Erster Kindergartentag in Werdohl

Marvin, Diego und Yassin haben sich schon gut im Kindergarten Momo eingelebt. ▪

WERDOHL ▪ Für zahlreiche Werdohler Familien ist der Mittwoch ein besonderer Tag: Das neue Kindergartenjahr beginnt und viele der Kleinen wagen die ersten Schritte ohne Mama und Papa an ihrer Seite.

Damit das für beide Parteien – vor allem für die Kinder – nicht so schwer wird, nehmen die Kindergärten in besonderer Weise Rücksicht auf die Neulinge.

Nicht alle Sprößlinge, die von ihren Eltern noch in diesem Jahr in die Obhut der Erzieher gegeben werden, starten dieses Abenteuer heute. Jugendamtsleiterin Sybille Dworschak erklärt, dass am 1. August zwar „klassischerweise das Kindergartenjahr beginnt“. Aber damit den neuen Besuchern der Einrichtung die Eingewöhnung leichter fällt und die Erzieher viel Zeit für ihre Betreuung haben, kommen die Kinder nach und nach in die jeweiligen Kindergärten. Vor allem bei den unter Dreijährigen werde sehr behutsam vorgegangen: „Für kleine Menschen ist das ein Schritt in die weite Welt.“

In der städtischen Kindertageseinrichtung Funkenburg kommen „die Neuen“ verteilt über zwei bis vier Wochen das erste Mal in den Kindergarten, erklärt Leiterin Silke Wiederspahn-Hopmann. In dieser Zeit finden sich nicht nur spielende Kinder in den Gruppen der Werdohler Einrichtungen, sondern mittendrin auch viele Mütter und Väter oder auch Großeltern. Die Funkenburg öffnet zwar erst nach den Betriebsferien am Montag wieder. Aber gemeinsam mit den Vätern und Müttern wurde die Eingewöhnungsphase schon geplant. Manche Kinder brauchen gar keine Begleitperson, anderen fällt die Gewöhnung an die neue Umgebung sehr schwer. „Wir versuchen, das für Kinder so sanft wie möglich zu gestalten“, erklärt Wiederspahn-Hopmann. Momentan werden in der Funkenburg allerdings nur Kinder betreut, die älter als drei Jahre sind.

Anders ist es in der Kindertageseinrichtung Momo, in der es sechs Plätze für unter Dreijährige gibt. Die Neulinge kommen zunächst stundenweise mit einer Bezugsperson in den Kindergarten. „Wir sind ja erst noch völlig fremd“, versucht Fischbach zu verdeutlichen, wie beängstigend diese neue Erfahrung für die Kleinen sein kann. Die Bezugspersonen seien ein „sicherer Pol“. Eine Erzieherin nimmt sich dann viel Zeit für das jeweilige Kind und versucht spielerisch eine Beziehung zu ihm aufzubauen.

Nach und nach werden die Zeiträume, in denen das Kind in die Gruppe kommt, verlängert. Auch Mama oder Papa sind dann nicht mehr ständig dabei, sondern setzen sich auch einmal für eine Viertelstunde ins Elterncafé.

Ungefähr drei bis vier Wochen dauert so eine Eingewöhnungsphase laut Fischbach. In der Zeit entwickele sich auch ein guter Kontakt zur sogenannten Bezugserzieherin, die viel Zeit mit den unter Dreijährigen verbringt. Dieses behutsame Heranführen an den Kindergartenalltag „macht sich total bezahlt,“ meint die Leiterin der Einrichtung Am Heideberg. Die Kinder „kommen gut hier an“, obwohl es gerade bei den Zweijährigen das erste Mal sei, dass sie aus dem häuslichen Umfeld herauskommen.

Bei den älteren Kindergartenkindern verläuft das gegenseitige Kennenlernen etwas umkomplizierter. Vor den Sommerferien konnten sie sich im Rahmen von Schnuppernachmittagen schon einen Eindruck von der Einrichtung verschaffen „Das verleiht ihnen eine gewisse Sicherheit“, weiß Fischbach. Auch sie werden die erste Zeit von den Eltern begleitet, die Eingewöhnung laufe aber wesentlich schneller ab.

Und gelegentlich sind es gar nicht die kleinen Kindergartenkinder, die sich in der ungewohnten Situation zurechtfinden müssen. „Manchmal lösen sich Kinder besser als die Eltern,“ erklärt Silke Wiederspahn-Hopmann lachend.

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