Künstlerin Annette Kögel

Malen mit Maske, Ausstellung im Garten

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„Obst auf Gold“ lautet der Titel des Kurses, in dessen Rahmen diese Bilder entstanden sind. Sie können noch einmal gebucht werden. Im Atelier herrscht Maskenpflicht – auch am Arbeitsplatz während der Kurse.

Werdohl – Dass Annette Kögel ihr Atelier an der Neuenrade Straße am ersten Adventswochenende einmal nicht für Besucher öffnet, hätte sie sich Anfang dieses Jahres noch nicht träumen lassen.

Dass Klopapier-Rollen während des Einkaufs zum Streitobjekt werden, und die Werdohler Künstlerin den begehrten Hygieneartikel in den Mittelpunkt diverser Kunstwerke stellt, allerdings auch nicht. 

Corona hat die Welt auf den Kopf gestellt – und obwohl anfängliche Furcht mittlerweile bei vielen Menschen einer routinierten Vorsicht gewichen ist, stellt Kögel fest: „Von der alten Normalität sind wir noch sehr, sehr weit entfernt.“ 

Alternative zu den Ateliertagen

Deshalb kann sie sich auch nicht vorstellen, „dass viele Menschen durch mein Haus laufen, sich dort treffen und unterhalten“. Denn schließlich sei das Virus ja leider nicht einfach verschwunden. Deshalb hat sich die Werdohlerin eine Alternative zu ihren Ateliertagen überlegt: die „Nacht der Bilder“. Geplant ist diese Ausstellung, bei der Illuminationen nicht fehlen sollen, im Garten der Künstlerin. Mit Blick auf den Veranstaltungsort liegt natürlich auf der Hand, dass die „Nacht der Bilder“ relativ spontan und mit kurzem Vorlauf bei einer günstigen Wettervorhersage geplant werden muss. „Ich könnte mir vorstellen, dass sie Ende August stattfindet. An einem schönen Abend ab 18 Uhr“, sagt Annette Kögel. Sie hofft, dass auch die Kunstinteressierten Spontanität beweisen und dabei sind, ohne den Termin schon jetzt fest vermerken zu können. 

Unter freiem Himmel möchte die Werdohlerin dann auf jeden Fall die Bilder präsentieren, die noch vor der Coronakrise während ihres jährlichen Aufenthalts in Trier entstanden sind. Auch das „Pandemie-Buch“, das immer noch wächst und mittlerweile etwa 200 Kunstwerke enthält, sollen die Gäste in Augenschein nehmen können. Blatt für Blatt hat die Werdohlerin mit Gedanken und Empfindungen während der Corona-Krise gefüllt. Wer die Bilder betrachtet und sich hineinversetzt, erlebt ein Wechselbad der Gefühle – so, wie es viele Menschen in den vergangenen Monaten durchlebt haben. 

Toilettenpapier-Stillleben haben ihren Platz gefunden

Der anfangs erwähnte Teil der Corona-Kunst – die Toilettenpapier-Stillleben – haben übrigens mittlerweile ihren Platz auf den Gästetoiletten im Restaurant Thuns in Kleinhammer gefunden. 

Dass Kunst sich nicht dauerhaft von einem Virus in die Offensive drängen lässt, ist für Annette Kögel auch in wirtschaftlicher Hinsicht wichtig. Nachdem sie bei den Verantwortlichen der Stadt Werdohl ein Hygienekonzept eingereicht und sich bei der Bezirksregierung Arnsberg rückversichert hatte, sei sie glücklich gewesen, seit Mitte Mai wieder Kurse anbieten zu dürfen. Maximal sieben Teilnehmer sind im Atelier willkommen, die Maske bleibt auch während der künstlerischen Tätigkeit vor Mund und Nase. „Das habe ich für mich so beschlossen. Leider gibt es einzelne Teilnehmer, die sich daran stören. Aber aus meiner Sicht muss die Gesundheit Priorität haben“, sagt die Künstlerin, die selbst „dankbar für jedes kleine bisschen Normalität ist“. 

Kurse können stattfinden

Besonders die Kurse „Obst auf Gold“ und „Spachtellandschaft“ seien dennoch sehr gut gelaufen. „Sie können auf Wunsch auch erneut stattfinden, sobald sechs Teilnehmer zusammenkommen.“

„Verwahrt, Verehrt, Verbrannt“ – so lautet der Titel einer Ausstellung auf Gut Rödinghausen in Menden, die sich mit der Wertschätzung und der Vernichtung von Büchern befasst. Annette Kögel wird mehrere Kunstwerke beisteuern. Der Besuch der Ausstellung, die vom 2. September bis zum 22. November präsentiert werden soll, ist kostenfrei. Für Sonntag, 13. September, ist ab 11 Uhr eine Vernissage geplant.

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