Werdohler Gesamtschule bei UN-Modellkonferenz

AEG-Schüler auf internationalem Parkett

Die sechs Gesamtschüler Bugra Zengin, Mounir Bouqayoua, Tristan Salmen, José Antônio Francikowski, Renato Enrique Francikowski und Liliana Friedel haben während der National High School Model United Nations (NHSMUN) viel gelernt.
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Die sechs Gesamtschüler Bugra Zengin, Mounir Bouqayoua, Tristan Salmen, José Antônio Francikowski, Renato Enrique Francikowski und Liliana Friedel haben während der National High School Model United Nations viel gelernt.

Werdohl – Ein Referat über ein hochkomplexes politisches Thema zu halten, das ist auch für Jugendliche aus der Oberstufe eine Herausforderung. Wenn es dabei dann aber nicht nur darum geht, die eigene Meinung zu vertreten, sondern sich in den Vertreter eines anderen Landes hereinzudenken, wird das Ganze noch deutlich schwieriger. Die fünf Gesamtschüler Bugra Zengin, Mounir Bouqayoua, Tristan Salmen, José Antônio Francikowski, Renato Enrique Francikowski und die Gesamtschülerin Liliana Friedel hatten sogar noch eine weitere Hürde zu meistern: Sie mussten ihre Reden in englischer Sprache vortragen.

Die 17- und 18-Jährigen haben vom 10. bis 13. März an der National High School Model United Nations (NHSMUN) teilgenommen, einer UN-Modellkonferenz, die auschließlich für High-School-Schüler organisiert wird und in New York stattfindet. Und obwohl die Jugendlichen nur online dabei sein konnten, war es für sie eine besondere Zeit: „Es ist ein echtes Klassenfahrtgefühlt aufgekommen. Ganz so, als ob wir gemeinsam in New York gewesen wären.“

Auch für die drei Englisch-Lehrerinnen Christina Schmidt, Eva-Maria Kraft und Linda Kramer waren die virtuelle Reise und die damit verbundene Teilnahme ein unvergessliches Erlebnis. Sie sind ausgesprochen stolz auf die jungen Leute, die das Land Südafrika repräsentieren durften.

Bevor sich die Jugendlichen im Dezember für die NHSMUN anmelden konnten, hatten sie sich durch die engagierte Teilnahme an der MUN der Uni Siegen qualifiziert und dort einige Erfahrungen gesammelt. Ab Anfang Februar standen ein bis zwei Vorbereitungstreffen pro Woche auf dem Arbeitsplan. In diesem Rahmen stand jeweils der gegenseitige Austausch im Vordergrund, zudem gab es Hintergrundinformationen, wissenschaftlich ausarbeitet vom Organisations-Team der Veranstaltung. Die Englisch-Lehrerinnen boten bei Bedarf Hilfestellung an.

Anfang Februar erfolgte dann die Landeszuweisung – und bereits Ende des Monats musste jeder der sechs Teilnehmer die Ausarbeitung seines Positions-Papiers beenden. Jedes dieser Schriftstücke umfasst immerhin sechs bis acht Din-A4-Seiten.

„Die Schüler mussten sich jeweils mit hochkomplexen Themen auseinandersetzen – und das in hochpolitischer Sprache“, verdeutlicht Christina Schmidt, wie hoch diese Leistungen einzuschätzen seien – zumal nicht einmal jeder der Jugendlichen am Englisch-Leistungskurs teilnehme. „Sie haben sich unglaublich gut eingearbeitet.“ Diese Bilanz lässt darauf schließen, dass sich die Gesamtschüler auf eine gute Note freuen können, denn: „Die Teilnahme an diesem Projekt ersetzt eine Klausur.“

Die Schüler waren jeweils Mitglieder eines Komitees, und – wie schon erwähnt – Vertreter des Landes Südafrika. Jedes der Gremien musste sich mit zwei Themen auseinandersetzen, darunter zum Beispiel die Fragestellung: Wie kann es gelingen, die sozioökonomische Barriere zu brechen? Ein weiteres Thema war das Anliegen, die Situation von Flüchtlingen im eigenen Land zu verbessern. Es galt, entsprechende Richtlinien zu erarbeiten.

Ein weiteres Posititions-Papier beschäftigte sich mit der geistigen Gesundheit der Menschen, die in Städten leben. Der Schwarzmarkt für Organhandel und Medikamente wurde thematisiert, ebenso die Fragen, wie Menschen geholfen werden kann, die von Naturkatastrophen betroffen sind, oder wie Asylsysteme in anderen Ländern verbessert werden können, wurden erörtert.

Der Bereich Klimaschutz durfte im Rahmen der UN-Modellkonferenz natürlich nicht fehlen – und so spielte damit verbunden auch die Entwicklung in ländlichen Gegenden und die Auswirkungen der klimatischen Veränderungen auf die Landwirtschaft eine Rolle.

„Es war nicht leicht, sich in die Vertreter des Landes Südafrika hineinzuversetzen“, berichten die Schüler übereinstimmend. Auch die Recherche über das Internet sei nicht ganz einfach gewesen. „Wir haben viele Quellenangaben verglichen und dabei festgestellt, dass sie sich oftmals widersprechen“, erzählen die 17- und 18-jährigen Konferenzteilnehmer.

Doch trotz aller Schwierigkeiten sind sie rückblickend begeistert, möchten auf diese „großartige Erfahrung über Zoom“ nicht verzichten, und sind stolz, die Scheu vor dem freien Sprechen in englischer Sprache verloren zu haben. „Wir haben außerdem viel über andere Länder erfahren, und viel gelernt über politische Ansichten und Meinungen auf dieser Welt“, berichten die jungen Leute.

Es sei interessant gewesen, zu sehen, wie Teilnehmer aus anderen Ländern Deutschland repräsentiert hätten. Auch Freundschaften seien online geschlossen worden.

Dass sie obendrein auch eine Auszeichnung für ihre Leistungen im Rahmen der Modellkonferenz erhalten haben, freut nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrerinnen. Letztere haben aus Sicht der Schüler ebenfalls ein großes Lob verdient: „Wir waren nie auf uns allein gestellt, sondern konnten uns jederzeit mit allen Fragen an unsere Englisch-Lehrerinnen wenden.“

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