ihnen habe ich gemerkt, was es heißt, im Vordergrund zu stehen – und auch, wie ich mit dem Publikum interagiere.“ Wissen, das er vielleicht bald brauchen könnte.

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