Wunderkiste auf dem Weg zum Familienzentrum

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Informationsveranstaltungen für Eltern gehören zu den zusätzlichen Angeboten, die die Kita Wunderkiste für die Zertifizierung als Familienzentrum eingerichtet hat.

Werdohl - Deutlich mehr Arbeit ist auf Sandra Koch und ihr Team zugekommen, seitdem die städtische Kindertagesstätte „Die Wunderkiste“ ein Familienzentrum ist. Aber „das macht auch Spaß“, sagt die Leiterin, denn die Erzieherinnen haben sich am 1. August als Team gemeinsam auf den Weg gemacht, die Zertifizierung zu erwerben.

Von Bettina Görlitzer

Ein Jahr haben sie Zeit, die Bedingungen in mehreren Bereichen zu erfüllen, die notwendig sind, um als Familienzentrum zertifiziert zu werden. 14.000 Euro hat die „Wunderkiste“ in Ütterlingsen im laufenden Kindergartenjahr als Familienzentrum zur Verfügung.

Die nutzen die Erzieherinnen, um Voraussetzungen zu schaffen, Angebote für Eltern in der Einrichtung machen zu können, und Veranstaltungen über die reine Kindertagesstättenarbeit hinaus zu organisieren. Ein weiteres schwarzes Brett, das ausschließlich über die Aktivitäten des Familienzentrums informiert, wurde angeschafft. Außerdem waren Stühle und Klapptische notwendig, die groß genug für Erwachsene sind, sowie Mobiliar für ein Besprechungszimmer.

Aber viel wichtiger als solche Ausstattungsmerkmale sind die Aktivitäten und Kooperationen, die bereits laufen oder auf den Weg gebracht wurden. So war eine Gruppe der Kinder in der Stadtbücherei. Drachenbauen war an einem Samstag mit den Vätern angesagt – diese Veranstaltung war ruckzuck ausgebucht, berichtet Sandra Koch. Und auch der Expertenvortrag zum Thema „Sauberkeitserziehung“ sei gut angenommen worden. Viele der anwesenden Eltern hätten die Chance genutzt, sich über das Gehörte hinaus über ihre eigenen Erfahrungen auszutauschen. Gelegenheit zu einem solchen Austausch soll auch das Elterncafé bieten, das das Familienzentrum einmal im Monat vormittags anbietet.

Weiterhin neu ist eine Krabbelgruppe, die sich wöchentlich trifft. Kooperationen, von denen es einige bereits seit längerem gibt, werden ausgebaut oder neu geschlossen. Die Grundschule Ütterlingsen und das Nachbarschaftshilfezentrum gehören zu den Partnern. Neu dabei sind bislang das Diakonische Werk und die Katholische Erwachsenen- und Familienbildung Altena Lüdenscheid. Sandra Koch plant, mit dem Diakonischen Werk eine regelmäßige Sprechstunde zur Erziehungsberatung anzubieten, als sogenanntes niederschwelliges Angebot, das für die Eltern einfach und unverbindlich im Familienzentrum genutzt werden kann. Mit der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildungsstätte soll im nächsten Jahr zum ersten Mal ein Kurs „Starke Eltern – starke Kinder“ angeboten werden.

Außerdem haben sich alle Mitarbeiterinnen zu Fachleuten zu bestimmten Themen ausbilden lassen oder werden das noch tun. Einige können dabei auch auf ihre bisherige Arbeit aufbauen. So war die Kindertagesstätte „Wunderkiste“ bereits Schwerpunkt-Kita für Sprache und Integration. Sandra Koch selbst hat sich zur Kinderschutzfachkraft qualifizieren lassen.

Wichtig ist es der Leiterin, dass alle Angebote nah an den Eltern sind. Einiges haben die Erzieherinnen aus ihren Erfahrungen im Kita-Alltag abgeleitet. Andere Angebote sollen sich aus der Elternbefragung entwickeln, die das Team durchgeführt hat. Deutlich mehr als die Hälfte der Fragebögen seien bislang zurückgekommen, freut sich Sandra Koch. Die genaue Auswertung stehe noch aus.

Im Familienzentrum „Wunderkiste“ werden 63 Kinder betreut. Acht von ihnen sind unter drei Jahren alt. Eine weitere Idee von Sandra Koch ist es, Reserveplätze frei zuhalten, um in einer möglichen Zusammenarbeit mit dem Jobcenter, arbeitsuchenden Eltern kurzfristig ein Betreuungsangebot für die Kinder machen zu können. Das müsse aber noch im Detail abgestimmt werden. Die Leiterin sieht sich mit ihrem Team auf einem guten Weg zur Zertifizierung – viele Aspekte in den geforderten Bereichen seien bereits erfüllt oder befänden sich in der Planung.

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