Gaststätte Zum Spiegel: Wirt Timi macht Schluss - Nachfolger steht fest

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Timi Tsiakmaklis steht heute letztmals in der Gaststätte Zum Spiegel am Zapfhahn.

Werdohl - „Das waren die wahrscheinlich schönsten Jahre in meinem Leben“, sagt Timi Tsiakmaklis. Sein Blick wird glasig und seine Mundwinkel zucken in diesem Moment. Am Freitag steht der Wirt zum letzten Mal in seiner Gaststätte Zum Spiegel an der Bahnhofstraße hinter dem Zapfhahn.

Sein Nachfolger übernimmt bereits am Samstag. „Ich bin einfach ausgepowert“, begründet der 45-Jährige den Schritt, der ihm nicht leicht falle. „Meine beiden Knie müssen operiert werden. Und im ,Spiegel’ gab es nie eine feste Zeit, wann wir Feierabend gemacht haben. Es war immer Ende offen“, schildert er seine Beweggründe. 

„Das waren tolle Jahre und ich hatte eine Menge toller Gäste“, gerät Tsiakmaklis, den jeder wohl nur als Timi kennt, ins Schwärmen. „Da waren so viele schöne Schützenfeste. Und ich habe so oft mit den Handballern und den Fußballern gefeiert.“ Und in Hinblick auf seine Lieblingskicker vom 1. FC Köln sagt er: „Ich habe hier auch so viele Abstiege erlebt.“ 

Ab 3. Januar 2009 stand der „Spiegel“ unter der Leitung von Timi. „Schon länger habe ich einen Nachfolger gesucht, aber es gab einfach keinen“, schildert der Wirt, dass sein Abschied keine spontane Kurzschlussreaktion ist. „Doch jetzt gibt es einen Neuen. Er kommt aus Meinerzhagen. Und die Gäste müssen sich nur einen neuen Buchstaben merken“, sagt er und lächelt verschmitzt. „Aus Timi wird Dimi.“ 

Im Dezember geht es normal weiter 

Dimi Spiroglou, der bereits über Erfahrung im Gastronomiebereich verfügt, übernimmt die Arbeit hinter dem Tresen ab Samstag und wird im Dezember zunächst ohne Pause weitermachen. Für Januar ist jedoch ein Umbau der Gaststätte geplant und damit auch eine vorübergehende Schließung. 

Der Abschied vom „Spiegel“ habe keinerlei wirtschaftliche Gründe, betont Timi Tsiakmaklis. „Ich habe viele positive Erinnerungen – eigentlich nur positive“, sagt er grübelnd. Dann hebt er die Stimme und fügt hinzu: „Ich möchte keine davon besonders hervorheben.“ 

Die Stammgäste, die schon von seinem Abschied erfahren hätten, „haben alle Verständnis dafür, dass es einfach nicht mehr geht“, freut er sich. „Aber sie sind schon enttäuscht“, gesteht Timi. Seine Stimme zittert als er erläutert: „Wir sind ja sehr eng. Wir waren schon fast eine Familie.“ 

Tsiakmaklis betreibt seit einiger Zeit auch die Pizzeria La Costa am Colsman-Platz. Das werde er auch weiter tun, versichert er im Gespräch. „Aber das Gerücht, dass ich ein neues, zweites Lokal plane, stimmt nicht“, stellt Timi klar. „Ich werde definitiv kürzer treten.“ 

Künftig mit Freunden vor dem Tresen 

Einen Traum habe er in Bezug auf die Zukunft: „Ich möchte mit meinen Gästen – oder besser: mit meinen Freunden – auch mal an einem Samstagabend ein Bierchen trinken.“ Er seufzt und holt tief Luft: „Einmal will ich auf der anderen Seite der Theke stehen oder sitzen“, unterstreicht er. 

Und so hat er für den heutigen Abend den Wunsch, dass es nicht zu rührselig wird. „Wir trinken einfach die letzten Fässer alle leer – Finito!“

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