Werdohler Hasch-Großhandel

Vor dem Landgericht Hagen geht es seit gestern um insgesamt gut 23 Kilogramm Haschisch, die zwei Angeklagten aus Lüdenscheid und einem aus Werdohl in unterschiedlicher Weise zugerechnet werden.

WERDOHL -   Vor Amtsgerichten wird zumeist über den illegalen Kauf oder Verkauf von Betäubungsmitteln im einstelligen oder höchstens zweistelligen Grammbereich verhandelt. Vor dem Landgericht Hagen geht es seit gestern um insgesamt gut 23 Kilogramm Haschisch, die zwei Angeklagten aus Lüdenscheid und einem aus Werdohl in unterschiedlicher Weise zugerechnet werden.

Zum Verhängnis wurde den Tätern ein Geschäft, das ein 47-jähriger Lüdenscheider vermittelte. Seine 42 und 52 Jahre alten Mittäter lieferten am 1. Oktober 2012 drei Kilogramm an einen Ankäufer – der allerdings war ein Scheinkäufer der Polizei.

Bei den darauf folgenden Durchsuchungen in den Wohnungen der Männer stellten die Beamten bei dem 52-jährigen Werdohler weitere 20,5 Kilogramm Haschisch und 90 Gramm Marihuana sicher. In der Wohnung des 42-Jährigen fanden die Beamten 50 Gramm Haschisch. Der Kilopreis für das Rauschgift wurde gestern mit 3000 Euro angegeben. Die Ware hätte dann insgesamt einen „Großhandelspreis“ von rund 70 000 Euro gehabt. Der Verkaufspreis für Kleinmengen an die Verbraucher vor Ort liegt bei fünf bis zehn Euro pro Gramm, für die Gesamtmenge also 115 000 bis 230 000 Euro.

Die Angeklagten wollten am ersten Verhandlungstag noch nicht detailliert zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Sie ließen aber über ihre Anwälte mitteilen, dass sie die ihnen in der Anklageschrift vorgeworfenen Taten nicht bestreiten. Der Vermittler hat demnach tatsächlich das ihm vorgeworfene Scheingeschäft eingestielt, seine beiden Mittäter wollten das Rauschgift liefern, und der 52-Jährige bestritt nicht, dass er der Besitzer der in seiner Wohnung in Werdohl aufgefundenen 20,5 Kilogramm Haschisch und des Marihuanas war.

Nach vielen informellen Rechtsgesprächen und dem Hinweis von Rechtsanwalt Dirk Löber, dass „der Gesamtkomplex schwieriger zu erarbeiten ist, als sich das bis heute dargestellt hat“, verzichtete die 9. Strafkammer des Landgerichts unter dem Vorsitz von Richter Krause auf erste Vernehmungen von Zeugen. Am zweiten Verhandlungstag soll den Angeklagten zunächst Gelegenheit gegeben werden, ihre Sicht der Dinge darzustellen – nach ausführlichen Gesprächen mit ihren Anwälten.

Von Thomas Krumm

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare