Immobilienhändler macht Karriere in Iyi-Partei

Harun Cici als Lobbyist für Deutsch-Türken

Harun Cici war Anfang Februar von der türkischen Iyi-Parteivorsitzenden Meral Aksener (Mitte) und Generalsekretärin Ünzile Yüksel zum Vorsitzenden der Lobbyarbeit für die in Deutschland lebenden Türken ernannt worden.
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Harun Cici war Anfang Februar von der türkischen Iyi-Parteivorsitzenden Meral Aksener (Mitte) und Generalsekretärin Ünzile Yüksel zum Vorsitzenden der Lobbyarbeit für die in Deutschland lebenden Türken ernannt worden.

Der Werdohler Immobilienhändler Harun Cici arbeitet auch in Deutschland am Aufschwung der türkischen Iyi-Partei. Cici möchte bei vorgezogenen Parlamentswahlen vielleicht sogar noch in diesem Jahr als Abgeordneter ins türkische Parlament einziehen.

Für die erst 2017 gegründete Partei der ehemaligen Innenministerin Meral Aksener ist Harun Cici seit ein paar Wochen besonders aktiv – nicht nur in seiner Heimatstadt Giresun als Stadtrat, sondern hier im Sauerland als Lobbyist.

Seit ein paar Wochen trifft sich Cici auf der Lenneschiene mit angereisten deutschen Parteifunktionären der Iyi-Partei aus anderen Bundesländern. Cici ist auch deshalb zum Lobbyisten für alle Deutsch-Türken ernannt worden, weil in Nordrhein-Westfalen die meisten türkischen Staatsangehörigen außerhalb der Türkei leben und mit deren Stimmen ganz sicher auch Wahlen in der Türkei entschieden werden.

Cici baut Kontakte und Infrastrukturen auf

Seit seiner Ernennung durch den Parteivorstand baut Cici Kontakte und Infrastrukturen für die sogenannten „Gute Partei“ auf. Nordrhein-Westfalen liege in der Mitte von Deutschland, von hier aus will die Iyi-Partei ein Netzwerk aufbauen. Ziel ist es, zunächst Kontakte in Deutschland herzustellen, danach sollen Verbindungen zu in anderen europäischen Ländern lebenden türkischen Staatsangehörigen aufgebaut werden. Für die Europa-Türken ist Yavuz Agiralioglu zuständig, mit dem sich Cici auch schon im Februar getroffen hatte.

Meral Aksener konkurriert mit Recip Erdogan

Meral Aksener ist sicher, dass die Türkei in diesem Jahr vorgezogene Neuwahlen erleben wird, zwei Jahre vor dem regulären Termin. Die 64-jährige Vorsitzende der oppositionellen Iyi-Partei bereitet ihre Partei auf Neuwahlen vor. In diesem Zusammenhang ist auch Harun Cici beauftragt worden.

Cici bedauert, dass es wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie nicht zu größeren Versammlungen kommen kann. So seien viele Einzeltreffen und Videokonferenzen nötig, um die Lobbyarbeit zu machen. Der Werdohler arbeitet noch an einer Art Kontaktliste, wenn sie soweit vollständig sei, möchte er größer darüber berichten.

Kommunikation läuft über eigene Kanäle

Die türkische Community kommuniziert kaum mit deutschen Medien wie Lokalzeitungen oder Radiosendern, sondern fast ausschließlich über eigene türkischsprachige Kanäle sowie über Socialmedia. In einem türkischen Internetportal ist bereits ausführlich über die Aktivitäten Cicis berichtet worden. Der Plettenberger Journalist Tevcik Kara begleitet Harun Cicis parteipolitische Ambitionen persönlich.

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