Werdohler freigesprochen

WERDOHL -   Erleichtert über seinen Freispruch verließ am Dienstag ein 64-jähriger Werdohler das Amtsgericht Altena. Von der Anklage wegen Urkundenfälschung und Betrug war nichts übrig geblieben. Was war geschehen?

Als Bevollmächtigter für seinen Stiefsohn hatte der 64-Jährige schon seit längerem ein Umbauprojekt in Werdohl begleitet, wo eine Gaststätte mit Biergarten entstehen sollte. Als solcher zeichnete er auch Aufträge mit dem Namen des 37-Jährigen ab. Als gegen diesen ein Insolvenzverfahren beantragt wurde, wurde diese – eigentlich legale – Praxis problematisch, weil der 37-Jährige den letzten dieser Aufträge nicht mehr bezahlen konnte.

Zum Stein des Anstoßes wurde der Auftrag an eine Vermessungsfirma, die auf dem Grundstück tätig wurde. Ihre Rechnung in Höhe von 565 Euro blieb offen. Dem 64-Jährigen war von der Staatsanwaltschaft unterstellt worden, dass er von der Zahlungsunfähigkeit seines Stiefsohnes hätte wissen müssen.

Deshalb hätte er den Auftrag nicht mehr mit dessen Namen unterzeichnen dürfen. Als Zeuge machte der 37-Jährige jedoch deutlich, dass sein Stiefvater ganz in seinem Sinne als ein Generalbevollmächtigter gehandelt hatte: „Ich habe ihn machen lassen.“

Staatsanwältin und Richter Dirk Reckschmidt zogen aus der kurzen Zeit zwischen Insolvenzantrag und der beanstandeten Unterschrift die Konsequenz: „Der Angeklagte musste nicht davon ausgehen, dass die Rechnung nicht bezahlt werden würde.“

Damit war der angebliche Betrug vom Tisch. Zum Zeitpunkt der Unterschrift habe der 64-Jährige noch nicht von dem Insolvenzantrag wissen müssen, hieß es in der Urteilsbegründung.

Von Thomas Krumm

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